Bäckermeister Hans-Josef Jakoby und Professor Dr. Werner Lorig
Vitaminreiches Brot für gesundheitsbewusste Kunden
Herausforderung: Nach zahlreichen Lebensmittelskandalen wie BSE und MKS fragten bei Bäckermeister Hans-Josef Jakoby im kleinen Eifel-Örtchen Dudeldorf immer mehr Kunden gezielt nach der Herkunft seiner Backwaren. Der Firmeninhaber beschloss, die Kunden nicht nur umfassend aufzuklären, sondern gleich Brote anzubieten, die dem gestiegenen Gesundheitsbewusstsein vieler Menschen Rechnung tragen.
Innovation und Technologietransfer: Im Internet stieß Jakoby auf die Erfindung von zwei Wissenschaftlern des Fraunhofer-Instituts in Stuttgart, die mit einem neuen Keimautomaten die im Getreidekorn enthaltenen Vitamine um das 300- bis 400-Fache vermehren konnten. Jakoby beschloss, mit gekeimtem Eifelgetreide auf natürlichem Weg ein hochwertiges Vollkornbrot herzustellen, das hinsichtlich Geschmack und Nährwert neue Maßstäbe setzt. Rund 15000 Euro investierte der Bäckermeister in den Keimautomaten. Außerdem kontaktierte er Professor Werner Lorig, dessen Studenten er wiederholt bei
Diplomarbeiten unterstützt hatte.
Von der Rezeptfindung und Produktentwicklung bis hin zur Suche nach der optimalen Verpackung arbeitete Jakoby eng mit den Professoren und Studenten der FH zusammen. Am
Ende stand ein Vollkornbrot namens Eifelprotz mit dem Eifelkeimling als Markenzeichen. Beide Begriffe wurden beim Deutschen Patent- und Markenamt in München eingetragen.
Ein Sensoriktest schloss die Kooperation mit der FH ab. Mithilfe eines Sterilisationsverfahrens kann die Haltbarkeit des Brots um vier bis fünf Tage verlängert werden, fand das Team um Professor Lorig heraus. Das eröffnet neue Vermarktungsmöglichkeiten über das Internet. Interessenten können das Eifelkeimling-Brot jetzt auch online kaufen.
Erfolg: Der Eifelprotz ist seit seiner Markteinführung ein Verkaufsschlager. Für den Erfolg sorgte nicht nur die Werbung in der Ortszeitung, sondern auch ein großes Medieninteresse nach einem AOK-Präsentationstermin. Mittlerweile sind auch weitere Brotsorten mit Eifelkeimlingen am Markt, und Jakoby verdient jeden fünften Euro mit den neuen Broten. Die Investition in den Keimautomaten ist damit längst wieder eingefahren.
