Technologietransfer -

Technologietransferpreis 2017 Erfindungen mit Erfolgsgarantie

Den Technologietransferpreis 2017 (Seifriz-Preis) von handwerk magazin bekommen drei Betriebe und ihre Partner für Erfindungen, auf die der Kunde gewartet hat. Drei Entwicklungen, die durch die Zusammenarbeit von Handwerksbetrieben und Wissenschaftseinrichtungen entstanden sind und zur Marktreife gebracht wurden, erhielten ein Gesamtpreisgeld von 15.000 Euro.

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Der Seifriz-Preis wird als Technologietransfer-Wettbewerb vom handwerk magazin zusammen mit der Steinbeis-Stiftung und der Signal Iduna Gruppe Versicherungen und Finanzen bundesweit veranstaltet. Er wird vom Verein Technologietransfer Handwerk organisiert und vom Baden-Württembergischen Handwerkstag sowie dem Zentralverband des Deutschen Handwerks unterstützt.

Der Abschleppkönig

Immer wieder ärgerten sich Kfz-Meister Josef Vorndieck, aber auch seine Kunden, wenn er zu einem Pannenfahrzeug gerufen wurde, dieses aber nicht vor Ort reparieren konnte und deshalb einen Abschleppdienst organisieren musste. „Für den Kunden war das umständlich und teuer, und ich habe auch viel Zeit vergeudet“, so Vorndieck.

Also machte er sich auf die Suche nach einer Lösung: Eine Abschleppvorrichtung, die man einfach am Pkw mitführt und bei Bedarf schnell umbaut, um ein liegengebliebenes Fahrzeug zu bergen. Klingt einfach, aber erst nach drei Jahren Entwicklungszeit und 350.00 Euro Kosten war der Car Caddy serienreif. Dass die Kunden auf so eine Lösung gewartet haben, zeigen die Anfragen von Autoherstellern, Automobilclubs und sogar der Polizei.

Der Heizungssanierer

Auch bei Heizungsbaumeister Karim Kudsi war der Kundenwunsch Antrieb für seine Innovation. Undichte Kunststoffleitungen in älteren Fußbodenheizungen konnten nicht repariert werden, sondern meist musste der Fußboden aufgestemmt und die Leitungen neu verlegt werden. Ein Grauen für jeden Hausbesitzer!

Doch die können aufatmen. Nach zwei Jahren Entwicklungszeit und einer halben Million Euro kosten saniert Kudsi jetzt Fußbodenheizungen, in dem er die Leitungen von innen mit einem speziellen Epoxisharz beschichtet. Weil das keinen Dreck macht, das Haus nicht zur Baustelle wird und obendrein alles nur ein Drittel so viel kostet wie ein Komplettausbau, stehen die Kunden jetzt in der Warteschlange.

Der Fahrzeugbauer

Daniel Hemkers „Kunde“ war die EU. Sie wollte im Rahmen des Forschungsprojekts „TelliSys“ den Warenverkehr auf Straße und Schiene optimieren. Das Fahrzeugbauunternehmen Wecon, dessen Geschäftsführer Hemker ist, entwickelte dafür einen Container für Lkw und Bahn, der 50 Prozent mehr Ladekapazität hat als ein herkömmlicher Behälter. Kunde EU war sehr zufrieden, die Speditionen und Lkw-Hersteller sind es auch. Hemker schätzt das Marktvolumen für die Innovation auf bis zu zehn Millionen Euro.

Wie immer beim Seifriz-Preis kamen diese Erfindungen nur mit wissenschaftlicher Unterstützung zustande. Näheres lesen Sie in der Novemberausgabe des handwerk magazins.

Überreicht wurden die Preise im FZI House of Living Labs in Karlsruhe von Professor Johann Löhn, Präsident der Steinbeis-Hochschule Berlin und Vorsitzender der Jury sowie den Preisgeldsponsoren Thomas Gräßle, Regionalleiter der Organisationsdirektion Süd der Signal Iduna Gruppe, und Reinhold Mulatz, Redakteur des handwerk magazins.

Die nächste Ausschreibung für das 30. Jubiläum 2018 beginnt bereits i m Dezember 2017.

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