Betrieb des Monats -

Für Mensch und Umwelt: Bäcker schützt Trinkwasser

Landwirte, Müller und Bäcker verbessern in Unterfranken mit einem Grundwasserschutzbrot ihr Trinkwasser. Bäckermeister Matthias Engel ist von der Idee überzeugt und seine Kunden ziehen mit.

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Das Brot nicht gleich Brot ist, zeigt Bäckermeister Matthias Engel aus Retzstadt. Böden und Grundwasser sind in Deutschlandstark mit Nitrat aus Düngemitteln belastet. Besondersbetroffen ist die Region Unterfranken.2014 startete der Regierungsbezirk Unterfranken daherein bisher einzigartiges Pilotprojekt in Deutschland.

Bauern, Müller und Bäcker arbeiten dabei Handin Hand. Bäckermeister Matthias Engel war einer derVorreiter, der sich 2014 an dem Grundwasserschutzprojektin Unterfranken beteiligte. „Aus Überzeugungund natürlich für den Schutz unserer Region“,unterstreicht der 30-jährige Unternehmer, der dieBäckerei-Konditorei Engel in Retzstadt in der viertenGeneration mit seiner Frau Susanne führt.

Weniger Dünger für besseres Grundwasser

Und so funktioniert das Projekt in Unterfranken:Drei Landwirte in der Region düngen ihren angebautenWeizen mittlerweile nur noch zwei- stattdreimal. Eine regionale Mühle bereitet den Weizenauf und beliefert damit mittlerweile 15 Bäcker in derRegion, die sich an dem Programm beteiligen undden Weizen zu sogenannten Grundwasserschutzbrotenverarbeiten.

Matthias Engel bietet jetzt seit zwei Jahren dasGrundwasserschutzbrot an. Die Verarbeitung ist aufwendiger,ähnlich wie beim Dinkelbrot, „weil derWeizen weniger Eiweiß enthält“. Für das Grundwasserschutzbrotverarbeitet Engel im Jahr 1,5 Tonnenvon dem speziellen Weizenmehl zu 3,6 Tonnen Brot.„Das sind 70 bis 80 Brote in der Woche, die wir anStammkunden und auch Gelegenheitskäufer verkaufen“,erklärt Engel. Für ein halbes Kilo Walnuss-Karotten-Brot zahlt der Kunde bei der Bäckerei Engel2,10 Euro. Allerdings, da ist sich der Bäckermeistersicher, entscheidet letztendlich doch der Geschmack.„Die Kunden kaufen das Grundwasserschutzbrotnicht, weil sie die Umwelt retten wollen, sondernweil es schmeckt“, betont Engel.

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