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boco-Handwerkerumfrage Stolz auf den Beruf, aber beim Gehalt könnte es mehr sein

Sie sind stolz auf ihren Beruf, fühlen sich wertgeschätzt und würden sich wieder für ihren Beruf entscheiden. Nur bei der Anerkennung von Handwerkerinnen im Beruf und der Zufriedenheit mit dem Einkommen fielen die Ergebnisse weniger gut aus. Das zeigt die neue repräsentative Handwerkerumfrage im Auftrag des Mietberufskleidunspezialisten CWS-boco.

Über fünf Millionen Menschen arbeiten in Deutschland im Handwerk. Laut der neuesten Umfrage des Anbieters für Mietberufskleidung CWS-boco, sind diese Menschen überwiegend stolz auf ihren Beruf, fühlen sich weitestgehend von der Gesellschaft wertgeschätzt und die Mehrheit würde sich wieder für ihren Beruf entscheiden.

Das Institut Conoscope führte im November 2018 im Auftrag von CWS-boco online „Die Handwerkerumfrage. So denken Deutschlands Handwerker“ durch. Es wurden 527 Personen zwischen 18 und 65 Jahren befragt, davon waren 25 Prozent Frauen und 75 Prozent Männer. Das Alter der Befragten lag zu 35 Prozent bei unter / bis 35 Jahren, zu 35 Prozent zwischen 35 und 50 Jahren und zu 30 Prozent bei über 50 Jahren. Laut CWS-boco sind die Ergebnisse nach Geschlecht und Alter repräsentativ. Ziel der Umfrage war es, die Meinung und Stimmung der Mitarbeiter verschiedener Handwerksberufe zu evaluieren.

Ergebnisse im Überblick

Doch nicht alles war positiv. Bei der Anerkennung von Handwerkerinnen im Beruf und der Zufriedenheit mit dem Einkommen bei Männern und Frauen fielen die Ergebnisse weniger gut aus. Die Ergebnisse zeigen auch Unterschiede in den einzelnen Branchen. Hier zunächst die Top-Ergebnisse der Befragung im Überblick:

  • 96 Prozent der Befragten sind stolz darauf, im Handwerk zu arbeiten.
  • 79,1 Prozent würden sich wieder für ihren Beruf entscheiden.
  • 62,2 Prozent fühlen sich von der Gesellschaft wertgeschätzt.
  • 47,8 Prozent sind mit ihrem Einkommen zufrieden.
  • 68,3 Prozent fühlen sich von ihren Auftraggebern respektvoll behandelt.
  • 57,9 Prozent finden, dass Frauen im Handwerk genauso anerkannt sind wie Männer.
  • 84,4 Prozent legen Wert auf die Optik ihrer Berufskleidung
  • 98,5 Prozent sind der Meinung, gepflegte Berufskleidung hinterlässt einen guten Eindruck beim Kunden.
  • 78,4 Prozent finden, dass der Arbeitgeber für das Waschen und Instandhalten der Berufskleidung sorgen muss.

Handwerk in der Gesellschaft

Wie oben erwähnt, fühlen sich 62,2 Prozent der Handwerker in ihrem Beruf von der Gesellschaft wertgeschätzt, 19,9 Prozent davon sogar sehr. Vor allem die Mitarbeiter aus den Bereichen Metall (73 Prozent), Maler (70 Prozent) und dem Bau- und Ausbaugewerbe (69 Prozent) finden, dass das Handwerk in der Gesellschaft anerkannt und wertgeschätzt wird. Der Großteil der Befragten (79,1 Prozent) würde sich auch wieder für den Beruf entscheiden, insbesondere Handwerker im Bereich Holz, Glas und Kunststoff (89,3 Prozent) sowie Maler (85 Prozent).

Umgang mit Kunden

Nicht alle, aber die Mehrheit empfindet auch den Umgang mit Kunden positiv. So finden 68,3 Prozent der Handwerker, dass sie von ihren Auftraggebern respektvoll behandelt werden. Maler (90 Prozent) und die Landschafts- und Gartenbauer (87,6 Prozent) fühlen sich am freundlichsten behandelt, Dachdecker/Zimmerer (55,5 Prozent) hingegen eher weniger.

Frauen weniger anerkannt

Nur etwas mehr als die Hälfte der Befragten (57,9 Prozent) sind der Meinung, dass Frauen im Handwerk genauso anerkannt sind wie ihre männlichen Kollegen. Bei den Handwerkern aus dem Lebensmittelbereich (68,4 Prozent), bei den Malern (65 Prozent), im SHK-Bereich (63,4 Prozent) sind Frauen am meisten anerkannt, in der Metallbranche (46,2 Prozent) am wenigsten.

Mit Gehalt unzufrieden

Unzufriedenheit zeigt sich beim Gehalt: Weniger als die Hälfte (47,8 Prozent) ist mit dem Einkommen zufrieden. Die männlichen Handwerker (53 Prozent) sind zufriedener als die weiblichen Kollegen (36,6 Prozent).

Bedeutung von Berufskleidung

Eine entscheidende Rolle für die eigene Zufriedenheit im Beruf spielt die richtige Berufskleidung: Die große Mehrheit der Handwerker (84,4 Prozent) legt Wert auf die Optik der eigenen Arbeitskleidung; 43,7 Prozent würden diese auch in der Freizeit tragen. „Fast alle Befragten (98,5 Prozent) denken, dass eine gepflegte Berufskleidung einen guten Eindruck beim Kunden hinterlässt. Dieses Thema wird oft erheblich von Betriebsinhabern unterschätzt“, so Uwe Böhlke, Branchenmanager Handwerk bei CWS-boco.

78,4 Prozent der Handwerker finden, der Arbeitgeber sollte für das Waschen und die Instandhaltung der Berufskleidung sorgen. Derzeit sind die meisten Mitarbeiter im Handwerk (75,8 Prozent) selbst für die Instandhaltung ihrer Berufskleidung zuständig.

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