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Justiz: Die 25 wichtigsten Urteile für Handwerker

Überstunden

Duldung gefährlich. Arbeitgeber, die die Ableistung von Überstunden sehenden Auges hinnehmen, müssen im Streitfall damit rechnen, dass Mitarbeiter hohe Nachforderungen stellen. So hat das Landesarbeitsgericht Mecklenburg-Vorpommern einer Mitarbeiterin die nachträgliche Vergütung von 150 Überstunden zugestanden. Diese hatte lediglich eine schriftliche Aufstellung der geleisteten Arbeitsstunden eingereicht. Die Richter meinten, der Arbeitgeber hätte aktiv Vorkehrungen treffen müssen, um die Überstunden zu vermeiden. Ulrike Bischof, Anwältin bei Baker & McKenzie: „In der Praxis wird es für die Arbeitnehmer einfacher, auf Überstundenvergütung zu klagen. Es bleibt abzuwarten, welche Anforderungen die Gerichte an die Verhinderungsmöglichkeiten der Arbeitgeber stellen werden.“

Krankmeldung

Abmahnung. Feiert ein krankgeschriebener Mitarbeiter kräftig im Kölner Karneval mit, ist es nur allzu menschlich, wenn der Chef rot sieht und ihm fristlos kündigt. Juristisch ist das allerdings unklug, wie ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Köln zeigt (Az.: 11 Sa 407/13). Der Arbeitnehmer war nämlich wegen psychischer Probleme krankgeschrieben worden. Deshalb hatte der Arzt den Besuch der Karnevalsveranstaltung ausdrücklich unterstützt. Resultat in dem Arbeitsprozess: Das Gericht hielt die Kündigung für unwirksam. Es fehlte die vorherige Abmahnung. „Sobald die Gesundheit und die Genesung gefährdet werden, darf ein Arbeitgeber kündigen. Beim Vortäuschen einer Krankheit in der Regel ohne Abmahnung – bei genesungswidrigem Verhalten sollte zuvor eine Abmahnung erfolgen“, rät Anwalt Gregor Dornbusch, Partner bei Baker & McKenzie.

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