Flotte Italienerin

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Margaretha Lingen-Zanker, Tischlermeisterin, testet die neue Giulietta von Alfa Romeo. Ihr Fazit: Endlich wieder ein Alfa, der nicht nur gut aussieht.

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    Offen für Neues: Margaretha Lingen-Zanker entwirft Möbel und hat Spaß an Technik der Hocker leuchtet dank Spezialfäden im Dunkeln.
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    Ganz die Alte: Die Giulietta fährt so flott, wie sie aussieht – und hat wieder einen richtigen Namen.
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Flotte Italienerin

Ein Handwerk allein genügt manchmal eben nicht: Margaretha Lingen-Zanker arbeitet im niederrheinischen Willich-Schiefbahn als Innenarchitektin, Tischlermeisterin und Produktdesignerin und führt zudem das Beerdigungsinstitut ihres Vaters weiter. Zwischenzeitlich beschäftigte sie fast 30 Mitarbeiter. Heute arbeitet die 54-Jährige für die Produktion ihrer Möbel mit einem Dutzend Handwerksbetrieben zusammen, führt nebenbei ein Café und arbeitet mit jungen Erwachsenen, denen sie in den Job hilft. In ihrer Freizeit fährt die ehemalige Motorradrennfahrerin noch immer gern über den Nürburgring in der nahe gelegenen Eifel und scheucht Wochenendausflügler über die Nordschleife. Durch den Alltag fährt sie deutlich entspannter mit ihrem Mercedes 220 Cabrio, dem sie seit mehr als 200000 Kilometern die Treue hält. Im Alfa Giulietta hingegen nimmt Lingen-Zanker die Kurven der heimischen Landstraßen in echter Rennfahrermanier: Spät anbremsen, lange außen bleiben, im Scheitelpunkt nach innen ziehen – und Gas.

Sie fahren aber nicht immer so, oder?

Nein, aber der Alfa macht richtig Spaß. Die Lenkung ist sehr direkt, das Auto liegt satt in der Kurve und man hat guten Halt im Sitz. Der Motor macht einen schönen Sound, der will gefahren werden. Zwischen 2000 und 4000 Umdrehungen hat er richtig Bums, darüber geht ihm allerdings ein wenig die Luft aus. Dafür packen die Bremsen in jeder Lage ordentlich zu.

Sie sind italienische Rennmaschinen gefahren. Ist die Technik haltbarer geworden?

Die Italiener hatten früher Probleme mit Elektronik und Getriebe, Motorräder ebenso wie Autos. Das ist aber vorbei. Der erste Gang hakt bei dem Auto zwar ein wenig, das ist aber eher gute Tradition denn ein echtes Problem.

Sieht die Giulietta denn auch nach Alfa aus?

Schöne Autos bauen konnte Alfa schon immer. Da ist die Giulietta keine Ausnahme. Das Auto will nicht um jeden Preis auffallen, das Design ist einfach gut gemacht.

Und wäre sie was für die Nordschleife?

Der Wagen könnte ein paar mehr PS vertragen, es gibt ja auch noch stärkere Versionen. Die könnte ich mir dann auch gut als Porsche-Jäger auf der Rennstrecke vorstellen.

André Schmidt-Carré

redaktion@handwerk-magazin.de