Persönlichkeiten des Jahres Köpfe 2025: Rückblick auf die Stimmungsaufheller in trüben Zeiten

Ein Stimmungsaufheller und Mutmacher in Krisenzeiten gefällig? Unsere ­tollen Köpfe 2025 zeigen, wie modern, bunt und besonders das Handwerk ist.

In unserem Jahresrückblick zeigen unsere Köpfe, wie modern, bunt und besonders das Handwerk auch 2025 war.
In unserem Jahresrückblick zeigen unsere Köpfe, wie modern, bunt und besonders das Handwerk auch 2025 war. - © handwerk magazin
Die Preisträger des Awards Top Grüner im Handwerk 2025: Dennis Vonderstraß, Philipp Steiert, Britta Ambach und Lino Ferda
Die Preisträger des Awards "Top Gründer im Handwerk" im Jahr 2025: Dennis Vonderstraß und Philipp Steiert, Britta Ambach sowie Lino Ferda (v.l.n.r.). - © Markus J. Feger

Mit Tradition 4.0 den eigenen Traum leben

Die Preisträger des Awards Top Gründer im Handwerk 2025 verwirklichen als Nachfolger ihre Unternehmerträume:

  • Musikinstrumenten­machermeisterin Britta Ambach übernahm nur den Bestand und spezialisierte sich auf Holzblasinstrumente

  • Dennis Vonderstraß und Philipp Steiert (von links) digitalisierten Steierts Familienbetrieb und erweiterten das Leistungsspektrum

  • Bachelor of Arts Lino Ferda (rechts) fusionierte mit seinem Ausbildungsbetrieb und etablierte mit HEEET eine moderne Marke im Sanitär-Heizung-Klima-Betrieb, die ambitionierte Fachkräfte anzieht


Markus Bauer, Geschäftsführer von Brody Bikeservice in Freiburg
Markus Bauer, Geschäftsführer von Brody Bikeservice in Freiburg - © Lynn Sigel

Ex-Mountainbikeprofi digitalisiert das Zweirad-Handwerk

Reparieren statt verkaufen – das ist der Kern von Brody Bikeservice in Freiburg. Geschäftsführer Markus Bauer wechselte nach dem Ende seiner Karriere die Perspektive, vom Sattel in den Betrieb.

Dabei setzt er auf ein innovatives Werkstattkonzept: Mit „Bike IQ“ hat er ein Tool geschaffen, das genau auf den Reparaturbetrieb zugeschnitten ist.

Die Software ergänzt das Warenwirtschaftssystem um Funktionen wie Online-Terminver­gabe, KI-gestützte Zeitplanung, Echtzeit-Kommunikation mit Kunden und Schnittstellen zu Leasinganbietern. Das System soll auch anderen Betrieben helfen.


Celestina Brandt, Bäckermeisterin, Brot-Sommeliére und Konditorin
Celestina Brandt, Bäckermeisterin, Brot-Sommeliére und Konditorin - © Thomas Victor

Neue Begegnungsstätte im ländlichen Raum

„Auf dem Land passiert nichts – das höre ich immer wieder.“ So schilderte uns Bäckermeisterin, Brot-Sommelière und Konditorin Celestina Brandt im Rahmen der Rubrik „Wo ich hin will“ die aktuelle Stimmungslage in ihrer Heimatgemeinde Buttstädt in Thüringen.

Ihr Umgang mit der Tristesse: „Jammern hilft wenig. Da werde ich lieber aktiv und setze meine Ideen um.“ Zum Beispiel die Idee einer neuen Begegnungsstätte:

Das „Café Celestina“ ist Location für unterschiedliche Events – vom Brotgenussabend mit Food Pairing bis hin zur Lesung. So hält man den ländlichen Raum attraktiv!


Stefanie Brüns, Geschäftsführerin eines Dachdeckerbetriebs in Beverstedt-Bokel
Stefanie Brüns, Geschäftsführerin eines Dachdeckerbetriebs - © Jörg Brockstedt

Handwerk rockt – Aber was läuft schief bei der Ausbildung?

