Outdoor-Smartphones Acht neue Handys im Baustellen-Härtetest

Für viele Handwerksunternehmer gehören Outdoor-Smartphones auf der Baustelle zum Handwerkszeug. Zeit für handwerk magazin, mal wieder einen echten Härtetest zu veranstalten. Wir haben acht neue Outdoor-Smartphones für den Handwerkereinsatz auf der Baustelle exklusiv getestet.

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Acht nagelneue Outdoor-Smartphones, eine Baustelle in Mittelfranken, einige ziemlich motivierte Handwerker und blauer Himmel: Die perfekte Mischung für den wohl härtesten Outdoor-Smartphone-Test Deutschlands.

Wer als Handwerker auf der Baustelle im Internet surfen, E-Mails lesen oder den aktuellen Wetterbericht abrufen will, der benutzt am besten ein Smartphone. Wenn es aber aus Versehen vom Gerüst in die Tiefe fällt oder aus dem Blaumann herausrutscht und im frisch angerührten Beton versinkt, kann die smarte Technik schnell irreparabel zerstört werden.

handwerk magazin hat aus diesem Grund acht aktuelle Outdoor-Smartphones auf ihre Baustellentauglichkeit hin getestet und verrät Handwerkern, welches der Modelle sich auf dem gnadenlosen Testparcours als besonders empfehlenswert gezeigt hat.

Der Testort: eine Baustelle im mittelfränkischen Baiersdorf für ein größeres Mietshaus

Die Testgeräte: ToughGear Blade 2, Cyrus CM7, RugGear RG730, Cat S30, Simvalley SPT-900 V2, Fieldbook F1, Motorola Moto X Force und Cyrus CM16

Das Testteam: Daniel Haßmüller (Firma wewaton), Hans-Günther Wachter  und Marc Seubert (beide Firma Niersberger), Markus Schober (Firma Raab), Cornelia Thane, Felix Dehn und Christiane Klebig (alle handwerk magazin)

Outdoor-Smartphones im Härtetest 2016

Halten Outdoor-Smartphones was sie versprechen? Und überstehen Sie auch ein Bad im frischen Beton oder einen Sturz aus 3 Metern? handwerk magazin hat 2016 folgende Geräte auf ihre Wasser-, Beton- und Staubdichtigkeit sowie auf ihre Robustheit getestet: ToughGear Blade 2, Cyrus CM7, RugGear RG730, Cat S30, Simvalley SPT-900 V2 Fieldbook F1, Motorola Moto X Force, Cyrus CM16

Zum Warmwerden: Staubtest

Zunächst wurde es für unsere acht Outdoor-Smartphones ziemlich staubig, denn wenn es etwas auf Baustellen gibt, dann ist es wohl Dreck. Also: Eimer hingestellt, einen Sack mit trockenem Zementpulver rein und dann den Staub mit den Telefonen vermischt. Kräftig umgerührt und noch einen zweiten Sack mit Zement hinterher geschüttet. Für die acht Geräte erwartungsgemäß ein leichter Test zum Einstieg.

Und auch ein kleiner „Staub-Nachschlag" mittels feinem Holzstaub ergibt: Dreck ist eher ein Kinderspiel für unsere Testgeräte.

Wenn‘s dicht sein sollte: Wassertest

Bei unserer zweiten Teststation wird es schon etwas kniffliger. Mit Ausnahme des Moto X Force von Motorola geben alle Hersteller an, dass ihre Testgeräte wasserdicht sind. Die angegebene maximale Wassertiefe reicht dabei von einem bis zu zwei Meter Tiefe. Um die Angaben zu überprüfen, füllten wir einen großen Behälter mit Wasser und ließen die Smartphones auf den Boden des Wasserbehälters sinken.

Nach mehreren Minuten im Wasserbad holten wir die Smartphones heraus. Nun überprüften wir, ob die Geräte noch funktionierten. Außerdem begutachteten wir das Display nach Wasser im Inneren des Touchscreens.

Outdoor-Smartphones sollte so ein Wasserbad eigentlich nichts anhaben. Eigentlich... Denn „nichts geht mehr" hieß bereits nach dem Wassertest für das Motorola Moto X Force. Als einziges Modell hat es unser kleines Bad nicht überstanden. Da Motorola jedoch keine Angabe macht, ob das Gerät wasserfest ist, fällt das Ergebnis des Wassertests insgesamt nicht überraschend aus. Alle anderen Geräte funktionierten tadellos.

Nur Fliegen ist schöner: Sturztest

Für den Sturztest ging es hoch hinauf, genauer gesagt kletterten wir über eine Leiter auf die Stütze eines Baukrans. Die Angaben, bis zu welcher Fallhöhe die Modelle sturzsicher sind, reichen von einem Meter (Fieldbook) bis zwei Meter (Cyrus, RugGear).

Um die Geräte an ihre Belastungsgrenze zu bringen, erhöhten wir noch um einen halben Meter und ließen ein Smartphone nach dem anderen von der Stütze des Baukrans aus circa zweieinhalb Metern auf den Schotter fallen.

Besonders bei den Cyrus-Geräten CM7 und CM16 und dem Simvalley SPT-900 V2 fiel auf, dass die Smartphones nach dem ersten Aufprall auf dem Untergrund vom Boden absprangen. Das Kunststoffgehäuse der Modelle minderte  auf diese Weise die Energie, die beim Aufprall entstand.

