Wann eine Sterbegeldversicherung sinnvoll ist

Nichts ist umsonst, außer dem Tod, und der kostet das Leben. Dieser sarkastische Sinnspruch ist aber nicht ganz richtig, denn eine würdevolle Bestattung kostet leicht 5.000 Euro und mehr. Reicht das Vermögen des Verstorbenen dafür nicht, kommt oft nur eine einfache Bestattung auf Kosten der Familie infrage – eine Vorstellung, vor der vielen Menschen graut. Hier kann eine Sterbegeldversicherung sinnvoll sein.

Wer seinen Nachlass regelt, sollte auch darüber nachdenken, ob und wie die Angehörigen die Bestattungskosten aufbringen können. – © ddp

Die Versicherungsbranche hat für dieses Problem zwei Lösungen entwickelt: die Sterbegeldversicherung die oder die Bestattungsvorsorgeverträge. Beides sind Todesfallversicherungen, die mit einem Sparvertrag gekoppelt sind, ähnlich wie bei einer Kapitallebensversicherung. Bei einem Bestattungsvorsorgevertrag kommt eine Bindung an ein Bestattungsunternehmen dazu, das später die Beerdigung organisiert. Aber: Sind diese Versicherungen sinnvoll?

Entscheidende Frage: Bin ich abgesichert?

Bevor Verbraucher ihre Unterschrift unter solche Policen setzen, sollten sie klären, ob es sinnvoll ist, eine solche Sterbegeldversicherung oder ähnliche Policen abzuschließen. Die wichtigste Frage lautet: Bin ich an anderer Stelle bereits abgesichert? Fließen Gelder, die für eine würdevolle Bestattung reichen? So zahlt die Deutsche Rentenversicherung auf Antrag wenige Tage nach dem Todesfall drei volle Monatsrenten an den hinterbliebenen Ehepartner aus, wenn der eine gesetzliche Rente bezogen hat. Angehörige von Angestellten des öffentlichen Dienstes erhalten eine Sterbebeihilfe von bis zu drei Monatsgehältern. Auch betriebliche Sterbekassen oder die gesetzliche wie auch eine private Unfallversicherung stehen bei Todesfällen oft mit finanzieller Hilfe bereit.

Sterbegeldversicherung ist schlechte Kapitalanlage, ermöglicht aber eine würdevolle Bestattung

Kritiker begegnen der Police auch mit dem Argument, dass das Geld besser als Tagesgeld angelegt werden sollte, wenn eine gute Rendite erreicht werden soll. Tatsache ist dabei: Eine Sterbegeldversicherung ist weniger eine sinnvolle Kapitalanlage, sondern vor allem die Möglichkeit,…

… bei einem schmalen Vermögen eine würdevolle Beerdigung sicherzustellen. Wenn unter dieser Voraussetzung eine Sterbegeldversicherung gewünscht wird, sollte auf den Vertragsumfang geachtet werden. Die Bindung an einen bestimmten Bestatter ist nur dann sinnvoll, wenn man selbst bereits vor dem Tod die eigene Beerdigung umfassend regeln möchte. Wichtig ist dann jedoch, einem nahen Bekannten oder Freund auch mitzuteilen, dass ein solcher Vertrag abgeschlossen wurde. Ansonsten drohen Abschläge, wenn von ahnungslosen Angehörigen ein anderer Bestatter gewählt wird.

Auf kurze Wartezeit achten

Wichtig ist auch zu wissen, dass man oft bestimmte Wartezeiten einhalten muss, bevor es den vollen Schutz gibt. Die liegen je nach Versicherer zwischen 12 und 36 Monaten – erst nach Ablauf dieser Kulanzfrist bekommen Versicherte beziehungsweise deren Erben oder der Bestatter den vollen Betrag ausgezahlt, der in der Police festgeschrieben war. Sinnvoll ist es deshalb, einen Anbieter zu wählen, der möglichst kurze Wartezeiten im Vertrag vorschreibt.

Fazit: Wie sinnvoll eine Sterbegeldversicherung ist, muss jeder indivuell für sich entscheiden.Wer noch unter 45 Jahre ist, sollte jedoch statt einer Sterbegeldversicherung lieber eine lang laufende Risikolebensversicherung abschließen. Damit ist sichergestellt, dass im Todesfall die vereinbarte Versicherungssumme ausgezahlt wird und diese Summe auch für die Bestattung verwendet werden kann. Gleichzeitig kann die Differenz zwischen der günstigen Prämie für die Risikolebensversicherung und der meist deutlich höheren Prämie für die Sterbegeldversicherung rentabel angelegt werden.

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