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Altersvorsorge Ganz einfach: So gelingt der Vermögensaufbau

Leben heißt erleben - nicht kaufen. Tatsächlich sind die wirklich wichtigen Moment im Leben unbezahlbar. Dennoch benötigt jeder Mensch auch Geld: für seinen Betrieb, seinen Alltag, seine Freizeit, seinen Ruhestand. Es macht daher Sinn, dafür zu sorgen, dass in jeder Lebensphase ausreichend Geld zur Verfügung steht. Wie der Vermögensaufbau mithilfe eines einfachen Kontensystems geht, erklärt Georg Redekop. Er ist freier Vermögensberater und Buchautor.

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Mehr Geld hätten wohl die meisten Menschen gerne. Mit Geld kann man seinen Unternehmensaufbau vorantreiben, schlechte Auftragslagen überstehen, sich Fortbildungen gönnen, ein schönes Zuhause, spannende Freizeitaktivitäten, erholsame Urlaube und einen entspannten Lebensabend finanzieren. Das ist eine ganze Menge und nur ein kleiner Teil dessen, was man mit Geld anstellen kann. Es macht also Sinn, über Geld nachzudenken und den Vermögensaufbau strategisch anzugehen.

Vermögen aufbauen

Und genau an dieser Stelle scheitern viele Menschen - nicht am Geld verdienen, sondern daran, dass sie " kein System haben, das sie automatisch vermögend macht und dabei Spaß haben lässt", sagt Georg Redekop. Er ist studierter Wirtschaftsingenieur, Buchautor und Redner zum Thema Vermögensaufbau. Er ist sich sicher: „Weil Menschen kein System haben, überlassen sie den Vermögensaufbau dem Zufall. Oftmals verschieben sie den Vermögensaufbau in die Zukunft, indem sie ihn in eine Ausrede kleiden“, sagt er. Diese lauten beispielsweise:

  • In den kommenden Jahren werde ich mehr verdienen und dann werde ich automatisch ein Vermögen aufbauen.
  • Ich weiß nicht, wie ich Vermögen aufbauen kann, also lasse ich es.
  • Ich habe so wenig Geld, da ist an Vermögensaufbau gar nicht zu denken.
  • Ich lebe im Hier und Heute, niemand weiß, was die Zukunft bringt.
 

Die staatliche Rente sichert den Lebensabend nicht

Wer sich bei diesen Sätzen wiederfindet, sollte weiterlesen. Denn die Zukunft kommt, ein Geldbedarf wird weiter bestehen, und der Vermögensaufbau gelingt umso besser, desto früher er begonnen wird. Georg Redekop warnt vor allem davor, sich auf die gesetzliche Rente zu verlassen: „Unserem Rentensystem droht der Kollaps, wenn es nicht reformiert wird. Ein 27 Jahre alter Arbeitnehmer, der sich in den kommenden 40 Jahren einen Lebensstandard von 3.300 Euro im Monat aufbaut, bezieht später eine Rente von 1.485 Euro im Monat und muss Dank der Inflation tatsächlich 4.400 Euro aufwenden, um seine Rentenlücke von 2.915 Euro im Monat zu schließen.“ Gleichzeitig sollte der Vermögensaufbau aber nicht dazu führen, dass man kaum noch Geld mehr ausgibt und alles für später spart: „Man könnte auch morgen gegen einen Baum fahren und sterben. Wie traurig wäre es da, wenn man sein ganzes Leben aus Angst vor der Altersarmut gespart und nichts genossen hat“, sagt er. 

Die Lösung liegt im System

Der Mittelweg zwischen sparen und genießen ist die Lösung. Dabei hilft ein Kontensystem. „Manche nennen es auch Sich-Selbst-Zuerst-Auszahlen,“ sagt Redekop. Im Kern gehe es darum, neben dem Girokonto noch zwei weitere Konten zu führen. „Das eine Konto ist das Sparkonto und das andere das Spaßkonto“, erklärt er. „Am Anfang eines jeden Monats überweist man mit einem Dauerauftrag einen festen Betrag seines Einkommens, beispielsweise zehn Prozent, auf das jeweilige Konto. Während man das Geld auf dem Sparkonto niemals anrührt, es sei denn, man investiert es, kann man das Geld auf dem Spaßkonto regelmäßig für seine Wünsche ausgeben“, so Redekop. Ist nicht ausreichend Geld auf dem Spaßkonto, müsse weitergespart werden, bis es wieder gefüllt ist. 

Warum das System funktioniert

Eine einfache Umbuchung – und schon gelingt der Vermögensaufbau? Georg Redekop ist überzeugt, dass die Abbuchung per Dauerauftrag zu einem automatischen Vermögensaufbau führt. „Im Grunde steht jeder Euro in Konkurrenz zu sich selbst. Wenn ich ihn ausgebe, dann kann ich ihn nicht mehr sparen beziehungsweise investieren. Und wenn ich ihn spare, dann kann ich ihn nicht mehr ausgeben, was schade ist, wenn man morgen gegen einen Baum fährt. Durch die räumliche Trennung des Geldes wird diese Konkurrenz vermieden und wir können sparen und genießen“, erklärt er. 

Sparkonto – oder besser ETF?


Das Sparkonto ist ein sicherer Ort für Geld. Zinsen erwirtschaftet es aber nicht. Wer gezielt Vermögen aufbauen möchte, kann das Sparkonto mit einem Depot für einen ETF-Sparplan kombinieren. ETF sind Exchange Traded Funds. Sie bilden einen Index ab und haben kein aktives Fondsmanagement. Deshalb sind sie kostengünstiger als herkömmliche Fonds und dem Anleger bleibt mehr Geld in der eigenen Tasche: „Dadurch macht das Sparen doppelt so
viel Spaß, da man nicht null Prozent – wie beim Tagesgeldkonto – sondern zum Beispiel sieben Prozent Rendite pro Jahr erzielt“, sagt Redekop. So viel Rendite habe der Dax seit 1980 jährlich im Durchschnitt erzielt. Diese Zahlen der Vergangenheit sind keine Garantie für die Entwicklung in der Zukunft. Der Dax hat auch Phasen, in denen er ordentlich nachgibt. Über einen langen Zeitraum betrachtet, ist der Anleger jedoch immer im Plus gelandet.  

Tipp für Anleger: Umso jünger Sie sind, desto leichter können Sie Kurstäler durchstehen. Je näher Sie an die Rente kommen und ihr Geld dann benötigen, desto mehr Kapital sollten sie in Anlagen investieren, die keine oder nur eine geringe Kursschwankungsbreite aufweisen. Das kann das Sparbuch sein, aber auch Rentenfonds.

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