Postagentur: Kein Job für „Zwischendurch“

Herbert Millmann, Beigeordneter des Postagenturnehmerverbandes Deutschland (pagd), erklärt im Interview mit handwerk mgazin die Chancen und Risiken des Schaltergeschäftes.

Postagentur: Kein Job für „Zwischendurch“

hm: Der pagd wurde vor fünf Jahren gegründet, als die Deutsche Post ihren Partnern neue Verträge zu schlechteren Konditionen anbot. Wie ist der Streit ausgegangen?
Millmann: 2004 wurden pauschale Vergütungen eingeführt, die für Betreiber Einbußen von bis zu 30 Prozent bedeuteten. 2007 kehrte die Post zwar wieder zu einem stark leistungsbezogenen System zurück. Der Verdienst aber ist für die Partner unverändert niedrig.
hm: Wie viel lässt sich denn realistisch mit einem Postschalter im eigenen Laden verdienen?
Millmann: Eine Agentur mit einem Bedienplatz kommt – ohne Postbank – auf Provisionen von etwa 1000 bis 1200 Euro pro Monat. Davon müssen aber zusätzliche Ausgaben bestritten werden, zum Beispiel für Arbeitskräfte. Denn ein Postschalter ist, im Gegensatz etwa zu einem Hermes-Paketshop, keinesfalls nebenbei mit zu bewältigen. Sie brauchen Urlaubsvertretungen, häufig Mietmöbel, zusätzliche Versicherungen und Sicherheitsvorkehrungen.

hm: Sicherheitsvorkehrungen?
Millmann: Poststellen werden überdurchschnittlich häufig Opfer von kriminellen Delikten, wie etwa Raub, Einbruch oder den Griff eines Mitarbeiters in die Kasse. Für den Job am Postschalter sollte man deshalb auf keinen Fall den Erstbilligsten von der Straße einstellen. Übrigens auch, um unabsichtliche Fehlbuchungen zu vermeiden, die ebenfalls ein erhebliches Risiko darstellen.

hm: Für wen lohnt es sich denn, Partner der Post zu werden?
Millmann : Wer viele Mitna hmeartikel im Sortiment und eine gute Lauflage vorzuweisen hat, für den kann sich der Schalter im Laden rechnen – aufgrund der zusätzlichen Laufkundschaft. In jedem Fall empfehle ich Interessenten, sich nicht nur auf die Informationen der Post zu verlassen, sondern zum Beispiel auch in unser Internetforum zu schauen. Dort tauschen sich die aus, die schon Erfahrungen haben.

Das Forum sowie weiter wichtige Infos zum Thema Postagenturen gibt es unter www.pagd.de