Langsam wachsen und die Fachkräfte selbst ausbilden: Seit 2018 führt Stefanie Brüns gemeinsam mit ihrem Mann Marcel einen Dachdeckerbetrieb in Beverstedt-Bokel.

Im Rahmen ihrer Weiterbildung zur Betriebswirtin im Handwerk hat sie untersucht, wie Chefs es schaffen können, den Nachwuchs möglichst lange im Betrieb zu halten.

Ihre Erkenntnisse wendet sie gleich live in der Praxis an, begegnet ihren Azubis auf Augenhöhe, interessiert sich für ihre Sorgen und investiert mit ihrem Mann viel Zeit und Herzblut, damit ihre Azubis möglichst gut durch die Prüfung kommen.


Timo Dietrich und Kimi Wößner, Elektroniker für Automatisierungstechnik
Timo Dietrich und Kimi Wößner, Elektroniker für Automatisierungstechnik - © Christian Grube

Talente Räumen bei den EuroSkills 2025 ab

Nach vier intensiven Wettkampftagen im dänischen Herning stand fest: Team Germany hat abgeliefert! Deutschland sicherte sich bei der Europameisterschaft der Berufe mit sieben Gold-, sechs Silber- und drei Bronzemedaillen im Nationenranking einen sehr starken zweiten Platz.

Die „Best of Nation“-Medaille ging an die Elektroniker für Automatisierungstechnik Timo Dietrich und Kimi Wößner.

Ihre Leistung steht stellvertretend für die tollen Leistungen unserer jungen Handwerker-Talente aus Deutschland.


Michael Diwo, Inhaber der Bildhauerei Diwo in Paderborn
Michael Diwo, Inhaber der Bildhauerei Diwo - © KIDiHa

Langjähriges Wissen mit der KI teilen

Steine bekommen jetzt ein digitales Gehör: Das System „StoneCrackMon“ liest Haarrisse nicht mit dem Auge – sondern aus Klangsignaturen:

Ein Hammerschlag trifft den Stein, ein Mikrofon nimmt den Ton auf, die künstliche Intelligenz (KI) wertet ihn aus. Dabei werden aus Audio Bilder, woran die KI über Muster erkennen kann, ob das Denkmal intakt oder beschädigt ist.

Entwickelt wird diese Methode im Projekt KIDiHa – und gefüttert wird sie mit Erfahrungswissen von Steinmetz und Restaurator Michael Diwo aus Paderborn.


Benjamin Elsen, Geschäftsführer der Elsco Haustechnik GmbH im niedersächsischen Moormerland
Benjamin Elsen, Geschäftsführer der Elsco Haustechnik GmbH - © Silvio Maaß

Digitalisierung in einem Rutsch

Benjamin Elsen schwingt keine langen Reden: Die Um­­­stellung auf die E-Rechnung und den Einbruch des Wärmepumpen-Absatzes aufgrund des Heizungsge­setzes nahm er zum Anlass, seinen SHK-Betrieb voll zu digitalisieren.

Alle Geschäftsdaten sind nun via App in der Cloud abrufbar: Umsatz, Kontostände, Monteurstunden, Materialeinkauf, Rechnungsein- und ausgang, Personalakten. 40.000 Euro, sechs Chef-Arbeits- und drei Schulungs­wochen für einen Mitarbeiter investierte er dafür.


Gerold Engist, Malermeister
Gerold Engist, Malermeister aus Marktbreit bei Würzburg - © Gerold Engist GmbH

Mit eigenem Blog sichtbar werden

Naturkalk und Lehm sind sein Metier: Malermeister Gerold Engist bloggt seit 2016 über sein Lieblingsthema und macht erlebbar, warum natürliche Baustoffe Wohngesundheit und Substanz sichern.

Seine Geschichten erreichen rund 10.000 Leser pro Beitrag, zusätzlich landet sein Fachwissen in Büchern und Vorträgen. Während er sich beim Recherchieren und fürs Korrigieren manchmal von KI helfen lässt, schreibt er alle Inhalte selbst.

Diese Sichtbarkeit bringt Aufträge und die Freiheit, seine Baustellen bewusst auszuwählen.


