Hallen- und Werkstattbau | Gebäude in Modul- oder Systembauweise sind schnell erstellt, preiswert und trotzdem individuell und auch in Sachen Energiesparen auf dem neuesten Stand.
Schnell und preiswert bauen
Die Anforderungen sind klar: kurze Bauzeit, schnelle Realisierung, attraktive Erscheinung, lange Haltbarkeit, gut zu erweitern und ein günstiger Preis. Was sich wie die Wunschliste eines Bauherrn liest, ist gleichzeitig das Credo der Anbieter von flexiblen Hallen- und Werkstattkonzepten in Modul- und Systembauweise. Da werden dann schon mal 760 Quadratmeter Modulbüro in einer Werkshalle in 14 Tagen realisiert, wie durch die Strunz & Strunz Modulbau GmbH in Würzburg. Auf der Internetseite des innovativen Bauunternehmens ist dieser Auftrag genau dokumentiert: „Anfrage am 14.01.2004 – Angebot am 15. 01.2004 – Auftragsvergabe am 16.01. 2004 – Arbeitsbeginn am 19.01.2004. Fertigstellung 31.01 2004“. Ohne Zweifel ein Extrembeispiel, aber die Branche unterstreicht den Zeitvorteil: Man benötige bei vergleichbaren Projekten nur rund die Hälfte der Bauzeit gegenüber konventioneller Bauweise.
Aber die Vorurteile sitzen tief. Modulbauten seien doch nur gestapelte Container, sagt die Konkurrenz. Was die Modulbauer nicht gelten lassen: „Wir erreichen dieselbe Qualität wie beim Massivbau.“ Viele Referenzen geben ihnen Recht: sei es der komplette Bürotrakt für ein Speditionszentrum, ein Kindergarten, ein Bürostockwerk auf einem bestehenden Gebäude. Neben der Zeitersparnis können die Modul- und Systembauer Kostenvorteile von 20 bis 30 Prozent anführen.
Deutlich preiswerter
Da setzt auch Michael Weik von der Graeff Container- und Hallenbau GmbH in Mannheim an. „Grob kalkulieren kann man unsere Systeme für den Hallenbau mit 250 Euro pro Quadratmeter, bei einer Kombianlage aus Halle und Bürocontainer mit 600 Euro pro Quadratmeter“, rechnet er vor. Bei konventioneller Bauweise fallen schnell 1000 bis 1200 Euro pro Quadratmeter an.
„Die Kosten sind ein wichtiges Argument für den Handwerker“, aber die Kostenseite besitze eine größere Dimension als nur die Anschaffung, erläutert der Vertriebsmann der Mannheimer. Die schnelle Realisierung spare Kosten. „Ab dem Zeitpunkt der Baufreigabe und des Abrufs der Halle bei uns beträgt die Lieferzeit sechs bis acht Wochen“, so Weik. Auch der Bau der neuen Gebäude ist in einer knappen Woche realisiert. Konventionelle Bauweise dauert allemal drei bis sechs Monate. Die gesamten Konstruktionen der Graeff Hallen sind geschraubt. Schweißarbeiten fallen auf der Baustelle nicht an. Auf Wunsch des Kunden rüstet Graeff die Hallen statt mit Endbindern am Ende der Halle mit laufenden Bindern aus. Die Halle kann dann im Rastermaß jederzeit kostengünstig verlängert werden.
Bei Handwerksbetrieben stehen vor allem zwei Graeff-Produkte hoch im Kurs: die Compacthalle „Die Helle“ und die Kombianlage aus Halle und Bürocontainer. Die Compacthalle ist mit durchlaufenden Lichtbändern auf beiden Längsseiten bestückt. Somit fallen keine gesonderten Kosten für die Beleuchtung mit einem teuren Firstband an. Für die Kombianlage aus Bürocontainer und einer Halle kann Weik eine stolze Referenzliste vorweisen. Darauf finden sich Kfz-Handwerker, Reifenhändler und viele Gewerke aus der Baubranche. Halle und Bürocontainer als Kombination sind jederzeit umsetzbar oder erweiterbar.
