Arbeitsschutz und Gesundheit -

Vorsorge: Unfall- und Gesundheitsrisiken im Betrieb minimieren

Wann sind ärztliche Untersuchungen erforderlich?

Bequeme Checklisten, wann und wie oft welche Untersuchung verpflichtend ist oder wann welches Untersuchungsangebot gemacht werden muss, gibt es leider nicht – die Materie ist einfach zu komplex, und oft müssen mehrere Verordnungen gleichzeitig berücksichtigt werden.

Eine Übersicht, wann arbeitsmedizinische Pflicht- und Angebotsuntersuchungen erforderlich sind, gibt der Anhang der ArbMedVV. Gelistet sind Anforderungen u. a. für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen und mit biologischen Arbeitsstoffen, für Tätigkeiten mit physikalischen Gefährdungen durch extreme Hitze oder Kälte, Lärm, Vibrationen und künstliche optische Strahlung sowie für Tätigkeiten in Druckluft und unter Wasser. Außerdem ist festgelegt, dass der Arbeitgeber Beschäftigten an Bildschirmarbeitsplätzen eine Untersuchung von Augen und Sehvermögen sowie, falls erforderlich, eine augenärztliche Untersuchung, ermöglichen muss.

Trotzdem kann es - je nach betrieblichen Gegebenheiten – notwendig sein, zusätzlich zur ArbMedVV u. a. die Bildschirmarbeitsverordnung, das Arbeitszeitgesetz (Nachtarbeit), das Jugendarbeitsschutzgesetz, die Röntgen- und die Strahlenschutzverordnung, die Biostoffverordnung, die Gefahrstoffverordnung, das Infektionsschutzgesetz, die Gentechnik-Sicherheitsverordnung, die Druckluftverordnung oder die Gesundheitsschutz-Bergverordnung zu berücksichtigen.

Arbeitshilfen, wie man den Bedarf an Untersuchungen im eigenen Betrieb ermittelt, geben z. B. die Handlungsanleitungen für die arbeitsmedizinische Vorsorge (BGI/GUV-I 504). Sie führen spezifische Anforderungen bei Tätigkeiten etwa mit Gefahrstoffen oder mit Lärmexposition detaillierter aus als der Anhang zur ArbMedVV.

Im Zweifelsfall beraten der Betriebsarzt und die zuständige Berufsgenossenschaft bei der Ermittlung des Bedarfs.

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