Arnd Erbel, Bäckermeister im mittelfränkischen Dachsbach
Arnd Erbel, Bäckermeister im mittelfränkischen Dachsbach - © Gert Krautbauer

Gegen Wachstum und Konventionen

Arnd Erbel ist kein gewöhnlicher Bäckermeister. In elfter Generation führt er im mittelfränkischen Dachsbach seine Bäckerei – mit einem Ansatz, der in keine klassische Schublade passt:

In seiner Backstube gibt es keine Backhefe oder Backmittel, keine Großproduktion und keine Expansionspläne.

Den Begriff „Freibäcker“ hat er sich selbst gegeben, aus einem Gefühl der Unabhängigkeit heraus. Er steht für Qualität, Eigenständigkeit und ein Handwerk, das sich nicht dem Massen­geschmack beugt.


Rocco Funke, Chef von ELBS Bautrocknung in Leinefelde-Worbis
Rocco Funke, Chef von ELBS Bautrocknung in Leinefelde-Worbis - © Franz Fender

Mit Kultur die Fehlzeiten senken

Von 20 Fehltagen pro Jahr und Mitarbeiter auf fast null in vier Jahren?

Rocco Funke, Chef des EichsfelderLeckortungs- und Bautrocknungsservices (ELBS) in Leinefelde-Worbis, hat mit seinem Team das Coachingprogramm der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQUA) genutzt, um eine Firmenkultur zu entwickeln, mit der sich jeder identifizieren kann.

Die vielen Gespräche und Workshops haben sich gelohnt: Das Team arbeitet eigenverantwortlich alle Aufträge ab – und Reklamationen sind genauso selten wie Fehltage.


Ludwig Filser, Chef der gleichnamigen Traditions-Landmetzgerei aus Altenstadt
Ludwig Filser, Chef der gleichnamigen Traditions-Landmetzgerei aus Altenstadt - © Elisabeth Hörterer

Tablets, Schuhe und Transporter – die Leser als Tester

Ludwig Filser steht exemplarisch für alle Leserinen und Leser, die für uns 2025 den Realtitätscheck gemacht haben. Wie gut sind die Arbeitsschuhe, die Baustellentablets oder die E-Transporter im Handwerksalltag wirklich?

„Das war ein megaentspanntes Fahren“, sagte Metzgermeister Filser aus Altenstadt in Bayern, nachdem er den Ford E-Transit Custom wieder abgegeben hatte. Von seinen zwölf Mitarbeitern habe die Hälfte die Chance ergriffen und den Stromer pilotiert. „Wir haben in der Zeit den Testwagen mehr genutzt als den Diesel-Transporter.“ Chapeau für so viel Engagement!


Silke und Heinz-Jörg Ewald, Dachdeckerbetrieb Hannover
Silke und Heinz-Jörg Ewald, Dachdeckerbetrieb Hannover - © Ewald Bedachungen

Grüne Dächer schützen vor Hitze, Sturm und Hagel

Während Klimaanlagen jede Menge Strom verbrauchen, spenden Pflanzen natürlichen Schatten: Silke und Heinz-Jörg Ewald zeigen mit ihrem Dachdeckerbetrieb aus Hannover, wie sich klimaresilient sanieren lässt. Auf einem Einfamilienhaus brachten sie ein 180-Quadratmeter-Flachdach mit Photovoltaikanlage an – und begrünten es.

Seither sorgen mediterrane Kräuter, Totholz und Steine für Schutz vor Sturm, Hagel und Hitze. Immer mehr Städte fördern solche Projekte, denn begrünte Dächer verlängern die Lebensdauer von Gebäuden und binden CO2.


Andreas Hampe, Schornsteinfegermeister aus Seeland
Andreas Hampe, Schornsteinfegermeister aus Seeland - © Christian Hüller

2.500 Rotbuchen für den Nationalpark Harz

„Wenn ich sehe, wie sich der Harz verändert hat, ist das ein Trauerspiel. Überall riesige Freiflächen. Das ist erschreckend!“ So beschreibt Andreas Hampe, Schornsteinfegermeisteraus Seeland sowie stellvertretender Obermeister und Pressewart der Schornsteinfegerinnung Sachsen-Anhalt, seine Motivation, gemeinsam mit seinen 42 Innungskollegen rund 2.500 kleine Rotbuchen zu pflanzen – selbstverständlich stilecht im schwarzen Kehranzug.

