- Interview „Wer einmal einsteigt, muss dranbleiben”

Ines Wissel, Marketingexpertin bei der Zukunfts-initiative Handwerk Nordrhein-Westfalen, rät beim Umgang mit Online-Netzwerken zu Kontinuität. Wer als Chef keine Zeit zur täglichen Kontaktpflege im Netz hat, kann diese Aufgabe auch an einen Mitarbeiter oder Auszubildenden abgeben.

Ines Wissel, Marketingexpertin, sieht schlechte Bewertungen als Chance. – © Wissel
– Interview

„Wer einmal einsteigt, muss dranbleiben”

handwerk magazin: Was bringt Social-Media-Marketing für Betriebe?

Ines Wissel: Es geht darum, die Bekanntheit zu erhöhen, einen Freundeskreis oder eine Fangemeinde aufzubauen und diese aktuell und exklusiv mit Informationen zu versorgen. Zweimal pro Woche eine Stunde müssen Chef oder Mitarbeiter für eine professionelle Umsetzung mindestens investieren.

Wie können vielbeschäftigte Unternehmer den Einstieg schaffen?

Es gibt inzwischen schon einige Schulungsangebote zum Umgang mit Xing & Co. Ich empfehle aber, auch einen Profi oder einen jüngeren Mitarbeiter, vielleicht sogar einen Azubi, mit der Aufgabe zu betrauen. Die jüngere Generation hat ohnehin eigene Profile in Lokalisten.de oder MeinVZ.

Was sind die ersten Schritte?

Zunächst sollte jeder Unternehmer einmal nachschauen, was denn schon im Netz über das eigene Unternehmen zu finden ist. Also einfach mal den Firmennamen und Stadt oder Stadtteil eingeben. Dabei geht es nicht nur darum, die eigene Homepage zu finden, sondern eben auch Online-Profile oder Bewertungen in Diskussionsforen.

Sollten Firmen auf negative Bewertungen reagieren?

Wichtig ist erst einmal, diese überhaupt zu kennen. Aus Kritik lässt sich lernen – und vieles lässt sich auch wieder ins rechte Licht rücken. Die beste Basis dafür ist ein gutes und aussagekräftiges Profil der eigenen Firma.

Helfen die Online-Netzwerke wirklich bei der Kundengewinnung?

Ja, wenn man es richtig macht. Eine Studie hat gezeigt, dass 15 Prozent der Facebook-Mitglieder das Netzwerk auch nutzen, um sich über Unternehmen oder Produkte zu informieren. Tendenz steigend. Eines ist aber ganz wichtig: Wer einmal in Netzwerke wie Facebook oder Xing einsteigt, muss dann auch dranbleiben. Das Internet ist ein aktuelles Medium, wenn man merkt, dass ein Eintrag ein halbes Jahr alt ist, schadet das dem Image mehr als es nützt.