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Transporter: Sechs Neue für den Fuhrpark

Die 3,5-Tonner sind die Dickschiffe unter den Handwerks­transportern, die 2,8-Tonner sind die vielfältigsten. In beiden Gewichtsklassen gibt es interessante Neuheiten für den Firmenfuhrpark.

Der Ford Transit machte den Anfang und startete zu Jahresbeginn 2014 mit einem komplett neuen Fahrzeug. Dann zog die Konkurrenz nach: Der Iveco Daily, der Fiat Ducato und der Renault Master. Zählt man die baugleichen Brüder dazu, das sind beim Renault der Opel Movano und der Nissan NV 400, beim Fiat sind es der Peugeot Boxer und der Citroën Jumper, dann ist die Fahrzeugklasse der 3,5-Tonner fast vollständig neu aufgestellt.

Da könnten die beiden deutschen Vertreter, der Mercedes Sprinter und der Volkswagen Crafter, alt aussehen. Doch Mercedes-Benz hat den Sprinter 2013 intensiv erneuert und mit noch sparsameren Motoren und neuen ­Sicherheits-Assistenzsystemen ausgestattet.

Der Trend bei allen Neuentwicklungen ist offensichtlich: sparsamere Motoren bei gleichzeitig mehr Ladekapazität, dazu eine Menge Elek­tronik, die das Fahren sicherer macht.

Iveco Daily: Noch mehr Laderaum

Die Stärken des Daily, die Rahmenkonstruktion und das Prinzip „Motor vorne, Antrieb hinten“, haben die Konstukteure natürlich nicht verändert. Verbessert wurde die Ladekapazität. Die Kastenvolumina wurden über neue Radstände und Gesamtlängen erhöht. Maximal bietet der neue Iveco Daily als Kastenwagen ein Raumvolumen von 20 000 Litern.

Die Modelle bis 3,5 Tonnen sind mit einer neuen Federung ausgestattet. Die bringt bei den einzelbereiften Modellen eine um 55 Millimeter niedrigere Ladekante. Laut Iveco soll der neue Daily fünf Prozent weniger Kraftstoff verbrauchen als sein Vorgänger.

Fiat Ducato: Noch sparsamer

Fiat Professional präsentiert die sechste Generation des Transporters. Ebenfalls neu kommen die im Wesentlichen baugleichen Modelle Peugeot Boxer und Citroën Jumper. Angeboten werden ausschließlich Turbodiesel-Motoren mit MultiJet-Direkteinspritzung, die Palette reicht von 83 kW (115 PS) bis 130 kW (180 PS). Der Kraftstoffverbrauch liegt bei durchschnittlich 6,4 Litern pro 100 Kilometer bei einem CO2-Ausstoß von 158 Gramm.

Serienmäßig ist der neue Fiat Ducato in allen Versionen mit elektronischem Fahrstabilitätsprogramm (ESP) ausgerüstet, das den Ladezustand des Fahrzeugs berücksichtigt und zusätzlich die Berganfahrhilfe sowie die elektronische Überschlagsvermeidung enthält. Allein als Kastenwagen umfasst die Palette acht unterschiedliche Modelle in vier Radständen und drei Aufbauhöhen. Zurzeit wird der Ducato zu einem günstigen Einstiegspreis angeboten.

Renault Master: Noch mehr Varianten

Mit der umfangreichen Modellpflege beim Master komplettierte Renault, die europäische Nummer eins bei den leichten Nutzfahrzeugen, die Erneuerung seines Transporterprogramms. Auch die Brüder Opel Movano und Nissan NV 400 wurden neu ins Rennen geschickt.

Die Motorenpalette des Transporters in der Klasse von 2,8 bis 4,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht deckt ein Leistungsspektrum von 81 kW / 110 PS bis 121 kW / 165 PS ab. Als Verbrauchswert gibt der Hersteller ab 6,9 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer (180 g CO2 / km) an. Neuerungen wie der Anhängerassistent, der das Aufschaukeln des Trailers verhindert, die Berganfahrhilfe und die Reifendruckkontrolle erhöhen den Alltagskomfort.

Das Modell ist in drei Radständen, vier Längen, drei Laderaumhöhen sowie wahlweise mit Vorder- oder Hinterradantrieb verfügbar. Darüber hinaus offeriert Renault den Master als Kastenwagen mit Einzel- und Doppelkabine, Kombi und als Bus. Weitere Master-Varianten sind unter anderem verschiedene Fahrgestell-, Pritschen- und Kippervarianten.

