Sozialversicherung -

Künstlersozialkasse Verstöße bei Künstlersozialabgabe können teuer werden

Handwerksunternehmen müssen für künstlerische und publizistische Leistungen von Freiberuflern und Selbstständigen eine Künstlersozialabgabe auf alle Honorare zahlen. Neben der Künstlersozialkasse prüft die Deutsche Rentenversicherung die Einhaltung der Pflichten. Das sollten Sie beachten.

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Die Künstlersozialkasse (KSK) ist ein Geschäftsbereich der Unfallversicherung Bund und Bahn und sorgt dafür, dass selbständige Künstler und Publizisten einen ähnlichen Schutz in der gesetzlichen Sozialversicherung (Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung, gegebenenfalls Arbeitslosenversicherung) genießen wie Arbeitnehmer.

Nehmen Handwerksunternehmen künstlerische beziehungsweise publizistische Leistungen von Freiberuflern und Selbstständigen in Anspruch, müssen sie auf das Honorar die Künstlersozialabgabe entrichten. Mit dieser Abgabe finanziert die Künstlersozialkasse den "Arbeitgeberanteil" selbständiger Künstlern und Publizisten in der Sozialversicherung.

Wie hoch ist die KSK und worauf ist sie zu zahlen?

Für das Jahr 2018 beträgt die Künstlersozialabgabe 4,2 Prozent, für 2017 4,8 Prozent. Dieser Satz wird auf das an den Auftragnehmer gezahlte Honorar aufgeschlagen und an die Künstlersozialkasse abgeführt. Ein Rechenbeispiel: Ein Unternehmen hat im vergangenen Jahr für 10.000 Euro netto künstlerische/publizistische Leistungen eingekauft. Dafür werden 480 Euro Künstlersozialabgabe fällig. Die Künstlersozialabgabe ist auf alle Honorare zu zahlen; dazu gehören auch Nebenkosten, zum Beispiel Telefon- und Materialkosten.

Wer muss die Künstlersozialabgabe zahlen?

Alle Unternehmen, die künstlerische/publizistische Leistungen von freiberuflichen beziehungsweise selbständigen Künstlern und Publizisten erhalten, unterliegen der Abgabepflicht. Es spielt auch keine Rolle, ob der Auftragnehmer bei der Künstlersozialkasse versichert ist oder nicht; ebenso gibt es keine Befreiung ausgehend von der Betriebsgröße, der Rechtsform oder dem Umsatz. Eine Ausnahme gilt nur für die sogenannte "gelegentliche Auftragserteilung". Dabei darf das gezahlte Honorar 450 Euro pro Jahr nicht überschreiten. Nicht abgabepflichtig sind Zahlungen an juristische Personen wie eine GmbH.

Wie ist die Künstlersozialabgabe zu entrichten?

Unternehmen müssen die Künstlersozialabgabe bis zum 31. März des Folgejahres unaufgefordert mittels eines Vordrucks bei der Künstlersozialkasse melden. Die entsprechenden Dokumente finden sich unter http://www.kuenstlersozialkasse.de/unternehmen-und-verwerter/entgeltmeldung.html.

Wer prüft die korrekte Handhabung der Abgabe?

"Neben der Künstlersozialkasse selbst ist die Deutsche Rentenversicherung für die Prüfung der gesetzlichen Abgabe zuständig. Etwa die Hälfte aller Arbeitgeber wird dabei alle vier Jahre geprüft. Diese Prüfung findet auch rückwirkend statt, sodass nicht deklarierte Honorare nachträglich erhoben werden", weiß der Mönchengladbacher Steuerberater Frank Kirsten aus der Kanzlei Schnitzler & Partner.

Die andere Hälfte wird von der Deutschen Rentenversicherung zum korrekten Umgang mit den Pflichten beraten und dafür sensibilisiert. Frank Kirsten rät dazu, die Meldung der Künstlersozialabgabe über den Steuerberater als jährlichen festen Posten abzuwickeln.

Können Unternehmer die Zahlungen an die Künstlersozialkasse umgehen?

Besser nicht, warnt Steuerberater Frank Kirsten: "Wer die Abgabe nicht zahlt, setzt sich großen Risiken aus. Die Säumniszuschläge und Strafen können empfindlich sein. Fahrlässig beziehungsweise vorsätzlich unterlassene Meldungen oder falsche Angaben können als Ordnungswidrigkeit gemäß § 36 Künstlersozialversicherungsgesetz mit einer Geldbuße bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Am besten kalkulieren Unternehmen den jeweils gültigen Abgabesatz von vorne herein bei jedem Auftrag. Das verhindert möglicherweise böse Überraschungen."

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