Frauen beim Gehalt benachteiligt - Welche Gehälter im Handwerk üblich sind

Dass Frauen in deutschen Führungsetagen in vergleichbaren Positionen weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen, ist bekannt. In einer aktuellen Studie gibt das Statistische Bundesamt nun auch Zahlen für das Handwerk aus. Wer dachte, hier seien die Gehaltsunterschiede geringer, liegt falsch.

Gleiche Arbeit, ungleiche Bezahlung: Handwerkerinnen verdienen im Schnitt 25 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. - © dapd

Laut aktueller Verdienststrukturerhebung des Statistischen Bundesamtes verdienen weibliche Arbeitnehmer im Schnitt 22 Prozent weniger als männliche Arbeitnehmer. Diese Zahlen gelten für 2010, wurden aber erst vor wenigen Tagen veröffentlicht. Bei Handwerks- und handwerksverwandten Berufen sind die Verdienstunterschiede noch höher: Der Abstand des durchschnittlichen Bruttostundenverdienstes von Frauen und Männern liegt bei 25 Prozent. Im Berufsgruppenvergleich wird dieser hohe Abstand nur überboten von den getrennt erfassten Führungskräften (30 Prozent), in akademischen Berufen (28 Prozent) sowie bei Technikern (30 Prozent). Die Lücke ist mit vier Prozent am geringsten bei Bürokräften und verwandte Berufen.

Mit steigendem Alter geht die Schere im Allgemeinen weiter auseinander: Die alle vier Jahre erhobene Daten zeigen, dass mit steigendem Alter der Beschäftigten der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern zunimmt. Für 24-Jährige und Jüngere betrug er nur zwei Prozent. In der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen waren es elf Prozent, während er bei den 35- bis 44-Jährigen bereits bei 24 Prozent lag. Bei den 55- bis 64-Jährigen war er mit 28 Prozent am höchsten.

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