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Exklusiv: handwerk magazin nimmt Scheinfirmengeflechte bei Schwarzarbeit unter die Lupe

Über 500 000 Personenkontrollen führt der Zoll jährlich auf deutschen Baustellen durch. Und dennoch gelingt es international organisierten Schlepperbanden immer wieder, ausländische Schwarzarbeiter nach Deutschland einzuschleusen. Dem Fiskus gehen dadurch jährlich Milliarden Euro wegen hinterzogener Steuern und Sozialabgaben verloren.

handwerk magazin wollte es genau wissen: Wie funktionieren eigentlich die Hinterzimmer-Geschäfte um die Schwarzarbeiterkolonnen? Zollbeamte und Steuerfahnder haben der Redaktion die heimlichen Maschen der organisierten Kriminalität detailliert erklärt. Bei den Recherchen bestanden die Ermittler teilweise nicht nur auf Namens-, sondern auch auf Personenbeschreibungsschutz. Das verdeutlicht: Das organisierte Verbrechen hat kein Interesse daran, dass die Strukturen ihres illegalen Geschäftsmodells öffentlich bekannt werden.

Und so laufen die Schwarzarbeitsgeschäfte ab: Die Hintermänner gründen gleich mehrere Scheinfirmen, die wie legale Subunternehmen Rechnungen an deutsche Bauunternehmen und Handwerksbetriebe ausstellen. Die Beträge werden von den Auftraggebern auch überwiesen. Daran anschließend zahlen die Hintermänner die Gelder unter Einbehalt einer satten Provision für die Vermittlung der billigen Arbeitskräfte wieder in bar aus. Damit haben die Unternehmen in der ersten Reihe genügend Cash, um die angeheuerten Schwarzarbeiter zu bezahlen und dabei Lohnsteuern und Sozialabgaben einzusparen.

Da die Fahnder ihre Bemühungen, an die Hintermänner zu gelangen, immer weiter ausdehnen, steigt natürlich auch das Entdeckungsrisiko für die daran beteiligten Firmen, die an der Front agieren. Was viele Handwerksunternehmer nicht wissen: Wer Steuern hinterzieht, muss erst ab einer Summe von einer Million Euro hinterzogener Steuern hinter Gitter. Bei der Vorenthaltung von Sozialleistungen reichen bereits sechsstellige Beträge für eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung aus.

Das Schaubild kann kostenlos gegen Angabe der Quelle abgedruckt werden. Quelle: Holzmann Medien GmbH & Co.KG, Redaktion handwerk magazin

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