- Interview „Situation und Ziele beeinflussen das Rating”

Hans-Jürgen Schneck ist zuständig für die Unternehmensbetreuung bei der Volksbank Donau-Neckar in Tuttlingen. Es gehört zur Strategie des Hauses, einmal im Jahr mit den Firmenchefs ein Ratinggespräch zu führen und die Stärken wie auch die Schwächen des Betriebes aufzuzeigen.

Hans-Jürgen Schneck, Leiter der Unternehmensbetreuung der Volksbank Donau-Neckar in Tuttlingen. – © Schneck
– Interview

„Situation und Ziele beeinflussen das Rating”

handwerk magazin: Viele Handwerksunternehmer erfahren von ihrer Hausbank nur ihre Rating-Note, können damit aber wenig anfangen. Wie informieren Sie Ihre Kunden aus dem Handwerk über ihre Bonität?

Hans-Jürgen Schneck: Wir führen obligatorisch einmal im Jahr ein Strategiegespräch. Anhand eines ausführlichen Fragebogens ermitteln wir die Situation und die Ziele des Betriebes. Die Angaben fließen in das Rating mit ein. Liegt uns dann die schriftliche Auswertung später vor, besprechen wir das Ratingergebnis mit dem Unternehmer.

Wie unterstützen Sie die Firmenchefs dabei, sich hier zu verbessern?
Die Unternehmer können von uns ein Exposé in die Hand bekommen. Wir erläutern ihnen, welche Bereiche wir positiv sehen und wo wir im Handwerksunternehmen Defizite erkennen. Dabei verfahren wir nach einem Ampelsystem. Das ist allerdings spezifisch für unser Haus.

Welchen Einfluss hat die Branchensituation auf die Kreditvergabe?

Wir prüfen individuell jeden Kreditantrag. In dem Zusammenhang spielt die Marktsituation und damit auch die Branchenentwicklung eine gewisse, aber keine entscheidende Rolle. Wir heben den Daumen für ein Darlehen, wenn wir Zins und Tilgung gesichert sehen.

Wie können Unternehmer ihr Rating verbessern?

Wichtig ist uns eine offene und regelmäßige Kommunikation. Der Kunde sollte auch mit schwierigen Situationen offen umgehen und eventuelle Auswege aus einer Krise sehen und aufzeigen.