Kennzahlen im Blick

BWA Die betriebswirtschaftliche Auswertung lockte viele Teilnehmer zum Meistertreff. Die wichtigsten Praxistipps für Handwerksbetriebe.

Controllingreport der Datev: Die Zahlen und Grafiken informieren genau. - © Datev

Kennzahlen im Blick

Controlling und Handwerk - das klingt zunächst etwas überhöht. Unter betriebswirtschaftliche Auswertung, kurz BWA, jedoch können sich die meisten cleveren Firmenchefs im Handwerk etwas vorstellen: Anhand der Kennzahlen und deren Entwicklung den Erfolg des Betriebs im Blick zu behalten sowie die Bank bei laufenden sowie künftigen Krediten zu überzeugen. „Vor allem die monatliche qualifizierte BWA hat hohe Aussagekraft für Betriebe und Banken“, sagt Hauptreferent Andreas Müller, vereidigter Buchprüfer aus München. Mitreferent Diether Müller, früherer Vorstand der Münchner Bank, bestätigt: „Die Kreditinstitute bestehen auf der Vorlage dieser Zahlen und honorieren die gute BWA mit bis zu drei Prozent weniger Zins.“

Bilanz reicht nicht aus

Die Bilanz reicht für die Erfolgskontrolle schon lange nicht mehr aus. „Sie stellt mit zeitlicher Verzögerung die handels- und steuerrechtliche Bestandsaufnahme dar“, so Andreas Müller. Ganz anders die BWA, die sofort nach Ablauf des Monats zeigt, wie der Betrieb läuft, wo Gegenmaßnahmen - wie etwa die Senkung von Kosten und Lagerbeständen oder Privatentnahmen - notwendig sind. Dies zeigt in der einfachen Version die Standard-BWA der Datev mit den Auswertungen „Controllingreport“ sowie „Ratingreport“.


Qualifizierte BWA

Die sogenannte qualifizierte BWA dagegen verlangt eine genauere Finanzbuchführung und liefert dafür aussagekräftigere Zahlen: Die monatliche Buchung von Bestandsveränderungen, des prozentualen Material- und Wareneinsatzes sowie die genaue Erfassung der außerordentlichen Erträge und Aufwendungen etwa führen zum genauen Bild des Betriebs. Statt 31500 Euro Gewinn bei der Standard-BWA wies das Beispiel im Meistertreff fast 113000 Euro Gewinn aus.


Unternehmerlohn erfassen

Bei Einzelunternehmern und Gesellschaftern einer GbR, KG oder OHG kommt hinzu, dass sie häufig ihren kalkulatorischen Lohn nicht erfassen. Die qualifizierte BWA rechnet diesen sowie kalkalkulatorische Zinsen fürs Eigenkapital mit einem branchenüblichen Durchschnittswert bei den Kosten hinzu, das Ergebnis wird realistischer.


Bilanzreform berücksichtigen

Auch die Änderungen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) wirken sich auf die BWA aus. So spielen die attraktive Sonderabschreibung sowie die degressive AfA (siehe Titelthema ab Seite 10) in der Handelsbilanz keine Rolle mehr. Die BWA weist sie daher gesondert aus.


Mit der BWA planen

Hauptaufgabe der BWA ist die laufende Erfolgskontrolle. Darüber hinaus ermöglicht sie die Planungsrechnung, „die mit dem Rating nach Basel III künftig auch für kleine und mittelständische Unternehmen relevant wird“, so Andreas Müller. Den Banken geht es dabei um die Kapitaldienstfähigkeit. Konkret: Der Kunde muss aus seinen Einnahmenüberschüssen Zinsen, Tilgungen oder Versicherungsprämien für seine Kredite fristgerecht erbringen können. Ob sich der Betrieb so entwickeln könnte, zeigt die BWA.

harald.klein@handwerk-magazin.de

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BWA und Banken

BWA entsteht

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