Betrieb -

Arbeitsrechtlich verpflichtend Gefährdungsbeurteilung von psychischen Belastungserscheinungen

Viele Führungskräfte wissen noch immer nicht um die Notwendigkeit der Psychischen Gefährdungsbeurteilung (PGB) und den damit verbundenen Auswirkungen für ihr Unternehmen. Dabei wird es ab dem 1. Januar 2018 verstärkt Kontrollen zur Durchführung der Psychischen Gefährdungsbeurteilung geben,

Themenseite: Arbeitsschutz und Gesundheit

Ob Großkonzerne, mittelständische Unternehmen oder Kleinbetriebe ab einem Mitarbeiter: Die regelmäßige fachkundige Gefährdungsbeurteilung von psychischen Belastungserscheinungen ist fortan arbeitsrechtlich verpflichtend. Sofern die Überprüfung der Gefährdungsbeurteilung für den Betrieb ansteht, werden die kontrollierenden Aufsichtspersonen darauf achten, dass auch der Punkt 6 im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung überprüft wurde und somit die Beurteilung der psychischen Belastung am Arbeitsplatz stattgefunden hat.

Offizielle Aufsichtsbehörden, wie beispielsweise das Gewerbeaufsichtsamt, die Berufsgenossenschaft, die jeweilige Krankenversicherung, der Inspektionsdienst Arbeitsschutz oder die Rentenversicherung überprüfen die Bescheinigung der Psychischen Gefährdungsbeurteilung (PGB) in regelmäßigen Abständen. Fehlen die notwendigen Bescheinigungen bzw. die Dokumentationsunterlagen der Durchführung der PGB inklusive Ergebnisbericht und geplanter Maßnahmen, wird die Nichtumsetzung mit Geldbußen geahndet.

Verstärkte Kontrollen der Psychischen Gefährdungsbeurteilung

Ab dem 1. Januar 2018 finden verstärkt Kontrollen zur Durchführung der Psychischen Gefährdungsbeurteilung statt. Die am 1. Januar 2014 in Kraft getretene Erweiterung, um Nummer 6 des Artikels 5 aus dem Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit (Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG) sind für jeden Arbeitgeber und Arbeitnehmer arbeitsrechtlich verpflichtend.

Was bedeutet das Inkrafttreten der PGB konkret für Unternehmen?

  • Die PGB betrifft jeden Arbeitgeber und Arbeitnehmer
  • Der Arbeitgeber ist zur Durchführung der PGB im Rahmen des Arbeitsschutzes gesetzlich verpflichtet
  • Neben der bisherigen physischen Gefährdungsbeurteilung wird die psychische Gefährdungsbeurteilung ab dem 01.01.2018 verstärkt kontrolliert, spätestens in Kombination mit der fälligen physischen Gefährdungsbeurteilung

Welche Faktoren gelten als psychische Belastungen?

  • Stress durch zu hohe Belastung am Arbeitsplatz (Zeitmanagement, fachliche Überforderung, Arbeitsüberlastung, etc.)
  • Mobbing durch Kollegen oder Vorgesetzte
  • Kommunikationsstörungen im Unternehmen
  • Zu wenig Anerkennung der erbrachten Leistung, mangelnde Wertschätzung
  • Überlastung durch Häufung der Krankheitstage von Kollegen, Überstunden
  • Unverhältnismäßiges Delegieren von Aufgaben
  • Gesundheitsunfreundliches Mobiliar

Hilfe bei der Durchführung der PGB

„Aktuell herrscht in vielen Betrieben leider noch immer Unwissenheit über die Notwendigkeit zur Durchführung der PGB. Gemeinsam mit unserem Partner next:decision bieten wir Unterstützung, analysieren und prüfen gemäß den gesetzlich vorgegebenen Grundlagen bestehende Strukturen sowie potentielle Gefährdungen in Unternehmen, um zukünftige Arbeitsunfähigkeiten zu verringern und die Gefahr einer Unternehmenshaftung aufgrund grober Fahrlässigkeit zu vermeiden“, sagt Niklas Dorandt, Vorstand der Pro Management AG.