Leider raus ohne Applaus: das ToughGear Blade 2. Der Touchscreen war komplett zersplittert und unbrauchbar. Alle anderen Testgeräte waren nahezu Kratzerfrei und noch voll funktionsfähig.

Außer Konkurrenz (da ja wegen des nicht bestandenen Wassertests bereits ausgeschieden) wollten wir wissen, ob das „extrem feste ShatterShield-Display aus fünf Schichten" des Motorola Moto X Force hält was es verspricht. Tut es! Ohne Wenn und Aber!

Outdoor-Smartphone-Test 2016: Sturz, Wasser, Staub, Beton und mehr

Nichts für Weicheier: Betontest

Kurz vor Schluss kam es zum ultimativen Härtetest für unsere verbliebenen sechs Testgeräte. Kaum vom Betonmischer angeliefert, versenkten wir unsere Smartphones im frischen Beton für die Bodenplatte des künftigen Mietshauses. Die bange Frage: Würden unsere Testgeräte dieses Bad überstehen? Um noch einen drauf zu setzen, kam noch der Flaschenrüttler ins Spiel, der die Betonmasse und die Smartphones gleichmäßig verteilte.

Umso schwieriger war es, alle Smartphones wiederzufinden. Nachdem wir alle Handys gerettet hatten, die nur noch mit sehr viel Fantasie als Smartphones zu identifizieren waren, spülten wir sie mit Wasser ab. Das überraschende Ergebnis: Alle Geräte funktionierten nach einer kleinen Säuberungsaktion so, als hätten sie nie etwas anderes gemacht.

Entspannter Abschluss: Displaytest

Zum Abschluss unserer Baustellenversuchsreihe wurden wir nochmal zahm: Ein Outdoor-Smartphone sollte sich für Handwerker auch mit Arbeitshandschuhen und bei feuchtem Display bedienen lassen. Ob diese technischen Eigenschaften einwandfrei funktionieren, hängt nach Aussagen der Hersteller je nach Modell auch von der Art des Arbeitshandschuhs und der Wassermenge auf dem Touchscreen ab.

Für den Displaytest tauchten wir die Geräte noch einmal in den Wassereimer. Trotz Nässe und Handschuhen konnten wir die Geräte anschließend über die Touchscreens tadellos bedienen.

Das Fazit: Aus 8 mach 6

Das Fazit nach einem Tag Smartphone-Tortur auf der Baustelle: Sechs Outdoor-Smartphones haben den Test bestanden. Zwei nicht: Das ToughGear fiel beim Sturztest durch und das Motorola beim Wassertest. Feierabend!

i.safe MOBILE RugGear RG730: Bietet alle Funktionen für den Einsatz auf der Baustelle. Gute Verbindung aus Technik, Robustheit und Design. Mit Aufprallschutz, hält auch Vibrationen, Feuchtigkeit, Luftdruck und Temperaturschwankungen aus.

CatS30: Robustes Gerät, wie gemacht für Handwerker. Die Rückseite besteht aus bruchfestem Außenmaterial. Resistent gegen Öl und Fett. Liegt durch gummiertes Gehäuse griffig in der Hand. Display aus Corning Gorilla Glass 3.

Bestore ToughGear Blade 2: Das Display hielt dem Sturztest nicht Stand. Das ToughGear ist nicht so stabil und bruchfest, wie der Name vermuten lässt und bei einem Outdoor-Smartphone zu erwarten ist. Der Preis wird dem Gerät nicht gerecht.

Simvalley MOBILE SPT-900 V2: Sehr robustes Outdoor-Smartphone. Griffiges Gehäuse mit gleichzeitig handlichem Format – perfekt für das Handwerk. Verfügt über einen GPS-Empfänger für die weltweite Positionsbestimmung.

Logic Instrument Fieldbook F1: Das Fieldbook F1 ist Tablet + Smartphone in einem Gerät. Der Koloss unter den ­Testgeräten für die Baustelle. Für den Alltag draußen auf der Baustelle durch seine Größe nur bedingt geeignet. Passt in kaum eine Jacken- oder Hosentasche.

Cyrus technology CM7 / Cyrus Technology CM16: Beide Cyrus-Geräte sind 100% empfehlenswert und sehr handwerkstauglich. Bei dem Preis-Leistungsverhältnis hält kein Modell mit. Die kompakte Bauweise ist ideal dafür, überall hin mitgenommen zu werden.

Motorola Moto X Force: Extrem festes ShatterShield-Display aus fünf Schichten. Dafür spricht auch die 4 Jahre Garantie des Herstellers gegen Bruch und Sprünge. Einziges Manko: Das Moto X Force ist nicht ­wasserfest.

Alle Ergebnisse, Preise und wichtigsten technischen Daten zu den getesteten Outdoor-Smartphones finden Sie in unserer Marktübersicht.

Und wenn Sie wissen wollen, wie der Test vor drei Jahren gelaufen ist, dann lesen Sie das auf der nächsten Seite.

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  • Acht Outdoor-Smartphones im Baustellentest (PDF, 103 kB)

    Acht neue Outdoor-Smartphones, eine Baustelle in Mittelfranken, einige ziemlich motivierte Handwerker und blauer Himmel: Die perfekte Mischung für den wohl härtesten Outdoor-Smartphone-Test Deutschlands. mehr...

  • Marktübersicht Outdoor-Smartphones 2013 (PDF, 208 kB)

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  • Sicherheitscheck fürs Smartphone (PDF, 239 kB)

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