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Datenverwaltung Cloud oder On-Premise? Die Gretchenfrage für Handwerkschefs

Lange Zeit galt On-Premise als beste Lösung, um Daten sicher aufzubewahren. Doch die Meinung kippt: Die Cloud ist jüngst immer mehr im Gespräch – und soll sich zum Standard in Betrieben sowie auch in Unternehmen entwickeln. Die Vorteile sprechen für sich: ständige Verfügbarkeit, geringer Kostenaufwand und unkomplizierte Handhabe.

Topic channels: TS Cloud Computing, TS IT-Trends und TS IT-Sicherheit

Cloud Computing wird immer mehr zum Motor der Digitalisierung – so zeigt es die Umfrage "Cloud Monitor 2020" des Digitalverbands Bitkom mit der Beratung KPMG. Danach nutzten drei von vier Unternehmen (76 Prozent) im vergangenen Jahr Rechenleistungen aus der Cloud – im Vorjahr waren es 73 Prozent. „Cloud-Anwendungen haben sich in der gesamten Wirtschaft durchgesetzt. Die Unternehmen haben verstanden, dass Cloud-Computing eine grundlegende Technologie für das Geschäft von morgen ist“, sagt Dr. Axel Pols, Geschäftsführer von Bitkom Research.

Dabei setzt sich insbesondere die Public Cloud durch, denn sie hat einen großen Vorteil: Im Gegensatz zu einer On-Premise-Lösung, die in Unternehmen oder Betrieben selbst verankert ist, oder einer Private Cloud, die unternehmensintern angesiedelt ist, gelingt es über die überall verfügbare Public Cloud auch von unterwegs aus auf alle wichtigen Informationen zuzugreifen. Außerdem können Unternehmen und Betriebe darüber auch gezielt neue digitale Technologien nutzen, wie zum Beispiel das Internet der Dinge: Dieser Vernetzungsgrad unter einzelnen Geräten und Maschinen gelingt nur über Systeme, die überall verfügbar und nutzbar sind wie die öffentliche Cloud.

Cloud-Lösungen sind günstiger

Die Bitkom-Studie bestätigt: Für 78 Prozent der befragten 555 Unternehmen erleichtert die öffentliche Cloud den mobilen Zugriff auf IT-Ressourcen. Mit 77 Prozent berichten ähnlich viele von einer schnelleren Skalierbarkeit ihrer IT-Leistungen. Das bedeutet, sie können ihre in der Cloud gemietete Software leichter um weitere Anwendungen erweitern. Bei einer On-Premise-Lösung entfällt dieser Vorteil meist.

Auch die Kosten sprechen gegen ein eigenes System im Unternehmen: Während ein Cloud-System, genau wie die Server, auf denen die Software läuft, vom Lieferanten gemietet und monatlich bezahlt wird, müssen Soft- und Hardware bei On-Premise-Systemen gekauft werden. Damit wird ein großer Betrag im Vorfeld fällig. Zudem sind die Unternehmen selbst dafür verantwortlich, dass sie ihre Systeme warten und sichern.

Lange Zeit galt die On-Premise als beste Lösung, um Daten sicher aufzubewahren. Doch selbst diese letzte Bastion der unternehmenseigenen Software scheint nun zu fallen: So ist die Public-Cloud laut der Bitkom-Studie weniger anfällig für Sicherheitsvorfälle als die eigene IT im Unternehmen und wird auch zunehmend sicherer. Gut ein Fünftel (22 Prozent) der Public-Cloud-Nutzer gibt an, dass es in den letzten zwölf Monaten zu Sicherheitsvorfällen in den von ihnen genutzten Cloud-Lösungen gekommen ist. Zum Vergleich: Von Sicherheitsvorfällen in der unternehmensinternen IT berichteten drei von zehn Unternehmen (28 Prozent).

Überblick der Systeme:

On-Premise: Ein On-Premise-System kann nach eigenem Ermessen intern und innerhalb der IT-Infrastruktur eines Unternehmens eingerichtet werden. Die Software und Hardware muss als Lizenz oder Kopie gekauft werden, so dass ein großer Betrag im Voraus getätigt werden muss. Für die Pflege der Lösung und aller zugehörigen Prozesse ist das Unternehmen selbst verantwortlich. Da die Software selbst lizenziert ist und sich die gesamte Software-Instanz in den Räumlichkeiten eines Unternehmens befindet, besteht im Allgemeinen ein größerer Schutz als bei einer Cloud-Computing-Infrastruktur.

Cloud: Cloud-Computing unterscheidet sich in einer entscheidenden Weise von lokaler Software. Ein Unternehmen hostet alles intern in einer On-Premise-Umgebung, während ein Drittanbieter das in einer Cloud-Umgebung macht. Ein cloudbasierter Server verwendet virtuelle Technologien – die Anwendungen eines Unternehmens sind extern gehostet. Auf diese Weise bezahlen Unternehmen nur nach Bedarf, abhängig von der Gesamtnutzung, den Anforderungen der Benutzer und dem Wachstum des Unternehmens.

Beim Cloud-Computings wird unterschieden zwischen Public Cloud, Private Cloud, Hybrid Cloud und Multi Cloud:

Public Cloud: Ressourcen werden komplett beim Dienstanbieter gehostet, aber Unternehmen können auf diese Ressourcen zugreifen und verwenden sie zu einem bestimmten Zeitpunkt, je nach Bedarf.

Private Cloud: Von einem internen IT-Team können Private Clouds hinter der Firewall der Organisation betrieben werden. Damit erhalten Unternehmen eine bessere Kontrolle über ihre Rechenressourcen. Private Clouds werden hauptsächlich von großen Unternehmen genutzt, daher werden sie auch als eine Art von Enterprise Cloud betrachtet.

Multi Cloud: Ein Unternehmen verfügt entweder über mehrere Public Clouds oder Private Clouds von verschiedenen Anbietern. Die Variante mehrerer Cloud-Umgebungen wird immer beliebter, weil Unternehmen darüber Sicherheit und Performance verbessern können.

Hybrid Cloud: Im Gegensatz zur Multi-Cloud mischen sich bei der Hybrid Cloud die Typen. Eine Hybrid Cloud kann aus Public und Private Clouds bestehen, während bei er Multi Cloud nur ein Typus dominiert.

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