Optimierung der Gesundheitsquote durch eine verbesserte Führungskultur

Besteht nach der Analyse weiterer Handlungsbedarf, um das Führungsteam für den Bereich Gesundheit zu sensibilisieren, vermittelt unser Führungskräftetraining „Gesund Führen“ Maßnahmen und Instrumente, um den Krankenbestand durch eine neue Führungskultur zu minimieren. „Mit unseren Instrumenten und Handlungsempfehlungen agieren Ihre Führungskräfte zielführend mit Ihren Mitarbeitern, erkennen rechtzeitig Stressauslöser und Anzeichen von Burnout sowie andere mögliche Faktoren“, so Niklas Dorandt weiter.

Zu den Autoren: Die Pro Management AG ist spezialisiert auf maßgeschneiderte, nachhaltige Trainings in den Bereichen Vertrieb, Führung, Kommunikation und Persönlichkeit.

© handwerk-magazin.de 2018 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen

Christian Sprotte

Mit psychischen Belastungen umgehen

Der Beitrag behandelt tatsächlich ein wichtiges Thema. Psychische Belastungen für die Beschäftigten zu reduzieren, wird von Unternehmen zunehmend als Erfolgsfaktor erkannt. Ein erster Schritt dazu ist stets die Beurteilung der vorhandenen Belastungen. Seit 2013 sind psychische Belastungen auch in der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen. (Es gibt keine eigenständige „Psychische Gefährdungsbeurteilung“.)
Nicht erst seit Beginn diesen Jahres, sondern bereits seit Inkrafttreten der um die psychischen Belastungen erweiterte Gefährdungsbeurteilung im Jahr 2013 informiert der Aufsichtsdienst unserer Berufsgenossenschaft die Unternehmen über die gesetzliche Forderung. Dabei steht entsprechend unseres gesetzlichen Auftrages nicht die Kontrolle, sondern die Beratung und Hilfestellung zur methodischen Umsetzung im Vordergrund. Dies ergänzen wir durch Veröffentlichung in unseren Publikationen sowie durch Medien.
Entscheidend ist auch nicht die Dokumentation, sondern die Umsetzung von Maßnahmen, um die Arbeit sicher zu machen sowie die mentale und körperliche Gesundheit der Beschäftigten zu schützen
Die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) hat für Ihre Mitgliedsbetriebe praxisnahe Werkzeuge entwickelt, die auch unterschiedliche Betriebsgrößen berücksichtigen.
Die wichtigsten Infos sind im Internet zu finden.
http://www.bgetem.de/arbeitssicherheit-gesundheitsschutz/themen-von-a-z-1/psychische-belastung-und-beanspruchung

Dazu gehören auch eine Reihe von vertiefenden Medien:
http://www.bgetem.de/arbeitssicherheit-gesundheitsschutz/themen-von-a-z-1/psychische-belastung-und-beanspruchung/medien-zu-psychische-belastung-und-beanspruchung

Und sogar ein Werkzeug, um sehr einfach Mitarbeiterbefragungen durchzuführen: http://www.bgetem.de/arbeitssicherheit-gesundheitsschutz/themen-von-a-z-1/psychische-belastung-und-beanspruchung/gemeinsam-zu-gesunden-arbeitsbedingungen-beurteilung-psychischer-belastung

Christian Sprotte
Pressesprecher
Stellv. Leiter der Abteilung Kommunikation/Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 221 3778-5521 (Zentrale: - 0)
Telefax: +49 221 3778-25521
Mobil: +49 175 260 73 90
E-Mail: sprotte.christian@bgetem.de
Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse
Gustav-Heinemann-Ufer 130
50968 Köln
www.bgetem.de

Minderjahn

Gefährdungsbeurteilung

Wer analysiert denn dann die Führungskräfte, oder den Handwerksmeister der ein Kleinunternehmen führt. Damit er oder sie weiterhin die Anstrengungen für die Erhaltung der Arbeitsplätze ohne Belastung erfolgreich fortführen kann?