Fliegende Helfer können immer mehr Drohnen: Aktuelle Entwicklungen, Tipps und Kaufempfehlungen

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Das Angebot an Drohnen hat sich merklich verbessert: Statt nur über den Dachstuhl zu fliegen können sie heute Bilder in Echtzeit liefern und damit Baustellen punktgenau dokumentieren. handwerk magazin stellt die wichtigsten Entwicklungen vor und gibt Kaufempfehlungen.

Drohnen als immer wichtigere Helfer im Handwerk. – © EKH-Pictures – stock.adobe.com

Der profane Überflug über den Dachstuhl war gestern, heute sind Drohnen zu ganz anderen Höchstleistungen in der Lage. Etwa für Handwerksbetriebe, die Wartungsverträge mit Unternehmen etwa der chemischen Industrie haben. Damit können sie selbst enge und unzugängliche Orte sicher, schnell und kostengünstig befliegen. Auch kilometerlange Rohrbrücken-Konstruktionen gehören dann zu den einfachsten Übungen. Sie machen nicht einmal vor dem Inneren einer Rohrleitung halt.

Hochauflösende Kameras und eine Thermokamera liefern Bilder in Echtzeit. Mit Hilfe von POIs (Points of Interest) können alle für die Instandhaltung relevanten neuralgischen Punkte angeflogen, inspiziert und dokumentiert werden. Heißt: Die Drohne weiß bereits vorher dank GPS-Modul, wo sie zu stoppen und gegebenenfalls ein Foto zu schießen hat.

Dokumentation von Bauschäden

Ganz im Trend liegen Drohnen mit hochsensiblen Objektiven (UHD, 4K- respektive 8K-Qualität). Sie können beispielsweise mit 180-facher-Vergrößerung Bilder aufnehmen. Das lohnt sich für die Dokumentation von Bauschäden oder für den Nachweis, dass schwer zugängliche Rohrleitungen etwa dringend saniert werden sollten.

Ebenso verfügbar sind mittlerweile Drohnen, die Wärmebilder (Thermografie) liefern. Derart können Handwerker auch chemische Anlagen, Schornsteine, Leitungen oder ganze Gebäude zuverlässig untersuchen. Ebenso lassen sich damit einzelne Bereiche oder gleich komplette Großbaustellen in regelmäßigen Abständen dokumentieren. Die hochauflösenden Objektive sorgen ihrerseits dann dafür, dass die Kunden, etwa Anlagenbetreiber, Bildausschnitte in der Nachbearbeitung nahezu verlustfrei vergrößert bekommen können. Derart lassen sich selbst kleinste Details präzise darstellen, hervorheben und – dank GPS – in einem längeren Zeitraum sehr genau dokumentieren. Wichtig etwa für Witterungseinflüsse.

Visual Monitoring über Thermografie

Verfügen die Drohnen gar über professionelle Thermografie-Kameras, sind dann auch zuverlässige Kontrollen hinsichtlich thermaler Unregelmäßigkeiten beziehungsweise Lecks möglich. Die Wärmebild-Kamera hat dann gleich drei positive Effekte: Erstens erkennt sie bereits kleinste Fehler und Mängel, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Darüber hinaus sind, zweitens, Hochleitungs-Wärmebildkameras heute in der Lage Temperaturunterschiede von bis zu 0,03 Grad darzustellen. Und sie kommen, drittens, völlig mühelos an Bereiche heran, die bei Inspektionen durch Menschen für diese nur schwer bis gar nicht erreichbar sind. „Visual Monitoring“, also optische Vermessungen, Beobachtungen und Luftaufnahmen nennen Fachleute diesen Einsatzzweck.

Für Handwerksbetriebe derzeit besonders interessant: Marktgigant DJI aus China hat soeben neue Geräte angekündigt. Kein Wunder, gehören Drohnen doch bereits seit mehreren Jahren zu den Top-Weihnachtsgeschenken. Das führt dazu, dass die Vorläufer-Generation gerade besonders günstig zu bekommen ist. Und auch dann, wenn sie im Handwerksunternehmen nicht für den Hobbyeinsatz benötigt werden, lohnt es sich doch für Chefs, auf diese Angebote ein Auge zu werfen. Denn wer nicht gerade die oben beschrieben, megarobusten Thermografiedrohnen für die härtesten Einsatzzwecke benötigt, ist mit den eigentlich für den Privatgebrauch konzipierten Geräten bereits bestens bedient.

