Politik
24.03.2010
Initiative "Aktiv für Ausbildung"

Aktive Werbung für Ausbildungsplätze

Im Rahmen der Initiative "Aktiv für Ausbildung" will das Handwerk mehr ausländische Jugendliche für eine Ausbildung gewinnen.

Die berufliche Ausbildung für Jugendliche mit Migrationshintergrund ist ein zentraler Schlüssel für eine dauerhafte Integration. "Deshalb müssen wir für diese Gruppe vorhandene Zugangsbarrieren abbauen und deren Ausbildungsbeteiligung deutlich erhöhen", betont Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Während sich deutsche Jugendliche zwischen 18 und 21 Jahren zu 58 Prozent an der dualen Ausbildung beteiligen, sind dies nach Angaben des Bundesbildungsministeriums (BMBF) bei den ausländischen Jugendlichen nur 24 Prozent.

Die deutsche Wirtschaft sei schon aus demografischen Gründen bald auf jeden jungen Menschen angewiesen, betonte Schavan. Deshalb lautet das Ziel der Initiative "Aktiv für Ausbildung", die Ausbildungsbeteiligung ausländischer Unternehmer und Jugendlicher mit Migrationshintergrund zu stärken.

Das BMBF fördert künftig in 34 Städten Ausbilderseminare für Fachkräfte und Unternehmer mit Migrationshintergrund und finanziert die Kurse mit rund 900.000 Euro. Bis Ende 2010 sollen 1.000 zusätzliche Ausbilder mit Zuwanderungsgeschichte die Ausbildereignungsprüfung erfolgreich ablegen.

Auf den Einstieg kommt es an

So können die Unternehmen den eigenen Fachkräftenachwuchs sicherstellen. Dabei profitieren sie von der Mehrsprachigkeit und den kulturellen Erfahrungen vieler Migranten. "Junge Migranten sind die Fachkräfte von morgen", erklärte die Staatsministerin für Integration, Maria Böhmer. Wer nicht sofort einen Ausbildungsplatz erhalte, sollte von Angeboten der Berufsberatung Gebrauch machen. Böhmers Angaben zufolge waren 34 Prozent aller Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die vorab eine Einstiegsqualifizierung (EQJ) absolvierten, bei der Ausbildungsplatzsuche erfolgreich.

Ein Partner der Initiative "Aktiv für Ausbildung" ist neben dem DIHK und einigen ausländischen Unternehmerverbänden der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH). "Gerade das Handwerk ist offen für Menschen unterschiedlicher Herkunft. Wo Hand in Hand gearbeitet wird, wachsen Verständnis, Wertschätzung und gesellschaftlicher Zusammenhalt", begründet Handwerkspräsident Otto Kentzler die Unterstützung der Initiative.

Türöffner und Brückenbauer

Nach Ansicht des Handwerks muss künftig ein besonderes Augenmerk den Eltern der Jugendlichen mit Migrationshintergrund gelten. Sie seien die wichtigsten Berater ihrer Kinder und hätten vielfach einen besonderen Informationsbedarf über die duale Ausbildung. Hier setzt das Handwerk auf die enge Kooperation mit den Migrantenverbänden als Türöffner und Brückenbauer. "Je intensiver Schule, Politik, Wirtschaft, Familien und Migrantenorganisationen zusammenarbeiten, desto erfolgreicher werden die Bemühungen sein", lautet die Leitlinie des Handwerks.

Begleitet wird die Initiative mit der neuen Medienkampagne "Mittendrin und unsichtbar! Migrantinnen und Migranten in der beruflichen Bildung".


 
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