Volles Rohr den Umsatz ankurbeln Franchise-Check: Rohrstar

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Franchise und Franchise-Check

Dank der vielerorts klammen Kommunen und der daraus resultierenden maroden Infrastruktur boomt das Geschäft mit der Rohrreinigung. Das Franchise-System Rohrstar bietet mit einer etablierten Marke den Einstieg als Partner im Haupt- oder Nebengeschäft an.

Emanuel Rose als Rohrstar-Partner
Emanuel Rose in Neumünster hat sich als Rohrstar-Partner ein lukratives zweites Standbein neben dem Tiefbau aufgebaut. – © Jörg Brockstedt

Vor vier Jahren ist Tiefbauer Emanuel Rose in Neumünster als Partner bei Rohrstar eingestiegen. Zunächst war er skeptisch, da er mit dem Rohrreinigungsgeschäft bisher nichts zu tun hatte. Er ist von null gestartet und musste dafür erst mal viel Geld in die Hand nehmen: Rund 150.000 Euro hat der Tiefbauer zum Start für Fahrzeuge, Werkzeug und den Erwerb des Rohrstargebiets ausgegeben. Bereut hat er es nicht: „Auch wenn die Startinvestition sehr groß war, hat sich der Schritt für mich ausgezahlt. Heute beschäftige ich neun Mitarbeiter allein in der Rohrreinigung und habe auch Gesellen gewinnen können“, sagt der Tiefbauer. Das nötige Fachwissen für Rohrreinigungen hat er sich dabei erst aneignen müssen. Auf den regelmäßigen Treffen mit anderen Partnern gibt er sein Wissen weiter und profitiert von den Erfahrungen der Kollegen.
ein perfektes zweites Standbein.

An das turbulente Geschäft musste sich Rose allerdings gewöhnen: „Im Tiefbau sind wir oft Monate ausgebucht, in der Rohrreinigung nur zu rund einem Drittel, der Rest sind Notfälle.“ Anfangs war das eine Herausforderung, heute ist es normal, wenn nachts das Handy klingelt. Das eher langfristige Tiefbaugeschäft und die kurzfristige Rohrreinigung ergänzen sich für ihn deshalb perfekt.

Eigenschaften: Was neue Partner brauchen

  • kaufmännische Grundkenntnisse
  • eine starke Vertriebsorientierung
  • Bereitschaft zu 24-h-Notdienst
  • handwerkliches Geschick für Rohrreinigung
  • Vorerfahrung im Facility-Management, Sanitärbereich oder Kanalbau hilfreich
Wer bei Rohrstar einsteigen möchte, muss keine Vorerfahrung im Bereich der Rohrreinigung haben. Das System eignet sich deshalb für Gründer genauso wie für Unternehmer, die bereits im Sanitärbereich oder Facility-Management Erfahrung gesammelt haben und ein zweites Standbein aufbauen wollen. In beiden Fällen gilt: Die Franchisenehmer müssen flexibel sein. Schließlich nehmen Notfälle keine Rücksicht auf die Uhrzeit. Da der 24-h-Notdienst Einzelkämpfern schnell über den Kopf wachsen kann, sollten Rohrstar-Partner unbedingt Mitarbeiter beschäftigen, die ebenfalls Bereitschaftsdienste übernehmen können.

Die Konditionen

Einstiegsgebühren 2.000 – 5.000 Euro für Startlizenz oder 15.000 Euro für Franchise pro Gebiet
monatl. Grundgebühr 750 Euro Lizenz, 500 Euro Franchise, pro Spezialfahrzeug
Werbegebühr 250 Euro/Monat
Nettoumsatz im Jahr 100.000 – 15.000.Euro1)
Vertragsdauer Lizenz: 1 Jahr, Franchise: 7 Jahre
Startinvestitionen bis 30.000 Euro
Franchise-Nehmer 28 (Ziel 2020: 35)
Internetadresse rohrstar.de

