Trendporträts -

Augenoptiker Brillen aus dem 3D-Drucker

Mit 3D-Druck bekommen Brillen eine individuelle Note. In Aachen arbeitet Thomas Heiliger an einer Geschäftsidee der Zukunft.

Themenseite: Trendporträts

Die Skyline von Aachen hätte Thomas Heiliger gern auf den Brillenbügeln aus dem 3D-Drucker gesehen. Doch nicht jede gute Idee, die der Augenoptikermeister in das Forschungsprojekt der FH Aachen einbrachte, ließ sich sofort technisch umsetzen. Gemeinsam entwickelt wurde der Prototyp einer Brillen-Verkaufsstation der Zukunft, an der sich der Kunde seine Sehhilfe nach eigenen Wünschen zusammenstellen kann.

Brillen-Bügel individualisierbar

Zuerst wählt der Kunde eine schon vorgefertigte Brillenfassung aus, dann die Form, Farbe und Material der anklickbaren Bügel. Über eine App auf dem Computer lassen sich die Bügel noch mit einem Schriftzug individualisieren. Anschließend wird das Unikat sofort auf einem 3D-Drucker ausgedruckt.

„Als Mittelständler habe ich selbst keine Möglichkeit, in die Forschung zu investieren“, sagt Heiliger, der mit „Heiliger Optik Akustik“ einen Familienbetrieb mit zwölf Mitarbeitern an drei Standorten führt. Darum stimmte er sofort zu, als die Wissenschaftler an der FH Aachen ihn baten, ein Konzept für ein visionäres Brillenverkaufstool zu erstellen.

Brillen-3D-Druck-Store ins Leben rufen

Das Ergebnis wurde dieses Frühjahr bereits auf der IT-Messe CeBIT und auf der Hannover Messe ausgestellt. Heiliger selbst will es seinen Kunden voraussichtlich im Herbst während einer „Woche der Zukunft“ präsentieren und erste Meinungen einholen. Zwar ist das System noch nicht marktreif, aber es zeigt, wohin die Reise gehen wird. Auch wenn zurzeit noch einiges per Hand am Ausdruck nachgearbeitet werden muss. So könnten die Brillen-Druckaufträge an einen 3D-Druckdienstleister gehen, der mit professionelleren Maschinen ausgestattet ist. Heiliger bleibt mit Sicherheit am Ball. „Ich werde weiter mit der Hochschule zusammenarbeiten und selbst gezielt investieren.“

Der 35-Jährige plant, einen Brillen-3D-Druck-Store ins Leben zu rufen. „Ich hoffe in zwei bis drei Jahren, es kann auch länger dauern.“

© handwerk-magazin.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen