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Hackschnitzel SHK-Unternehmer setzt auf Biomasse

Die Firma Mack hat den Schlüssel zur Energiewende in der Hand. Mit Hackschnitzeln erzeugt sie energieautark Fernwärme.

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Hackschnitzel sind die Leidenschaft des ­Sänitärbetriebs Mack in Grafenrheinfeld. Ludwig Mack hat den Betrieb 1991 mit seiner Frau Doris gegründet, die ihrem Mann bei den Unternehmungen „immer den Rücken frei hält“, sagt Sohn Andreas stolz. Ludwig ist mittlerweile ein Pionier in der praktischen Umsetzung der Energiewende. „Mein Vater wird in unserer Region der Hackschnitzelpapst genannt, weil er der Erste war, der mit Holz energieautark Fernwärme produziert hat“.

Aktuell versorgt der unterfränkische Betrieb mit drei Hackschnitzelheizungen große Teile der Gemeinde mit Energie. Die hölzernen Schnitzel trocknen die Macks in einer Biogasanlage, um sie dann zu verfeuern.

100 Hektar Wald für Produktion der Hackschnitzel

Nachdem Ludwig Mack erkannt hatte, dass eine gleichbleibend hohe Qualität des Rohstoffes von den Lieferanten nicht immer gewährleistet werden kann, kaufte er vor drei Jahren rund 100 Hektar Wald für die eigene Produktion von Hackschnitzeln, Pellets und Scheitholz. Um die Anbaufläche möglichst ertragreich nutzen zu können, haben Vater Ludwig und seine beiden Söhne Andreas und Frederic nach irischem Vorbild Pappelkulturen angebaut, die in drei bis zehn Jahren erntereif sein sollen.

Wärme und Strom aus Holz

Die zur Holzverarbeitung notwendigen Maschinen hat Mack senior selbst entwickelt und gebaut, die Finanzierung über die Bank war dank eines ausgefeilten Businessplans und dem zukunftsträchtigen Geschäftsfeld kein Problem. Komplizierter war es da schon, die örtlichen Gemeinderäte von der Einführung eines alternativen Wärmenetzes zu überzeugen. Ein ganzes Jahr hat es gedauert, bis die Fernwärme an das regionale Netz gehen konnte.

Die Macks planen, die wegfallende Stromenergie aus der Kernkraft zum Teil mit einem Holzvergaser KWK (Kraft-Wärme-Kopplung) zu kompensieren. „Sowohl Wärme, als auch Strom können hiermit aus Holz erzeugt werden“, so Mack junior weiter. Habemus Energiewende!

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