Wie er in unserer Rubrik „Wo ich hin will“ verraten hat, ist 2026 eine Wiederholung geplant. Grüner Daumen mit Zylinder!


Die Gründer des Start-ups "ConBotics" in Berlin: David Franke, Christian Amaya Gómez und Philipp Heyne
David Franke, Christian Amaya Gómez und Philipp Heyne - © ConBotics

KI-gestützter Malerroboter für mehr Effizienz

„Treffen sich ein ein Profi für Steuerungsentwicklung (David Franke), ein Experte für Geschäftsentwicklung (Cristian Amaya Gómez) und ein Produktentwickler (Philipp Heyne) auf der Baustelle …“ Was wie ein schlechter Witz beginnt, könnte das Malerhandwerk deutlich voranbringen:

Die drei Gründer des Start-ups „ConBotics in Berlin schufen mit dem gleichnamigen Malerroboter eine Automatisierungslösung, die durch ihre innovative modulare Bauweise transportabel ist und dank KI gleichmäßig und maximal effizient Farbe an Wände bringt 20 Prozent Einsparung soll so möglich sein!


Sara Hofmann, Vorstandsmitglied des Bundesverbands der Junioren des Handwerks e.V.
Sara Hofmann, Vorstandsmitglied des Bundesverbands der Junioren des Handwerks e.V. - © martinjoppen.de

Die Stimme des jungen Handwerks

Keine Frage: Diese junge Frau möchte im Handwerk etwas bewegen. Die Rede ist von Sara Hofmann, die im September zur neuen Bundesvorsitzenden der Junioren des Handwerks gewählt wurde. Und wie man das als moderne Mutter so macht, war die Familie natürlich beim Bundeskongress in Bochum/Dortmund dabei – top!

Welche Themen ihr besonders am Herzen liegen? Junge Frauen im Handwerk, Betriebsnachfolge und Mutterschutz in der Selbstständigkeit. Wir wünschen weiter so viel Power!


Daniel Kostyra, Handwerkschef und Gutachter aus Berlin
Daniel Kostyra, Handwerkschef und Gutachter aus Berlin - © Helmut Sattler

Mediation statt Gerichtsverfahren

Dafür setzt sich Handwerkschef und Gutachter Daniel Kostyra aus Berlin ein. Er schlichtet, wenn sich Geschäftspartner uneins sind, wenn es im Team nicht klappt oder wenn die Nachfolge zu Familienstreit führt.

Schade findet er, dass viele Kon­flikte noch immer vor Gericht landen. Ein Prozess hinterlasse meist verbrannte Erde. Die Mediation hingegen ermögliche, dass sich die Parteien wieder in die Augen sehen und zusammenarbeiten. Billiger als ein Gerichtsprozess ist es noch dazu.


Dominik Lang, Inhaber von Lang Fensterbau
Dominik Lang, Inhaber von Lang Fensterbau - © Christian Mader

Arbeitsschutz professionell organisieren

Bei der Gesundheit der Mitarbeiter gibt es für Dominik Lang, Inhaber von Lang Fensterbau in Neckarsulm, keine Kompromisse. Da der Betrieb vor allem in der Altbausanierung tätig ist, hält jede Baustelle andere Herausforderungen beim Arbeitsschutz bereit.

Da er nicht die Zeit hat, sich näher mit allen Vorgaben zu beschäftigen, lässt er sich von den Profis der Kreishandwerkerschaft bei der sicherheitstechnischen und arbeitsmedizinischen Betreuung helfen. Ein gutes Gefühl, das ihn ruhiger schlafen lässt.


Klaus Maier, Lüftungstechniker aus Heidelberg
Klaus Maier, Lüftungstechniker aus Heidelberg - © Katharina Werle

Mehr Schwung durch künstliche Intelligenz

Seine „Jungs“ heißen Steve Jobs, Elon Musk und Albert Einstein. Der Lüftungstechniker Klaus Maier aus Heidelberg hat ein außergewöhnliches Team zusammengestellt, indem er mit ChatGPT die Genies digital „wieder­belebt“ hat und sie für sich denken lässt. Seither liefern ihm die „Jungs“ hilfreiche Ideen, um seinen Betrieb zu organisieren.

