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Schlicht und unaufgeregt Harwood: Technikgeschichte für das Handgelenk

Die Geschichte der Zeitmessung wurde von vielen Beteiligten geschrieben. Über Jahrhunderte sorgten findige Uhrmacher dafür, dass Uhrwerke beständig weiterentwickelt wurden. Einer der Protagonisten dieser Geschichte ist John Harwood, nach dem heute eine Uhrenmarke benannt ist.

Vor etwa 700 Jahren begann die Geschichte von mechanischen Uhren: Damals gab es erste Räderuhren, dann folgten erste Turmuhren, die den Menschen die Zeit näher brachten. Fortan wurden Uhrwerke immer kleiner und kleiner: Ab dem 15. Jahrhundert kamen Taschenuhren auf; zu Beginn des 20. Jahrhunderts wanderte die Zeit ans Handgelenk – es gab erstmals Armbanduhren.

Neben der Miniaturisierung der Mechanik ging es stets auch um ihre Verfeinerung. Und um die Beseitigung von Schwachstellen. Eine solche war die Krone, die zum Aufzug des Werks und zum Stellen der Zeiger nötig war. Doch dieses Öffnung mitten hinein ins Uhrwerk war auch eine Schwachstelle: Hier konnten Staub oder Wasser eindringen.

Verzicht auf die Krone

Der englische Uhrmacher John Harwood tüftelte daher an Uhren, die keine Krone benötigen. Dafür entwickelte er zwei Lösungen: Zum einen konstruierte er als einer der ersten einen Automatikaufzug für eine Uhr: Eine pendelnde Schwungmasse – inspiriert von einer Wippe – sorgte im Uhrwerk für die erforderliche Energie; in Bewegung gesetzt wurde sie durch die Aktivitäten des Trägers.

Auch für das Stellen der Zeiger fiel dem Uhrmacher etwas ein: Er entwickelte in den 1920er Jahren einen Glasreif rund um das Gehäuse, mit dem die Zeiger bewegt werden konnten. Erfindungen, die er in einer eigenen Uhr realisierte.

Technikhistorie ganz aktuell

Diese Innovationen wurden zum Vorbild für aktuelle Modellen: Die Marke Harwood bewahrt heute das Erbe des großen Uhrmachers und bietet eine Kollektion, die sich technisch und gestalterisch an dem großen Vorbild von einst anlehnt. Das markanteste Kennzeichen der Uhren ist heute eine breite Lünette, deren gerippter Glasreif wie einst zum Stellen der Zeiger dient; eine Krone fehlt daher ganz.

Im Inneren setzt die Marke Harwood heute allerdings auf bewährte ETA-Technik und nutzt ein Automatikwerk des renommierten Schweizer Werkspezialisten. Im Gegensatz zu Harwoods ursprünglicher Konstruktion rotiert die Schwungmasse hier über das gesamte Werk; bei Haarwood pendelte sie zwischen zwei Endpunkten.

Zifferblätter und Gehäuse der Harwood-Kollektion von heute geben sich schlicht und unaufgeregt. Die Materialien sind unter anderem Sterlingsilber und Edelstahl, die Preise beginnen bei rund 1900 Euro.

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