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Steuerfreie Extras Deutsche Arbeitgeber dürfen am meisten für Geschenke ausgeben

Geschenke an Mitarbeiter in Form von Gutscheinen oder kleinen Aufmerksamkeiten ohne einen bestimmten Anlass sind in Deutschland bis zu einem Wert von 44 Euro monatlich steuerfrei. Doch warum gibt es überhaupt steuerrechtliche Bestimmungen für Geschenke vom Arbeitgeber?

Schenken kann so schön sein. Doch wie viel ist "zu viel des Guten"? Während in Deutschland ein Freibetrag von 44 Euro monatlich steuerfrei ist, sind Geschenke an Arbeitnehmer in Polen und Spanien unabhängig vom Wert immer steuerpflichtig. In anderen Ländern wie Belgien und Österreich gibt es hingegen jährliche Freigrenzen. Wird der Grenzbetrag auch nur um einen Cent überschritten, sind die Zuwendungen nicht von der Steuer absetzbar.

Steuerfreie Extras für Arbeitnehmer als Motivation

Die höchste Freigrenze gibt es demnach in Deutschland: Arbeitgeber können ihren Mitarbeitern im Laufe eines Jahres Sachzuwendungen im Gesamtwert von 528 Euro schenken. Allerdings darf der monatliche Betrag 44 Euro nicht überschreiten. Doch warum gibt es überhaupt steuerrechtliche Bestimmungen für Geschenke vom Arbeitgeber? Für Unternehmen sind Geschenke oder Gutscheine eine gute Möglichkeit, die erbrachten Leistungen ihrer Mitarbeiter zu würdigen und so die Motivation zu fördern. Damit der Arbeitnehmer diese nicht als Einkommen versteuern muss, wurden bestimmte Freigrenzen geschaffen.

Nach Deutschland dürfen italienische Chefs ihren Mitarbeitern am meisten steuerfrei schenken: Die jährliche Freigrenze liegt hier bei bis zu 258 Euro. In Österreich sind Aufmerksamkeiten für den Arbeitnehmer bis zu einem Betrag von 186 Euro jährlich steuerfrei. Auch die Franzosen haben mit 166 Euro pro Jahr eine recht hohe Freigrenze. Im Nachbarland Belgien sind die Bestimmungen deutlich strikter: Geschenke an Mitarbeiter sind hier nur bis zu einem Wert von 35 Euro pro Jahr steuerfrei. Arbeitgeber in Amerika können kleine Aufmerksamkeiten zum Geburtstag oder zu Feiertagen bis zu einem Betrag von 65 Euro pro Jahr von der Steuer absetzen.

Zu Weihnachten und privaten Anlässen gelten andere Regeln für Geschenke


In Deutschland ist der Anlass des Geschenks ausschlaggebend für die steuerrechtliche Behandlung. Während kleine Aufmerksamkeiten zu Weihnachten als Sachzuwendungen betrachtet werden – es gilt die monatliche Freigrenze von 44 Euro – sind Geschenke zum Geburtstag oder zur Hochzeit sogar bis zu einem Wert von 60 Euro steuerfrei. Deutlich niedriger ist die Freigrenze in den Niederlanden: Maximal 25 Euro darf ein Präsent zu einem privaten Anlass hier kosten. Geschenke anlässlich von Feiertagen sind hingegen immer steuerpflichtig. In Schweden ist genau das Gegenteil der Fall: Hier sind Weihnachtsgeschenke bis zu einem Wert von 43 Euro steuerfrei, während kleine Aufmerksamkeiten zu anderen Gelegenheiten immer versteuert werden müssen.

Arbeitgeber in Frankreich können ihren Mitarbeitern zusätzlich zu der jährlich geltenden Freigrenze zu besonderen Ereignissen oder Feiertagen jeweils Zuwendungen in Höhe von bis zu 166 Euro schenken, ohne Steuern zahlen zu müssen. In Dänemark gibt es für Weihnachtsgeschenke ebenfalls eine separate Regelung: Sie sind bis zu einem Betrag von 107 Euro steuerfrei und werden nicht in die jährliche Freigrenze von 147 Euro eingerechnet. Eine weitere Ausnahme gibt es zudem in Spanien: Weihnachtskörbe sind steuerlich absetzbar, solange sie zu den Gepflogenheiten des Unternehmens gehören und die Tradition mindestens im zweiten Jahr besteht.

Den Mitarbeitern öfter mal eine Freude bereiten

Wer die Motivation und Zufriedenheit der eigenen Mitarbeiter stärken möchte, der darf gerne mal in ein kleines Präsent investieren. Es müssen nicht immer nur die großen Geschenke sein, die dem Arbeitnehmer ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Denn wie heißt es so schön: Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft - oder in diesem Fall: Das gute Arbeitsverhältnis.
Weitere hilfreiche Tipps, Informationen und Hilfestellungen gibt es in unserer September-Ausgabe des handwerk magazins. Dort berichten wir über "steuerfreie Extras" inklusive einer Marktübersicht mit Gutschein-Portalen. Lesen lohnt sich!

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