Betriebswirte des Handwerks -

Prüfung trotz Handicap gepackt

BdH-Ausbildung. Der Dozent erklärt Zusammenhänge der sozialen Marktwirtschaft. So sehr sich J. Stehr auch konzentriert, die Cochlea-Implantate spielen nicht mit. Jetzt auch noch eine Zwischenfrage eines Kursteilnehmers. Doch wenn sich Stehr zu dem Frager umdreht, entgeht ihm die Antwort des Dozenten. Kein Wunder, dass der gehörlose Fleischer nicht daran glaubt, nach der Meisterprüfung nun auch die BdH-Ausbildung erfolgreich abzuschließen, um später einmal den elterlichen Betrieb in eigener Verantwortung führen zu können.

Als die erste Teilprüfung dann auch das befürchtete schlechte Ergebnis für J. Stehr brachte, wollte er die weitere Ausbildung abbrechen. Die Akademie des Handwerks als Veranstalter und die Prüfungskommission setzten sich zusammen und versuchten eine Lösung zu finden. Manfred Hillje, Integrationsberater der Elbe-Weser Werkstätten, wurde eingeschaltet.

Da J. Stehr die Gebärdensprache nicht gelernt hat, gab es nach Ansicht des Experten nur eine Lösung: Ein Schriftdolmetscher musste her. Da es diese Dienstleistung in Bremerhaven oder Bremen nicht gab, wurde ein Angebot der Hamburger „Lautschrift Susanne Tiedemann“ eingeholt. Mit dem Kostenvoranschlag als Basis wurde eine Kostenübernahme für die Maßnahme beim Amt für Menschen mit Behinderung beantragt. Dieser Antrag auf uneingeschränkte Teilhabe am beruflichen Leben gemäß SGB IX wurde dann auch vom Amt genehmigt.

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