Was beim Kauf zu beachten ist

Vor dem Kauf aber gilt: Unsere drei Einsteiger-Tipps für den Drohneneinsatz unbedingt beachten:

Die Drohne ist ein Fluggerät – und demzufolge empfindlich

Ganz gleich, ob libellenartige Minidrohne oder robustes Industriegerät: Drohnen sind Fluggeräte und erreichen heutzutage mühelos Höhen über 100 Metern, manche fliegen gar mehrere tausend Meter hoch. Aber: Verliert der Einsteigerpilot in solchen Zielen einmal die Kontrolle über seine Drohne und stürzt sie unkontrolliert ab – sind Schäden oftmals die Folge. Bei sensiblen Minidrohnen droht der Totalschaden. Deshalb: Üben, üben, üben. In geringen Höhen anfangen, dann die ersten Manöver fliegen und langsam an Höhe gewinnen. Allein die Steuerung zu beherrschen, ist nicht ohne. Wer auf Nummer Sicher gehen will: Allerorts gibt es entsprechende Kurse, und auch YouTube beispielsweise hält jede Menge Schulungsfilme bereit.

Die Drohne ist kein Spielzeug

Klar, Drohnen machen Spaß und verführen zu Unsinn. Aber: Von Überflugverboten über Menschenansammlungen bis hin zum EU-Drohnenführerschein und der Registrierungspflicht. Der Einsatz von Drohnen – mit Ausnahme der Drohnen, die weniger als 250 Gramm wiegen und keine Sensoren zur „Erfassung personengebundener Daten“ wie eine Kamera oder ein Mikrofon aufweisen – ist angesichts ihrer Flugfähigkeiten mittlerweile stark reglementiert. Das gilt es, gerade im professionellen Einsatz, unbedingt zu beachten.

Die Drohne muss versichert sein

Drohnen bewertet der Gesetzgeber wie Modellflugzeuge. Deshalb muss jeder Pilot – ja, auch diese Bezeichnung meint der Jurist ernst – eine spezielle Haftpflichtversicherung für Drohnen abschließen. Der Betrieb einer Drohne ohne Haftpflichtversicherung ist eine Ordnungswidrigkeit. Es sei denn, sie fliegt ausschließlich in Innenräumen. Und: Wer eine spezielle, teure Drohne benötigt, muss schauen, ob auch wirklich alle Schäden durch die jeweilige Versicherung abgedeckt sind. Hier gibt es mitunter gravierende Unterschiede.

Top-Drohnen für Handwerker

Hier eine Auswahl an empfohlenen Geräten:

Für Einsteiger: DJI Mini SE

Das Top-Einsteiger-Produkt von DJI, die DJI Mini SE gibt es dieser Tage reduziert für unter 300 Euro, selbst der Olineshop von LIDL hat sie hin und wieder im Angebot. Die leistungsstarke Kamera des Geräts schießt Fotos mit 12 Megapixeln und dreht Videos in 2.7K HD-Qualität. Im offiziellen Onlineshop lässt sie sich mit zahlreichen Bundles kaufen.

Für erfahrene Piloten: DJI Mavic 3E und 3T

Vom selben Hersteller soeben angekündigt: Die Modelle DJI Mavic 3E und Mavic 3T, die eine besondere Ausstattung wie eine Wärmebildkamera (3T) und einen Zubehöranschluss an Bord haben. Die Kamera unterstützt Punkt- und Flächentemperaturmessungen, Temperaturwarnungen, Farbpaletten und Isothermen und kann somit unter anderem Wärmequellen wie Lebewesen ausfindig machen. Der Preis für die beiden Drohnen steht noch nicht fest. Sie basieren indes auf der Mavic 3, die momentan auch hin und wieder reduziert verkauft wird. Hier liegen Top-Preise bei unter 1.600 Euro.

Für Profis: H850-RTK

Bereits seit einigen Wochen erhältlich, nun erstmalig für knapp unter 8.000 Euro, die H850-RTK des chinesischen Herstellers Yuneec. Der Bolide unter den Drohnen kann bis zu drei Kilo Gewicht aufnehmen und schafft Flugzeiten von bis zu 65 Minuten. Als maximale Flughöhe gibt der Hersteller 5.000 Meter an, ebenso sollen der Drohne Temperaturen zwischen -20 und 50 Grad nichts ausmachen.