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Urlaubskasse Ausland: Diese Zahlungsmittel sind die besten

Reisen ins Ausland sind trotz Coronavirus-Pandemie zum Teil wieder möglich – und nie war bezahlen im Ausland einfacher als heute. Dank des Euro ist die Frage nach dem günstigsten Wechselkurs heute oft obsolet. Dennoch: Wer reist, sollte wissen, welches Zahlungsmittel wo anerkannt wird und welche Kosten es nach sich zieht. Hier eine Übersicht.

In ganz Europa ist die frühere EC-Karte, heute Girocard, das Zahlungsmittel Nr. 1.  „Sie kann eigentlich überall zum Bezahlen, aber auch zum Abheben von Bargeld in Banken und an Geldautomaten eingesetzt werden“, sagen Experten der ARAG-Versicherung. Während die Bezahlung keine Gebühren kostet, kann Geld im Ausland bar abzuheben, recht teuer sein. Fragen Sie vor Ihrer Reise bei Ihrer Bank nach, mit welchen Partnerbanken im Ausland sie kooperiert und was eine Bargeldabhebung Sie bei diesen Banken kostet. Das spart Ihnen viel Geld.

Auch wer seinen Urlaub jenseits europäischer Grenzen verbringt, kann meist mit der Girocard sein Essen im Restaurant oder seine Einkäufe in Geschäften oder im Supermarkt bezahlen.

Kreditkarte besser nicht für Barabhebung nutzen

Zahlungsmittel Nr. 2 ist die Kreditkarte. Weltweit akzeptieren Hotels, Restaurants, Bars und Geschäfte diese Karte. „Wollen Sie ein Auto mieten, ist eine Kreditkarte oftmals sogar Voraussetzung“, sagen die Experten der ARAG-Versicherung. Wer per Kreditkarte an Bargeld kommen möchte, benötigt seine Pin. Anders als bei der EC-Karte, deren Pin die meisten Menschen im Kopf haben, kennt die Kreditkarten-Pin nicht jeder auf Anhieb. Also unbedingt vor dem Urlaub noch einmal Pin heraussuchen und merken.

Gegen die Barabhebung per Kreditkarte sprechen die oft hohen Gebühren. Tipp: Einige Banken bieten Kreditkarten an, die ein kostenloses Geldabheben ermöglichen. Fragen Sie Ihre Hausbank, ob sie über eine solche Karte verfügt.

Bei vielen Karten kommt bei Fremdwährungen wie z. B. in Großbritannien (Pfund) oder in der Schweiz (Franken) zu den Abhebegebühren noch ein Aufschlag von 0,5 bis zwei Prozent des Umsatzes dazu, die sogenannte Auslandseinsatzgebühr. Sie wird auch beim Bezahlen verlangt, zum Beispiel beim Tanken oder im Restaurant. Von einigen Banken wird diese Gebühr sogar erhoben, wenn der Betrag zwar in Euro abgebucht wird, aber der Umsatz außerhalb der EU getätigt wurde.

Belastung in Landeswährung wählen

Und noch ein Tipp: Wer Geld am Automaten in fremder Währung abhebt, wird meist gefragt, ob er die Abrechnung in Euro oder Landeswährung haben möchte. Wählen Sie die Landeswährung – das ist günstiger. Der Grund: „Der Automatenbetreiber nimmt für die Sofort-Umrechnung in Euro einen Aufschlag von bis zu zehn Prozent. Daher sollten Sie immer die Belastung in der Landeswährung wählen, selbst wenn der Automat dann warnt, dass der Wechselkurs nicht garantiert sei“, sagen die Experten der ARAG.

Bargeld ist, trotz der Dominanz des Plastikgeldes, immer noch wichtig für die Urlaubskasse. Das gilt eigentlich überall – mit Ausnahme von Schweden, wo überwiegend mit Karten bezahlt wird. Für das Eis am Kiosk oder den Kaffee nach einem Spaziergang, ist oft Bargeld nötig. Tipp: Nur so viel Geld auf Ihren Ausflug mitnehmen, wie sie benötigen. Denn bei Verlust oder Diebstahl gibt es keinen Ersatz. Der größere Batzen Geld kommt besser in den Hotelsafe.

