Einkommensteuern -

Schreddern oder Archivieren Aufbewahrungsfristen von Rechnungen und Dokumenten

Aufräumen schadet nie, besonders nicht dann, wenn der Berg von Papieren auf dem Schreibtisch überquillt. Oft stellt sich in solchen Fällen aber die Frage „Kann das weg oder muss ich es für meine Unterlagen behalten?“ handwerk magazin erklärt zusammen mit Experten der ARAG Versicherung, welche Dokumente wie lange für Sie wichtig sind.

Themenseite: Steuerbescheid

Bei der Anzahl der Briefe und Papiere, die man täglich bekommt, ist es nicht immer einfach den Überblick zu behalten. Damit die Papierberge nicht zu groß werden, ist es wichtig, mindestens einmal im Jahr einen Blick in die Ordner zu werfen, um beispielsweise alte Kontoauszüge und Rechnungen auszusortieren. Achtung: Hierbei ist es aber wichtig zu beachten, dass einige Unterlagen länger aufbewahrt werden müssen als andere. In diesem Fall gilt also genau hinschauen, was weg kann – und was nicht. Was genau das ist, haben wir kurz zusammengefasst.

Auch Handwerkerrechnungen müssen gesammelt werden

Selbst für scheinbar Nebensächliches können offizielle Aufbewahrungsfristen bestehen. So sind Auftraggeber von Handwerkerleistungen beispielsweise nach § 14b Abs. 1 Satz 5 des Umsatzsteuergesetzes verpflichtet, Zahlungsbelege, Rechnungen oder andere beweiskräftige Unterlagen zwei Jahre lang aufzubewahren. Bereits seit 2004 betrifft diese Bestimmung alle Empfänger der entsprechenden Leistungen – egal ob Eigentümer oder Mieter – und damit letztendlich jeden Steuerzahler. Warum das alles? Das dient der verstärkten Bekämpfung von Schwarzarbeit und der damit zusammenhängenden Steuerhinterziehung.

Die wichtigsten Aufbewahrungsfristen

Damit Sie immer Bescheid wissen, wie lange Sie, welche Dokumente aufbewahren müssen, haben wir gemeinsam mit Experten der ARAG Versicherung eine Auflistung der verschiedenen Aufbewahrungsfristen mit Beispielen zu den jeweiligen Dokumenten gemacht. Auch wenn in Einzelfällen Ausnahmen gelten können, reicht es in der Regel aus, folgende Fristen einzuhalten:

Aufbewahrungsfristen
Ein Leben Lang · Standesamtliche Urkunden (z.B. Geburts- oder Heiratsurkunden, Sterbeurkunden von Angehörigen)
· Schul- und Hochschulzeugnisse, Berufsabschlüsse
· Ärztliche Gutachten
· Belege über vorhandenes Wohneigentum
Mindestens bis zum Eintritt der Rente · Unterlagen, die den beruflichen Werdegang dokumentieren (z.B. Arbeitsverträge, Kündigungen, Gehaltsabrechnungen, Sozialversicherungsnachweise)
Für die gesamte Laufzeit · Versicherungsunterlagen für jegliche Policen
· Unterlagen zu Finanz- und Vorsorgeprodukten (z.B. Tagesgeld, Lebensversicherung oder Sparplan)
Für die gesamte Gebrauchsdauer · Nachweise für die Hausratversicherung (z.B. Belege über Möbel, Elektronik oder Schmuck)
30 Jahre · Gerichtsurteile, Mahnbescheide, Kreditunterlagen
4 Jahre · Kontoauszüge oder Überweisungen (Bankunterlagen)
3 Jahre · Alte Mietverträge, Übergabeprotokolle, Kautionsquittungen
2 Jahre · Kassenbelege (Gewährleistungszeit in der Regel zwei Jahre)
· Handwerkerrechnungen (ausnahmsweise 5 Jahre bei der Errichtung von Bauwerken)

Unser Tipp für Sie:

Oftmals ist es sinnvoll, von wichtigen Dokumenten Kopien anzufertigen, um diese dann getrennt vom Original zu hinterlegen. Für den Fall eines Einbruches oder Hausbrandes, sollte man die Originale in einem Safe oder Bankschließfach sicher verwahren. Ebenso sollte man eine Liste mit allen wertvollen Einrichtungsgegenständen an einem sicheren Ort gut aufbewahren. Diese Aufstellung hilft laut Experten von ARAG der Hausratversicherung im Schadensfall, die Kosten bzw. den Verlust zu beziffern.

© handwerk-magazin.de 2018 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen