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Studie "ARAG Trend 2018" Immer mehr Deutsche sind begeisterte App-Nutzer

Die Zahl der App-Nutzer steigt stetig. Hierzulande sind Apps sogar so beliebt, dass die Deutschen zu den aktivsten Nutzern in Europa gehören. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala: WhatsApp und Facebook. Aber auch Kunden-Apps sind nur noch schwer aus dem Alltag wegzudenken.

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Eigentlich gibt es sie erst seit zehn Jahren, aber trotzdem kann sich kaum einer vorstellen, wie das Leben damals ohne sie war: Mini-Anwendungen für das Mobiltelefon, auch Applications oder kurz Apps genannt. Die Deutschen gehören sogar zu den aktivsten App-Nutzern in ganz Europa. Die ARAG Versicherung wollte im Rahmen ihrer allgemeinen Markt- und Gesellschaftsforschung heraus finden, wer welche Anwendung am liebsten und wie häufig nutzt. In Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Kantar TNS wurden hierzu 1000 Deutsche befragt. Das repräsentative Ergebnis: Apps gehören für die ganz große Mehrheit der Deutschen zum Alltag, aber Geld ausgeben wollen sie dafür eher nicht.

Wer nutzt Apps auf welchem Endgerät?

Die Anzahl der Smartphone-Nutzer in Deutschland wächst in rascher Geschwindigkeit. Bis 2022 soll es aut Statista-Prognosen etwa 65 Millionen deutsche Smartphone-Nutzer geben. Und damit steigt voraussichtlich auch die Nutzung von Apps auf dem Handy enorm an. Denn von 80,7 Prozent der Befragten, die überhaupt Gebrauch von Software-Anwendungen machen, nutzen 76,2 Prozent diese mit dem Smartphone. Die Zahlen der App-Nutzer eines Tablets oder Laptops liegen lediglich bei 42,5 Prozent. Eine noch geringere Prozentzahl der Deutschen, nämlich 24 Prozent, nutzen Apps auf ihrem Desktop-Computer.

Ein interessanter Punkt ist aber vorallem das Alter der App-Nutzer. Zu den fleißigsten von ihnen gehören die 14- bis 29-Jährigen. In dieser Altersgruppe nutzen 97,0 Prozent Software-Anwendungen. Bei der App-Nutzung gilt zwar ‚Je älter, desto weniger Nutzer‘, doch auch bei den über 60-jährigen Befragten sind es immerhin noch 61,6 Prozent, die Apps nutzen. Betrachtet man diese Zahlen aus der Sicht des Handwerks, so könnte man daraus schließen, dass die junge Generation in Zukunft besonders über das Mobiltelefon und die Apps am besten erreichbar ist. Wer sich also Gedanken um die Kundengewinnung macht, sollte sich mit der Thematik "Apps" auseinandersetzen.

Die Favoriten unter den Anwendungen

App Nutzung in Deutschland

Wie sollte es anders sein, aber zu den klaren Siegern - mit 92,6 Prozent - zählen die so genannten Messenger-Apps. Mit diesen werden zum Beispiel Bilder, Videos oder Sprachnachrichten verschickt. Laut aktueller ARAG Umfrage erfreuen sich Dienste wie WhatsApp, Facebook, Instagram & Co vor allem bei der jüngeren Generation größter Beliebtheit. Stolze 98,2 Prozent der 14- bis 29-Jährigen nutzen diese Messenger-Dienste. In der Gruppe der 30- bis 39-Jährigen sind es immerhin noch 96,2 Prozent - aber selbst bei den über 60-Jährigen ist die Quote mit 76,9 Prozent der Befragten nicht zu unterschätzen.

Nicht nur die Messenger-Dienste sind aus unserem täglichen Gebrauch nicht mehr wegzudenken: An zweiter Stelle der Beliebtheitsskala stehen Service-Apps, beispielsweise für Wettervorhersagen oder mit Reise- oder Restaurant-Tipps. Im Mittelfeld befinden sich Multimedia- (69,3 Prozent) oder Nachrichten-Apps (62,4 Prozent). Spiele-Apps werden mit 51,4 Prozent nur von jedem zweiten Befragten genutzt. Auch hier ist die Gruppe der jungen Nutzer bis 29 Jahre mit 61,8 Prozent erwartungsgemäß am stärksten vertreten. Shopping-Apps, zum Beispiel von Amazon oder Zalando, gewähren 44,6 Prozent aller Nutzer per Smartphone oder Tablet Zugriff auf fast alles, was das Konsumentenherz begehrt.

Für Apps möchten die wenigstens bezahlen

Neben zahlreichen kostenlosen Apps, gibt es in den App-Stores auch kostenpflichtige Anwendungen. Allerdings setzen die meisten Befragten (95,7 Prozent) lieber auf die kostenfreien Angebote oder nutzen die bereits vorinstallierten Programme auf dem Gerät (74,6 Prozent). Nur jeder Dritte ist bereit, für Apps zu bezahlen. Die Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen ist noch am ehesten dazu bereit, Geld für Apps auszugeben (37,6 Prozent). Interessant: Bei Männern scheint das Geld offenbar lockerer zu sitzen. Während bei den Herren 34 Prozent schon mal für eine App bezahlt haben, sind es bei den Damen nur 25,4 Prozent.

Spannend ist auch, dass Frauen bei Kunden-Apps eher zurückhaltender als die Männer sind. Während bei Frauen nur 30,0 Prozent Anwendungen von beispielsweise der eigenen Bank oder Versicherung nutzen, sind es beim vermeintlich starken Geschlecht 47,1 Prozent. Insgesamt nutzen aber immerhin schon 39,4 Prozent der Befragten solche Unternehmens-Anwendungen.

App-Verhalten unterscheidet sich regional

Aber nicht nur beim Geschlecht erkennt man verschiedene Nutzungsmuster - auch regional gibt es Unterschiede. Die Lieblingsanwendung der Bewohner aus Mecklenburg-Vorpommern ist ganz eindeutig die Messenger-App (99,8 Prozent). Der Nordrhein-Westfale scheint eher ein "Gamer-Typ" zu sein: Spiele-Apps sind hier mit 61,6 Prozent weiter verbreitet als im Landesdurchschnitt. Der Berliner hingegen zählt eher zu den "Shoppern". Denn hier nutzt mehr als jeder zweiter Befragte (58,6 Prozent) Shopping-Apps.

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