Wer vor dem Urlaub bereits in ausländische Währung tauscht, sollte klären, ob er das Geld überhaupt ins Land einführen darf. Beispielsweise gelten für Indien und Südafrika Einfuhrbeschränkungen.

Früher galten Reiseschecks als sicheres und weltweit akzeptiertes Zahlungsmittel. Mit ihnen konnte bezahlt oder Geld bei Banken abgehoben werden. Da dies jedoch mit teils erheblichen Kosten verbunden war, haben sie an Bedeutung verloren. Bezahlen mit Plastikgeld ist schlicht einfacher und billiger.  

Der Königsweg für Ihren Urlaub

Im Urlaub ohne Geld dazustehen, diese Erfahrung möchte niemand machen. Darum raten die ARAG-Experten: Niemals nur ein Zahlungsmittel mitnehmen! Wer dringend Geld braucht, was meist nach Verlust oder Diebstahl der Fall ist, kann eine teure und nur für den Notfall gedachte Blitzüberweisung tätigen lassen – das geht auch ohne Bankkonto. Einzige Voraussetzung: Sie haben jemanden, der bereit ist, Ihnen Geld zu senden. Sie müssen dann nur noch einige persönliche Daten des Senders kennen und einen gültigen Ausweis vorweisen. Innerhalb weniger Minuten steht das Geld an der Bankkasse zur Auszahlung bereit.

Wichtig sind zudem einige Sicherheitsvorkehrungen: Notieren Sie Ihre Pin nicht, sagen Sie sie nicht laut und geben Sie Ihre Karte nicht einfach aus der Hand. Wenn Sie bezahlen, behalten Sie Ihr Plastikgeld besser im Blick.

Worst Case – die Karte ist weg

Geht ihr Plastikgeld verloren, lassen Sie es am besten sofort sperren. Die Arag-Experten haben die wichtigsten Telefonnummern zusammengestellt:

Sperr-Notruf: Wenn die EC- oder Kreditkarte weg ist!

  • Girokarten und Kreditkarten – Telefon 116 116 (kostenfrei in Deutschland)
  • Girokarten und Kreditkarten aus dem Ausland – Telefon +49 116 116 oder +49 30 40 50 40 50 (Gebühren fallen an)
  • MasterCard in Deutschland – Telefon: 116 116 (kostenfrei)
  • MasterCard aus dem Ausland – Telefon: +1 636 722 71 11 (R-Gespräch)
  • Visa in Deutschland – Telefon: 0800 811 84 40 (kostenfrei)
  • Visa aus dem Ausland – Telefon: +1 303 967 10 96 (R-Gespräch)
  • American Express – Telefon: +49 69 97 97 10 00
  • Diners Club – Telefon: +49 69 900 15 01 35

Abrechnungen regelmäßig prüfen

Prüfen Sie zudem regelmäßig die Umsätze auf ihrer Kreditkartenabrechnung. Besonders im oder nach dem Urlaub! Je kürzer die Abstände, desto besser können Sie sich an die Ausgaben erinnern. Heben Sie dafür am besten die Belege der Zahlungen auf, denn viele Monatsabrechnungen der Kreditkarten sind unübersichtlich, für Kunden schwer nachvollziehbar und nicht transparent. Bei der Abrechnung von Umsätzen in fremder Währung fehlt der Umrechnungskurs oder die Höhe der Gebühr.

Wenn Sie Ihre Kreditkartenabrechnung nicht verstehen oder einzelne Posten unklar sind, fragen Sie bei Ihrer Bank nach. Wichtig: Melden Sie unberechtigte Umsätze so schnell es geht, damit die Bank sie zurückbucht.

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