Die neuen 2,8-Tonner

Auch bei der Transporter-Mittelklasse gibt es Neues. Mit gesenkten Verbrauchswerten, optimierten Ladekonzepten sowie zusätzlichen Assistenz- und Kommunikationssystemen kommen Mercedes, Opel und Renault mit ihren 2,8-Tonnern auf den Markt. Volkswagen hat weiterhin den bewährten T5 im Rennen.

Mercedes Vito: Stabile Preise

Im Vergleich zum Vorgänger ist der Vito in allen verfügbaren Längenversionen um 140 Millimeter gewachsen, und zwar auf 4895, 5140 bzw 5370 Millimeter. Dennoch entspricht der Laderaum des Kastenwagens in seinen Abmessungen weitgehend dem Vorgängermodell: Die Innenhöhe beträgt 1408 Millimeter, die Ladelänge zwischen 2433 und 2908 Millimeter und eine „Unterladefähigkeit“ an den Vordersitzen erweitert die Ladelänge um zusätzliche 153 Millimeter. Als erstes Fahrzeug dieser Klasse gibt es den neuen Vito wahlweise mit Hinterrad-, mit Allrad- und nun auch mit Vorderradantrieb. Die Zuordnung ist klar geregelt: Der neue Vorderradantrieb fällt sehr leicht aus, was die Zuladung erhöht und außerdem den Einstiegspreis niedrig hält. So ist der „Worker“-Basis-Kastenwagen mit kurzem Radstand bereits ab 17 990 Euro (netto) zu haben. Der klassische Hinterradantrieb ist die passende Lösung für alle Einsätze mit hohen Gewichten und großen Anhängelasten – 3,2 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht erlauben hier eine Zuladung von bis zu 1369 kg. Der Allradantrieb ist immer dann gefragt, wenn optimale Traktion verlangt wird.

Renault Trafic/Opel Vivaro: Größer und sparsamer

Mit den 2015er-Modellen des Opel Vivaro und Renault Trafic startet das technische Geschwisterpaar in die zweite Runde um die Käufergunst. Beide sind in der Länge um knapp 20 Zentimeter gewachsen, was sowohl den Ladekapazitäten als auch dem Kabinenraum zugute kommt. Dort glänzt der Neuling mit moderner Infotainment- und Kommunikations-Technologie. Wirtschaftlich ist er außerdem: Unter der Haube kommen komplett neue Turbodiesel mit 90 bis 140 PS Höchstleistung zum Einsatz, die den Kraftstoffverbrauch auf bis zu 6,1 Liter pro 100 Kilometer und den CO2-Ausstoß auf bis zu 155 Gramm senken.

Auch die Neuauflage setzt auf Variantenvielfalt und ist in zwei Karosserielängen (4998 oder 5398 mm) und zwei Höhen als Kastenwagen, Kombi, Doppelkabine und Plattform-Fahrgestell lieferbar. Die Laderaumlänge im neuen Kastenwagen ist auf 254 bei der kurzen und 294 Zentimeter bei der langen Version gewachsen – das sind 100 Millimeter mehr als bisher. Das Ladevolumen nimmt ebenfalls zu: Es reicht nun von 5,2 bis zu 8,6 m3. Zum Transport besonders langer Gegenstände bietet der Beifahrersitz eine optionale Durchlademöglichkeit.

Volkswagen T5: Bewährte Qualität

Der VW-Transporter wird wahrscheinlich 2015 erneuert. Doch auch beim Erfolgsmodell T5 gibt es Neues: Die besonders sparsamen BlueMotion-Versionen von Transporter und Multivan werden mit einer zweiten, stärkeren Motor-Variante angeboten. In Verbindung mit dem 103-kW-Motor konsumiert der Familien-Van nur 6,4 Liter, der Transporter BlueMotion verbraucht 6,2 Liter pro 100 Kilometer.

Dank eines maximalen Drehmoments von 340 Newtonmetern sorgt dieses Triebwerk in Verbindung mit dem serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebe auch bei voller Beladung (das maximal zulässige Gesamtgewicht beträgt 2,9 Tonnen) für gute Fahrleistungen.

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