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Drei Methoden im Vergleich Ab wann lohnt sich der Steuerberater?

Die Steuererklärung selbst in Angriff nehmen, Software als digitale Helfer nutzen oder doch zum Steuerberater? Paul-Alexander Thies, Steuerexperte und Geschäftsführer des Online-Buchhaltungstools Billomat, hat alle drei Methoden verglichen und klärt auf.

Themenseite: Rechts- und Steuerberatung

Das deutsche S teuerrecht gilt als das komplizierteste der Welt, daher ist die Vorstellung verlockend, den Aufwand für die Steuerklärung abzugeben. Das kann Selbständige allerdings einiges an Geld kosten. Wann sich ein Steuerberater lohnt und welche Alternativen es gibt, erfahren Sie anhand eines Vergleichs der drei gängigsten Methoden:

1. Steuererklärung selbst gemacht

Foren, Steuerratgebermagazine und Blogs – es gibt viele Quellen aus denen Handwerksunternehmer Infos zu Freibeträge und Steuertricks eigenständig finden können. Hinzu kommen die detaillierten Erläuterungen zum jeweiligen Steuerformular auf der Webseite der Finanzbehörden.

Trotz der Fülle an Informationen, müssen Selbstständige sich ehrlich fragen, ob sie die Zeit, Geduld und auch die Affinität zur Buchhaltung und zum Steuerrecht haben? Denn ohne, gehen sie schnell in der Informationsflut unter. Die vielen Abgabefristen sowie rechtlichen Verpflichtungen und das mulmige Gefühl nicht alle Abschreibungsmethoden verwendet zu haben, zeigt, dass diese Methode am besten für einen Steuer-Profi geeignet ist.

Fazit: Diese Methode funktioniert nur für Selbstständige, die über Steuerkenntnisse verfügen. Es spart Selbstständigen aber sehr viel Geld, wenn sie die Erklärung ohne Hilfe machen. Die Kehrseite ist, dass sie viel Zeit, Geduld und Nerven für die eigenständige Erstellung der Steuererklärung aufwenden müssen und auch Rückzahlungen verpassen könnten.

2. Steuersoftware als digitaler Helfer

Eine Software ist recht schnell heruntergeladen und Onlinetools manövrieren Selbstständige durch die Steuerklärung. Für diejenigen, die eine kleine Unterstützung benötigen, bieten sie eine geeignete Hilfe, um den Steuermarathon zu überstehen. Die Preise starten bei 15 Euro und sind, je nach Bedarf und Umfang, flexibel.

Diese Variante ist für handwerkliche Kleinstbetriebe von Vorteil, die überschaubare Einnahmen haben und keine komplexen Sachverhalte im steuerlichen Alltag meistern müssen. Auch hier benötigt ein Handwerksunternehmer ein wenig Zeit, doch die digitalen Helfer können den Aufwand minimieren. Die Tools helfen, falls sich kleine Mängel einschleichen sollten.

Fazit: Steuersoftwareprogramme und -tools können für Selbständige eine effektive Stütze sein. Sie sind weitaus kostengünstiger als der Steuerberater und navigieren Selbständige Schritt für Schritt durch die Erklärungen.

3. Steuererklärung durch den Steuerberater

Die Kosten eines Steuerberaters liegen durchschnittlich bei 700 bis 1.000 Euro, allerdings schwanken die Beträge je nach Bundesland, Berufsgruppe und Aufwand. Das sieht auf den ersten Blick teuer aus, doch jeder Selbständige kann sich überlegen, für welche Leistungen er Unterstützung möchte. Von einer einfachen Prüfung des Steuerbescheids bis zur kompletten Buchhaltung – es gibt viele Möglichkeiten.

Ziel ist, das zu versteuernde Einkommen zu senken. Gegenüber Programmen und Buchhaltungstools trumpft der Steuerberater mit aktuellen Gerichtsurteilen auf. Zudem haftet er für die Angaben, im Gegensatz zu den Computerprogrammen. Der Hauptvorteil ist: Selbstständige sparen sehr viel Zeit und bei einem guten Steuerberater im Zweifelsfall auch viel Geld.

Fazit: In Sachen Haftung und aktuellen steuerrechtlichen Gerichtsurteilen, kann der Steuerberater am besten helfen. Die Kosten sind allerdings hoch und die Frage lautet, ob sich die Rückerstattung in dieser Hinsicht überhaupt rentiert.

Steuererklärung selbst gemacht Steuersoftware Steuerberater
Vorteile Kosten sparen Kosten sparen, Unterstützung bei kleinen Problemen, navigiert Nutzer durch die Steuererklärung Haftet für die Angaben in der Steuererklärung, berücksichtigt auch aktuelle Gerichtsurteile, kennt diverse Abschreibungsmöglichkeiten
Nachteile kostet Zeit und Nerven, erfordert große Steuerkenntnisse, Handwerksunternehmer haftet eigenständig für seine Angaben Handwerksunternehmer haftet auch für Steuererklärungen, die mit Hilfe einer Steuersoftware erstellt wurden Hohe Kosten

Keine Ahnung von Steuern? Unbedingt zum Steuerberater!

Ob sich ein Steuerberater nun lohnt, können Selbstständige erst mit dem Eingang des Steuerbescheids herausfinden. Doch genau dort liegt das Problem: Erst wenn die Arbeit erledigt ist, erfahren sie, ob es sich rentiert hat.

Wer keine Ahnung von Buchhaltung und Steuerrecht hat, sollte sich unbedingt an einen Steuerberater wenden, um das Bestmögliche rauszuholen und auf der sicheren Seite zu sein. Auch für diejenigen, die nicht die Zeit und Nerven dafür aufwenden möchten, sind die Profis von Vorteil. Onlinetools und Softwareprogramme sind dagegen ein guter Mittelweg. Sie sind so entwickelt, dass sie den Nutzer detailliert durch die Steuerklärung führen.

Alle drei Methoden haben ihre Vor- und Nachteile. Jeder Selbständige muss sich selbst fragen, wie viel Kenntnisse er mitbringt und ob er genug Zeit für die Steuererklärung aufwenden kann – dann wird klar, ob sich ein Steuerberater lohnt.

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