Als Beispiel führt Weik die Kombination einer Halle mit dem Bürocontainer Expo Pavillon 3001 an. Gemeinsam mit dem Reifenhändler Premio habe die Graeff GmbH das System auf die Bedürfnisse des Reifenhandels angepasst. Mit diesem Pavillonsystem könne der Kunde in kürzester Zeit seine Bauvorhaben realisieren. Graeff stellt alle notwendigen Baueingabenunterlagen – Statik, Planzeichnungen, Fundamentpläne und Wärmeberechnung nach der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV 2007) – zur Verfügung. In Eppelheim in der Nähe von Heidelberg realisierte Graeff kürzlich eine Kombianlage, die schon im Vorgriff auf die EnEV 2009 mit PU-Sandwichpaneelen von 120 Millimeter für das Dach und 80 Millimeter für die Wand ausgerüstet wurde. Der Eigentümer – ein Kfz-Betrieb mit Reifenhandel und Tankstelle – orderte für die Gebäude zudem eine Fußbodenheizung, die durch eine Wärmepumpe betrieben wird. Das nach Süden ausgerichtete Pultdach soll demnächst mit einer Fotovoltaikanlage ausgerüstet werden.
Mit Sonnenenergie
Natürlich spielt das Thema Energie auch im Gewerbebau eine immer größere Rolle. Neben der Halle mit Lichtbändern, die an Beleuchtung spart, bietet Graeff auf Kundenwunsch alternative Energietechnik an. In die Kombianlagen können schon werksseitig Wärmepumpen, Fotovoltaikanlagen oder Anlagen für Solarthermie eingebaut werden.
Die Flexibilität der Graeff-Hallen zeigte sich 2007 auf einem ganz anderen Gebiet. 28 Graeff-Hallen des Typs „Transfer 2000“ nutzen deutsche Soldaten in „Camp Marmal“ im Norden Afghanis-tans seitdem für Lagerhaltung sowie Instandhaltung von Luftfahrzeugen. Heinrich Graeff, Geschäftsführer der Graeff Container- und Hallenbau GmbH: „Wir können unsere Produkte kostengünstig herstellen, denn sämtliche Komponenten werden in Großserie produziert. Die Teile sind kurzfristig abrufbar, werden innerhalb weniger Tage geliefert und von einem erfahrenen Team von Fachmonteuren aufgebaut.“ Was laut Vertriebsmann Weik derzeit auch viele Kommunen bei Graeff anklopfen lässt. Viele Schulen müssen saniert und erweitert werden. Beispielsweise verlange der Ganztagsbetrieb oft schnelle Erweiterungsbauten, die die Container- und Hallenbauer in kurzer Zeit aufstellen.
Wer bei der äußeren Erscheinung seines Firmengebäudes individuelle Ansprüche verwirklichen möchte, sollte sich auch bei anderen Lieferanten umsehen. „Systembau bedeutet für uns mit Standardbauteilen individuelle Ansprüche der Handwerker zu verwirklichen“, sagt Peter-Wolf Dammer von der Peter Dammer GmbH & Co. KG in Nettetal. Mehr Standard bringe nichts, meint der Vertreter des Bauunternehmens. „Wir konzeptionieren nach den Wünschen der Kunden, denn gerade die Gebäude eines Unternehmens müssen deren Auftrag und Bedürfnissen entsprechen“. Der Stahlbauer aus Nettetal konnte diesen Anspruch bei seinem Kunden „Gebab“ in Meerbusch demonstrieren. Die Firmenzentrale des Unternehmens, das mit Schiffsbeteiligungen sein Geld verdient, wirkt mit seiner Stahl-Glas-Fassade wie ein Schiffsbug.
Hartmut Kowsky-Kawelke
reinhold.mulatz@handwerk-magazin.de
