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Branchencheck Sanitär Heizung Klima (SHK-Handwerk) Die neuen Online-Wettbewerber machen Druck

Im Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk ändert sich die klassische Aufgabenteilung zwischen Hersteller, Handel und Handwerk durch neue Wettbewerber, die voll auf die Digitalisierung setzen.

Themenseiten: TS Branchencheck und TS SHK-Handwerk

Das Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk zählt zu den ersten Handwerksbranchen, die durch die Digitalisierung stark verändert wurden: Online-Händler bieten zunehmend Produkte der Branche auch direkt an Endverbraucher an, Auftragsportale treten als Wettbewerber zu den Betrieben auf. Daneben gibt es Handwerksunternehmen wie Thermondo, die bundesweit tätig sind und mithilfe digitalisierter Prozesse den Kunden ermöglichen, ihre neue Heizung online in Auftrag zu geben. Hinzu kommen branchenfremde Anbieter wie der amerikanische Smarthome-Spezialist Nest oder Tado, der sich auf smarte Steuerungen spezialisiert hat, mischen ebenfalls mit, bieten sich aber auch als neue Partner für die Handwerksbetriebe an.

Unabhängig von diesen Veränderungen brummt das Geschäft im SHK-Handwerk. Die Unternehmen haben 2017 mit 42,9 Milliarden Euro erneut ein Umsatzplus erwirtschaftet. Im zehnten Jahr in Folge konnten sich die fast 51.000 Betriebe damit über einen wirtschaftlichen Erfolg freuen.

Hoher Renovierungsbedarf

Profitiert hat die Branche vom anhaltenden Bauboom und vom Modernisierungsgeschäft bei Bädern und Heizungen. Der Umsatzanteil beim Neubau lag bei 28,2 Prozent, bei Modernisierungen bei 71,8 Prozent Aufgaben wie die Energiewende im Wärmemarkt und der wachsende Bedarf an altersgerechten Umbauten machen laut Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) die Betriebe zu wichtigen Akteuren bei der Zukunftsgestaltung des Landes. Die Zahlen zeigen, dass der Branche die Arbeit nicht ausgehen wird: Von rund 20 Millionen Heizungsanlagen ist gerade einmal ein Fünftel effizient, und schon heute fehlen zwei Millionen altersgerecht ausgestattete Wohnungen.

Für den SHK-Branchensektor erwartet das ifo Institut 2018 einen weiteren Umsatzanstieg in der Haustechnik um 2,7 Prozent. Das zeigt der aktuelle Branchendatenreport zu Haus- und Gebäudetechnik. Die Auslastung der Betriebe ist hoch, der Auftragsbestand liegt bei über 12 Wochen. Kunden müssen deshalb mit langen Wartezeiten rechnen.

Branchentrends Sanitär Heizung Klima

  • Bad als Gesundheitsvorsorge
    Ob Hydrotherapie, warmes Vollbad oder Regendusche. Bäder werden immer mehr zu Wohlfühloasen, zum Urlaub vom hektischen Alltag. Dafür geben Kunden gerne Geld aus, vor allem, wenn der Umbau barrierefrei ausfällt.
  • Materialeinkauf online
    SHK-Betriebe kaufen Material im Fachhandel und zwar zu 100 Prozent – aber immer häufiger über das Internet. Deutschland gehört zu den Vorreitern im digitalen SHK-Shopping. 41 Prozent ihrer Materialkäufe tätigen die Fachbetriebe online.
  • Digitaler Vertrieb
    Was große Branchen-Onlineplattformen vormachen, sollen künftig auch Innungsbetriebe können. Der Zentralverband kooperiert mit dem Softwareunternehmen Lokalleads, das für Betriebe ein digitales Vertriebskonzept erstellen soll.
  • Wärmepumpe statt Brennwerttechnik
    Ein geplanter Förderstopp für Heizungen mit Brennwerttechnik zugunsten der Wärmepumpe stößt beim ZVSHK auf Kritik. Dies zementiere laut Verband den Modernisierungsstau. Wärmepumpen für Altbauten sind in der Regel teurer als Brennwertheizungen.

Umsatz nach Bauarten

Unverändert ist das Modernisierungsgeschäft (Altbausanierung) der Hauptumsatzträger bei den Fachbetrieben mit durchschnittlich 71,7 % Umsatzanteil. Das Badgeschäft läuft bei Modernisierungen etwas besser als die Heizungssparte. Kundendienst und Wartungsgeschäft sind die stabilste Säule des Geschäftserfolges.

Bauart Prozent
Altbauten 71,7
Neubauten 28,3

Umsatz nach Auftraggebern

Rund 36 Prozent der Betriebe, die sich an der Umfrage des SHK-Bundesverbands beteiligten, rechnen mit steigenden Umsätzen. Die privaten Auftraggeber bleiben als Kunde die Nummer eins.

Auftraggeber Prozent
private Auftraggeber 60,6
Unternehmen 16,3
Wohnungsbausgesellschaften 13,6
öffentliche Auftraggeber 9,5

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