KI begleitet ihn auch im Alltag: Bewerber begrüßt ein Avatar von Maier selbst, Monteure sollen bald per Sprachbot ihr Wissen teilen. Der Handwerkschef spart so Zeit, fördert Wissenstransfer – und zeigt, wie Zukunft im Handwerk aussieht.


Katja Lilu Melder, Vorsitzende des Bundesverbandes der UnternehmerFrauen im Handwerk (UFH).
Katja Lilu Melder, Vorsitzende des Bundesverbandes der UnternehmerFrauen im Handwerk (UFH). - © Stephan Glade
Ruth Baumann, Unternehmerin und Vorsitzende der ufh Baden-Württemberg.
Ruth Baumann, Unternehmerin und Vorsitzende der ufh Baden-Württemberg. - © Antoinette Steinmüller Fotostudio

Kompromiss gefunden – Frieden bewirkt

Nach 23 Jahren der Trennung wegen eines Streits um Delegiertenstimmen kehrt der Landesverband Baden-Württemberg der UnternehmerFrauen im Handwerk (UFH) ins Bundesnetzwerk zurück.

Bundesvorsitzende Katja Lilu Melder (links) und Landesvorsitzende Ruth Baumann einigten sich auf die Wiedereingliederung.

Nicht alle Arbeitskreise wollen mitgehen, doch der Bundesverband wächst um rund 1.000 Mitglieder. Zugleich wurde das Stimmrecht im Sinne Baden-Württembergs angepasst. Geschlossen sei das Handwerk am stärksten, betonen beide Vorsitzenden.


Saba Rezene, Optikermeisterin aus Karlsruhe
Saba Rezene, Optikermeisterin aus Karlsruhe - © Katharina Werle

Jung, motiviert, Nachfolgerin

Saba Rezene, Optikermeisterin aus Karlsruhe, wollte nicht zusehen, wie der Betrieb ihrer beiden Chefs aufgrund fehlender Nachfolger schließen muss. Kurzerhand übernahm sie als Mitarbeiterin den gut eingeführten Optikerbetrieb in der Karlsruher Innenstadt, trotz anfänglichen Bammels:

„Es gab Hindernisse, aber ich ließ mich nicht unterkriegen“, berichtet die junge Frau, die in Eritrea geboren und mit 15 Jahren nach Deutschland gekom­men ist. Kollegen und Chefs unterstützten sie.


Sebastian Schmäh, Restaurator aus Meersburg
Sebastian Schmäh, Restaurator aus Meersburg - © Schmäh Holzbau

Wie alte Häuser weiterleben können

Leer stehenden Gebäuden wieder neues Leben einhauchen – das ist die Kunst von Sebastian Schmäh.

Der Restaurator aus Meersburg versteht sich darauf, denkmalgeschützte Häuser vorm Verfall zu retten und sie rundum zu sanieren.

Damit hilft Holzbau Schmäh den großen Wohnbedarf zu decken, der in der begehrten Bodensee-Region herrscht. Bei der Sanierung folgt der Handwerkschef dem Firmencredo:

„So viel Originalsub­stanz wie möglich bewahren und parallel modernsten Wohnkomfort schaffen.“


Michael Schuster, Schreinermeister aus Bernau am Chiemsee
Michael Schuster, Schreinermeister aus Bernau am Chiemsee - © Elisabeth Hörterer

Ein neues Hotel als Showroom

Wenn Schreiner Sitzmöbel anbieten, können Kunden oftmals Probe sitzen. Was aber, wenn sie Hoteleinrichtungen vertreiben?

Richtig, dann können sie Probe wohnen! Zumindest, wenn es nach Schreinermeister Michael Schuster aus Bernau am Chiemsee geht.

Um den Kunden unterschiedliche Zimmer, Stilrichtungen und Funktionalitäten zu präsentieren, beschloss er, einfach kurzerhand selbst ein Hotel zu bauen. Alle Pläne und Genehmigungen für den Neubau stehen – in nur wenigen Jahren soll‘s losgehen.


