Studie zu vermeidbaren Ausgaben Geldverschwendung: So verschleudern die Deutschen ihr Erspartes

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Altersvorsorge und Indexfonds

Die Deutschen verschwenden 538 Milliarden Euro jährlich durch leicht vermeidbare Ausgaben. Das macht pro Person eine Summe von 8.857 Euro pro Jahr. Das zeigt eine Studie des Online-Finanzportals weltsparen.de. Wo die Deutschen am meisten Geld verschwenden.

Geldverschwendung stoppen
Wer Geldverschwendung vermeidet, kann mehr für seine Altersvorsorge tun. – © kegfire – stock.adobe.com

Die beste Art, Geld zu sparen ist, es nicht zu verschwenden. Doch genau dies tun die Deutschen: Jeder von ihnen wirft etwa 8.857 Euro im Jahr zum Fenster hinaus, so das Ergebnis einer Studie von Weltsparen, einer Plattform für die Geldanlage. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die Deutschen – ein Volk der Sparer und Erfinder der Discounter-Kultur – rund 1,01 Euro pro Stunde für vermeidbare Ausgaben verschwenden. Ein kleiner Geldbetrag, der bereits nach einem Tag, dem eines kleinen Einkaufs entspricht und sichinnerhalb eines Jahres auf die genannten 8.857 Euro hochrechnet.

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Auf einer animierten Grafik zeigt die Plattform, wie sich weit verbreitete und leicht vermeidbare Ausgaben im Alltag summieren. Insgesamt könnten die Privathaushalte in Deutschland im jedem Jahr rund 538 Milliarden Euro sparen.  

Die größten unnötigen Ausgaben

Als eine der größten Ausgaben schlägt der tägliche Gang zum Business-Lunch zu Buche. Auch wenn der Kostenpunkt aufgrund der Corona-Regelungen in diesem Jahr kleiner ausfallen wird, läppern sich die Ausgaben für das auswärtige Mittagessen bei durchschnittlich 249 Arbeitstagen auf rund 3.927 Euro im Jahr.

Im direkten Vergleich ist sogar Rauchen billiger. Das ungesunde Laster kostet Raucher im Schnitt 3,25 Euro am Tag oder 1.186 Euro im Jahr. Deutsche verqualmen insgesamt 14,2 Milliarden Euro jährlich .

Sinnvoll einkaufen

Ein anderes teures Laster ist der verschwenderische Umgang mit Lebensmitteln. Genießbares und verdorbenes Essen im Wert von 235 Euro landen statistisch je Bundesbürger innerhalb eines Jahres in der Tonne. Insgesamt schmeißen die Deutschen auf diese Weise 17,3 Milliarden Euro weg. Hinzu kommen die grundsätzlich nicht notwendigen Ausgaben für Trinkwasser. Im Schnitt schleppt jeder Deutsche jährlich Wasserflaschen im Wert von 437 Euro nach Hause, dabei kostet die gleiche Menge Leitungswasser nur 1,50 Euro im Jahr.

Versorgerverträge und Steuererklärung

Kundentreue lohnt sich bei den lokalen Grundversorgern in der Regel nicht. Wer den Tarif trotzdem nicht wechselt, verschwendet im Schnitt 243 Euro für Strom und 575 Euro für Gas. Ein teurer Handytarif bei einem der drei großen Netzbetreiber kostet zusätzlich 179 Euro mehr als nötig.

Wer sich die Steuererklärung spart, spart vermutlich Nerven. Doch er verzichtet im Gegenzug auf eine satte Rückerstattung von zu viel gezahlten Steuern. Die durchschnittliche Steuererstattung liegt derzeit bei 1.027 Euro .

Bargeld verliert täglich an Wert

Wer sein Geld zu Hause oder auf dem Girokonto hortet, erleidet einen Wertverlust. Der Grund ist die Inflationsrate von 1,4 Prozent (Statistisches Bundesamt). Wer seinen Verlust minimieren möchte und trotzdem flexibel in der Verwendung sein möchte, kann mit Tages- oder Festgeld seinen Verlust verkleinern..

Fazit:

Mit leicht durchführbaren Maßnahmen kann jeder einen ordentlichen Betrag pro Jahr sparen. Wenn dieses Geld dann sinnvoll in einen Investmentfonds investiert wird, leistetes einen sehr guten Beitrag zur Altersvorsorge. Ansparpläne helfen, mit kleinen Summen zu großem Vermögen zu kommen.

Zur Methodik der Studie:

Folgende Ausgabe- und Einnahmepunkte wurden analysiert und auf Basis von Bevölkerungsdaten, Nutzerzahlen oder Konsumenten hochgerechnet: Weggeworfene Lebensmittel, täglicher Business Lunch, ungenutzte Fitnessstudiomitgliedschaft, Zigarettenkonsum, regelmäßiges Glücksspiel, Konsum von Wasser in Flaschen, Stromversorgung, Gasversorgung und Handyvertrag beim Grundversorger, Kontoführungsgebühren, Bargeldvermögen ohne Einlage auf einem Fest- oder Tagesgeldkonto sowie Verzicht auf freiwillige Steuererklärung. Details zur Methodik und Quellen finden sich unter weltsparen.de .