1) Durchschnitt

Alleinstellung: Auf diese Erfolgsfaktoren setzt das System

  1. Großkundenaufträge : Rohrstar-Partner haben die Chance auf große Aufträge. Wer diese bekommt, entscheidet eine externe Tochtergesellschaft. Diese gibt den jeweiligen Auftrag dann an einen passenden Betrieb weiter. Rohrstar-Partner können mit diesen Großaufträgen genauer planen, sind nicht mehr so stark auf die zahlreichen kleinen Einsätze angewiesen und können mit den sicheren Großaufträgen Lücken im Kalender füllen.
  2. Zentrales Management für Google-Suche : Kunden suchen online nach Rohrreinigern – schließlich muss es schnell gehen und das Rohr wieder frei sein. Oft rufen Kunden dann den Handwerker an, der ganz oben in der Google-Suche auftaucht. Damit an dieser Stelle die Rohrstar-Partner stehen, übernimmt das Franchisesystem das Google-Marketing und die SEO-Optimierung der Webseite. Die Partner-Handwerker müssen sich dabei um nichts kümmern.
  3. Fixpreise : Viele unseriöse Betriebe nutzen die Notlage der Kunden aus und berechnen für eine einzige Rohrreinigung über tausend Euro. Gegen dieses schlechte Image der Rohrreiniger-Branche wehrt sich das Franchisesystem. Wer einen Rohrstar-Partner zu Hilfe ruft, zahlt einen Fixpreis ohne Anfahrtskosten. Mit diesen festen Preisen macht Rohrstar Werbung und will damit die Kunden von der Qualität der Partnerbetriebe überzeugen.

Markt: Klamme Kommunen sorgen für Auftragsboom

Das deutsche Abwassernetz ist vielerorts marode, zusätzlich landen immer mehr Abfälle im Abfluss, obwohl sie nicht dorthin gehören. Das Resultat sind Wasserrohrbrüche und verstopfte Rohre. Ein Ärgernis für Mieter und Hausbesitzer, gleichzeitig aber ein lohnendes Geschäft für Rohrreiniger. Vom boomenden Geschäft wollen allerdings auch schwarze Schafe etwas abhaben, die ohne die nötige Qualifikation ihre Dienstleistung überteuert anbieten. Davon will sich das Franchisesystem Rohrstar als Qualitätsanbieter abgrenzen und bundesweit mit speziell geschulten Anbietern und Fixpreisen überzeugen.

HWK Düsseldorf gemeldete  Rohr- und Kanalreinigerunternehmen
Bei der HWK Düsseldorf gemeldete Rohr- und Kanalreinigerunternehmen – © Handwerk in Zahlen, herausgegeben von der HWK



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Bewertung: Große Defizite beim Datenschutz

von Rechtsanwalt Thomas Doeser

Angeboten wird ein professionelles Rohrreinigungskonzept. Die jeweiligen Franchise- und Lizenzverträge sind in den wesentlichen Punkten fast identisch stringent formuliert und werden durch ein Franchisehandbuch erläutert. Der Franchisegeber behält sich Großkunden selbst vor, deren Aufträge werden gegen Provision an die regionalen Partner vermittelt. Darüber hinaus behält der Franchisegeber auch nach Vertragsbeendigung alle Telefonnummern und Mailadressen, die in seinem System beworben und genutzt werden. Zusätzlich ist der Franchisegeber nach Vertragsende berechtigt, den Franchisebetrieb selbst oder durch einen Dritten zu übernehmen. Der Franchisenehmer hat dann seinen Kundenstamm an den Übernehmer zu übertragen, eine Regelung für einen Ausgleichsanspruch gibt es nicht. Insgesamt bewegt sich das Vertragswerk im üblichen Rahmen, allerdings finden darin datenschutzrechtliche Themen noch keine Berücksichtigung, was vor dem Hintergrund der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) problematisch ist.