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Fachkräftemangel: Meister dringend gesucht

In einigen Bundesländern haben immer mehr Unternehmen Schwierigkeiten, Meister, Techniker und Fachwirte zu finden. Vor allem in der Metall- und Elektro-Industrie und im Bildungsbereich sind Fortbildungsabsolventen rar.

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Die Fortbildung zum Meister, Techniker oder Fachwirt ist nichts Neues, doch was vielen nicht klar ist, sind die damit verbundenen Vorteile. Denn die Aufstiegsfortbildung für Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung macht sich in mehrfacher Hinsicht bezahlt: starke Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt, guter Verdienst, nur selten arbeitslos.

Regionale Unterschiede

Allerdings gibt es große regionale Unterschiede. Aktuell sind von einer erschwerten Suche und Rekrutierung von Meistern, Technikern und Fachwirten gerade Unternehmen in Süddeutschland betroffen, wie das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln (IW) aktuell ermittelte.

In Baden-Württemberg kommen auf 100 gemeldete offene Stellen für Fortbildungsabsolventen nur 130 Arbeitslose – und da in der Regel nur jede zweite offene Stelle bei der Bundesagentur gemeldet wird, klafft eine beträchtliche Fachkräftelücke., so das IW.

Auch in Bayern, Rheinland-Pfalz und Hessen sind Fachkräfte mit Aufstiegsfortbildung so stark nachgefragt, dass es oft zu wenige Bewerber für entsprechende Jobofferten gibt.

Besonders eklatant sind die Engpässe in Süddeutschland im Sektor der Metall- und Elektro-Industrie, Gesundheit und Bildung: Knapp sind also beispielsweise Automatisierungs- und Elektrotechniker, aber auch Fachkrankenpfleger, oder Meister der Hörgeräteakustik. In der M+E-Industrie kommen in einigen südlichen Bundesländern weniger als 100 Arbeitslose auf 100 gemeldete offene Stellen für Fortbildungsabsolventen.

Wie Betriebe Fachkräfte binden und finden

Machtlos sind die Unternehmen angesichts dieser Fachkräfteengpässe aber nicht. Sie können sogar an mehreren Stellschrauben drehen, um gefragte Spezialisten ans Unternehmen zu binden. Hier die aktuellen Empfehlungen des IW:

  • Qualifizierung der Mitarbeiter: Unternehmen sollten Mitarbeiter unterstützen, die eine Aufstiegsfortbildung absolvieren – zum Beispiel indem sie sie von der Arbeit freistellen oder sich an den Lehrgangs- und Prüfungskosten beteiligen. Dank der verbesserten Bedingungen des Meis­ter-Bafögs dürften sich zudem künftig mehr Gesellen und Berufserfahrene für eine Meisterausbildung entscheiden.
  • Rekrutierungswege ausweiten: Insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen kann es hilfreich sein, die Suche nach neuen Mitarbeitern überregional anzugehen. Potenziellen Kandidaten sollte dann sinnvollerweise auch Unterstützung angeboten werden – etwa beim Umzug oder bei der Suche nach einer Arbeitsstelle für den Partner.
  • Digitalisierung nutzen: Vor allem in Bereichen, in denen voraussichtlich noch längere Zeit Fachkräfte fehlen werden, sollten Unternehmen stärker in die Digitalisierung inves­tieren: Wenn Computer und Maschinen nämlich einen größeren Teil der Tätigkeiten von Fortbildungsabsolventen erledigen, können gezielt solche Spezialisten entlastet werden, die auf dem Arbeitsmarkt rar sind. Auf diese Weise kann ein Unternehmen mit derselben Zahl von Fachkräften mehr Aufträge annehmen und ausführen. Besonders geeignet ist die Übernahme von Tätigkeiten durch computergesteuerte Maschinen für Fortbildungsberufe in der Automatisierungstechnik und der Elektrotechnik.

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