Rollende Versuchung

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Hartmut Gerhards: Bonbonmacher, testet den neuen Nissan Juke. Und findet den Mini-SUV alltagstauglich, sportlich und angenehm anders.

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    Nicht nur ein lieber Bonbononkel: Hartmut Gerhards mag es zwar süß, aber auch sportlich vor allem dann, wenn es um Autos geht.
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    Scharfe Mischung: Wenn man einen SUV mit einem Kleinwagen kreuzt und ein paar PS drauflegt, kommt der Juke heraus.
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Rollende Versuchung

In der Bonbon-Werkstatt von Hartmut Gerhards in der Eifel fühlt man sich in eine andere Welt versetzt. Es duftet nach Honig und Ölen, der Fußboden klebt vor lauter Zucker, überall türmen sich Kisten mit Zutaten und antike Gefäße mit bunten Bonbons. Vergilbte Zeitungsartikel an den Wänden verraten, dass der Familienbetrieb schon über 100 Jahre im Bonbonhandwerk zu Hause ist. Der Bonbonmacher beglückt seit 26 Jahren auf Märkten und bei Firmenevents Menschen mit seinen Süßigkeiten. Das ganze Jahr über zieht er mit einem rot angestrichenen alten Militärfahrzeug, einem Mercedes 814, seinen Bonbonwagen durch Deutschland. Trotz aller Nostalgie steigt der Bonbonmacher aber gerne in den exotischen Nissan Juke ein. Bevor es losgeht, deponiert er noch ein großes Bonbonglas im Kofferraum: „Mal sehen wie viel Platz dort ist.“ Als Gerhards die Dorfstraße verlässt, tritt er kräftig aufs Gas und beschleunigt den 190 PS starken Flitzer auf 160 Stundenkilometer. Das Bonbonglas fliegt mit Karacho durch den Kofferraum..

Sie fahren eher sportlich, stimmts?

Ja. Vielleicht sieht man es mir nicht an, aber ich fahre gerne mal schnell. Haben Sie Angst?

Nein, geht schon. Fahren Sie denn auch privat ein schnelles Auto?

Ich fahre einen Mercedes CLK. Der ist schön flott. Früher hat mein Verstand die Autos ausgesucht, jetzt darf der Bauch mitentscheiden. Dann macht Autofahren gleich viel mehr Spaß.

Was sagt Ihr Bauch denn zum Juke?

Ich bin positiv überrascht. Er ist schneller und spritziger als er aussieht. Und auch innen ist er ein bisschen schicker als die üblichen Kleinwagen. Das Auto ist außerdem so schön anders – ich bin ja auch gerne ein bisschen anders und falle mit meiner pinkfarbenen Mütze und dem lilafarbenen Anzug manchmal aus dem Rahmen. Das gefällt mir aber. Der ist mir viel lieber als ein
stinknormaler Golf. Der ist doch langweilig.

Könnten Sie den Nissan denn auch beruflich nutzen?

Ein SUV wäre schon gut, aber ein größerer. Zum Beispiel der Nissan Patrol oder der Toyota RAV4. Die gefallen mir. Aber ich würde die Schlafkabine aus meinem alten Mercedes 814 vermissen.

Sarah Löhr

redaktion@handwerk-magazin.de