Arbeitsschutz und Gesundheit -

Vorsorge: Unfall- und Gesundheitsrisiken im Betrieb minimieren

Die Pflicht des Arbeitgebers, in seinem Betrieb arbeitsmedizinische Vorsorge anzubieten, ist grundlegend im Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) festgelegt. Verstöße werden als Ordnungswidrigkeiten (etwa wenn fahrlässig keine Untersuchungen angeboten werden) oder als Straftaten (bei Vorsatz und wenn echte Gefährdungen drohen) geahndet. Wichtigster Text zur Umsetzung des Gesetzes ist die „Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge“ (ArbMedVV). Sie regelt die Pflichten von Arbeitgebern und (Betriebs-)Ärzten, definiert aber auch die Rechte der Beschäftigten, etwa den Umfang der ärztlichen Schweigepflicht. So darf der Arzt dem Arbeitgeber zwar als Ergebnis einer Pflichtuntersuchung mitteilen, dass ein Beschäftigter für eine bestimmte Tätigkeit nicht geeignet ist, etwa für das Tragen von Atemschutzgeräten. Ansonsten aber gilt die Schweigepflicht.

Welche arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen gibt es?

„Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen dienen der Früherkennung arbeitsbedingter Gesundheitsstörungen sowie der Feststellung, ob bei Ausübung einer bestimmten Tätigkeit eine erhöhte gesundheitliche Gefährdung besteht“, definiert die ArbMedVV. Grundsätzlich unterscheidet man Pflicht-, Angebots- und Wunschuntersuchungen:

„(3) Pflichtuntersuchungen sind arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen, die bei bestimmten besonders gefährdenden Tätigkeiten zu veranlassen sind.“

Wer z. B. im Handwerksbetrieb Tätigkeiten mit Staubentwicklung ausführt oder wer im Gartenbau arbeitet und dabei z. B. mit infizierten Zecken in Berührung kommen kann, muss sich untersuchen lassen. Soll ein Kollege ins südliche Ausland entsandt werden (Tropenaufenthalt), ist eine ärztliche Untersuchung vorab ebenfalls Pflicht.

Droht bei der Arbeit Kontakt mit Krankheitserregern, gegen die eine Impfung möglich ist, also etwa bei Grünarbeiten ein Kontakt mit dem von Zecken übertragenen FSME-Virus, das die gefürchtete Frühsommermeningoenzephalitis auslösen kann, muss der Arbeitgeber dem Beschäftigten zusätzlich eine Impfung anbieten.

Weitere Downloads zu diesem Artikel
© handwerk-magazin.de 2021 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen