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Jahresumsatz: Handwerk vergangenes Jahr deutlich im Plus

Laut jüngst veröffentlichter Zahlen des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung konnte das zulassungspflichtige Handwerk den Jahresumsatz 2014 insgesamt um 2,4 Prozent steigern. 2013 musste noch ein Minus von 0,8 Prozent verbucht werden.

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Sowohl das zulassungspflichtige, als auch das zulassungsfreie Handwerk dürfen sich über die aktuellen Wirtschaftszahlen des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) freuen: Wie das Essener Institut am Montag mitteilte, legte das zulassungspflichtige Handwerk 2014 um 2,4 Prozent zu, das zulassungsfreie Handwerk sogar um 2,9 Prozent. Grund hierfür seien vor allem der demografische Effekt und die verbesserte Einkommenslage privater Haushalte – die größten Zuwächse erzielten folgerichtig die Gesundheitsgewerke und die Gewerke für den privaten Bedarf. Einziger Wermutstropfen ist das Zurückbleiben hinter der Gesamtwirtschaft: Diese konnte vergangenes Jahr sogar ein Umsatzplus von 3,4 Prozent erreichen.

Wachstumsmotor Gesundheitshandwerker und Handwerker für privaten Bedarf

Die größten Umsatzzuwächse konnten die Gesundheitsgewerke verzeichnen: Branchen wie Augenoptiker, Hörgeräteakustiker und Orthopädietechniker legten insgesamt um 5,6 Prozent zu. Auch die Gewerke für den privaten Bedarf steigerten ihren Umsatz um starke 3,6 Prozent. Zu diesen zählen beispielsweise Friseure und Schornsteinfeger.

Sorgenkind Lebensmittelhandwerk

Das Lebensmittelhandwerk konnte nur einen unterdurchschnittlichen Umsatzzuwachs von 0,8 Prozent verbuchen. Zudem müssen Bäcker, Konditoren und Fleischer einen Preisanstieg von 1,3 Prozent für Brot und Getreideerzeugnisse verkraften, was den realen Umsatz laut RWI sogar ins Minus drücken dürfte. Immerhin bedeutet der Wert im Vergleich zu 2013 eine Steigerung um 0,7 Prozent – damals lag der Umsatzzuwachs nur bei 0,1 Prozent.

Beschäftigtenanzahl stabil

Gegenüber 2013 blieb die Anzahl der Beschäftigten weitestgehend stabil: Die Zahl der Handwerker sank um 0,1 Prozent auf 5,38 Millionen. Positiv entwickelten sich dabei die Beschäftigtenzahlen der Gesundheitsgewerke mit einer Steigerung um 0,9 Prozent, der Gewerke für den gewerblichen Bedarf mit einem Zuwachs von 0,6 Prozent und das Ausbaugewerbe mit einem Plus von 0,5 Prozent. Negativ entwickelte sich dagegen das Kraftfahrzeuggewerbe mit einem Minus von 0,2 Prozent und Gewerke für den privaten Bedarf, die trotz ihrer Umsatzsteigerung vergangenes Jahr 1,6 Prozent weniger Beschäftigte vorweisen konnten. Die Mitarbeiterzahl im Baugewerbe blieb unverändert.

Ausblick: 2015 wächst das Handwerk weiter

Für das laufende Jahr gehen die Essener Wirtschaftsforscher von einer Umsatzsteigerung von zwei bis 2,5 Prozent aus. Der Wert liege damit wahrscheinlich zwar knapp unter dem Wachstum von 2014, passe sich aber an die erwartete gesamtwirtschaftliche Entwicklung an. Überhaupt seien die Zahlen des Handwerks sehr erfreulich: „Nach zwei Jahren mit Einbußen ist das vergangene Jahr mit einer Steigerung von 2,4 Prozent vergleichsweise erfolgreich verlaufen“, so der RWI-Experte Wolfgang Düring. 2013 hatte das zulassungspflichtige Handwerk noch ein Minus von 0,8 Prozent zu beklagen.

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