Annabell Wandelt, Bestattungsfachkraft
Annabell Wandelt, Bestattungsfachkraft - © Stephan Floss

„Dann mache ich es eben selbst!“

Als Frau in der männerdominierten Bestattungsbranche hat man es nicht immer leicht – trotzdem wagte Annabell Wandelt mit gerade einmal 20 Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit. Direkt nach ihrer Ausbildung zur Bestattungsfachkraft gründete sie ihr eigenes Bestattungshaus – und das vor allem aus einem Grund:

Als Frau wollte sie kein anderes Unternehmen einstellen. Der praktische Teil ihres Berufs wurde ihr schlichtweg nicht zugetraut. Mit Einfühlungsvermögen und einer Menge Mut hat sie sich ihren Platz erarbeitet.


Isabelle Werner, Tischlermeisterin
Isabelle Werner, Tischlermeisterin - © Katharina Werle

Mit Frauenpower die Nachfolge sichern

Dass der Vater ihr mal sein Lebenswerk übergeben würde, war keineswegs geplant. Eigentlich wollte Isabelle Werner Schauspielerin werden, entschied sich dann aber für ein Schreinerpraktikum, das ihr sehr gefiel und sie motivierte, die Nachfolge der väterlichen Schreinerei anzutreten.

Dass sich Frauen häufig noch zurückhalten, wenn es um die Übernahme oder Gründung eines Betriebs geht, liegt auch an den noch kursierenden Vorbehalten gegenüber dem vermeintlich „schwachen Geschlecht“.


Matthias Wölpper, ehemals Geschäftsführer der Wöllper GmbH im baden-württembergischen Kirchheim unter Teck.
Matthias Wölpper, ehemals Geschäftsführer der Wöllper GmbH - © Annette Cardinale

Verkauf an Private Equity

Innerhalb der Familie wollte keiner übernehmen, da wagte Matthias Wölpper einen für das Handwerk eher ungewöhnlichen Schritt:

Sein Partner und er verkauften den gut eingeführten SHK-Betrieb im baden württembergischen Kirchheim unter Teck an einen Private-Equity-Investor.

Wölpper berichtet nur Positives. Wie er den Kaufpreis erhöhen konnte, dass er und sein Partner noch weiter zur Verfügung standen und dass er seine Erfahrungen nun selbst als Berater weitergibt an Chefs, die Ähnliches planen.


Elisabeth Würz, Friseurmeisterin aus Neumarkt
Elisabeth Würz, Friseurmeisterin aus Neumarkt - © Stephan Minx

Castingshows speziell fürs Handwerk

„Deutschland sucht den Super-Handwerker“, „Germany‘s Next Craftsman“ oder „Das Handwerker-Talent“? Friseurmeisterin Elisabeth Würz aus Neumarkt in der Oberpfalz brachte für unsere Rubrik „Wo ich hin will“ die Idee ein, statt auf altbekannte TV-Formate für Gesangstalente und Models zu setzen, lieber eine Castingshow speziell fürs Handwerk zu entwickeln.

„Junge Leute sollen sehen, dass die Berufswelt nicht nur aus Models, Sängern oder Kriminalkommissaren besteht“, so die Obermeisterin der Friseur-Innung Neumarkt in der Oberpfalz. Kreativ!


Carola Zarth, Präsidentin der Handwerkskammer Berlin
Carola Zarth, Präsidentin der Handwerkskammer Berlin - © Marie Staggat

Verdienstorden erhalten

Die Präsidentin der Handwerkskammer Berlin, Carola Zarth, ist mit dem Verdienstorden des Landes Berlin ausgezeichnet worden. Gewürdigt wird damit ihr jahrzehntelanges Engagement für das Handwerk und die Förderung von Frauen in Führungspositionen.

Zarth leitet seit 2019 als erste Frau die Handwerkskammer Berlin und steht zudem dem Familienunternehmen Auto-Elektrik G. Holtz & Co. KG vor. Mit der Auszeichnung ehrt das Land Berlin ihren besonderen Einsatz für Handwerk, Ausbildung und Gleichstellung.

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