Steuern + Recht -

Handwerksreform Die Liste der 41 geretteten Meisterberufe

Künftig soll doch in 41 Berufen der Meisterbrief Voraussetzung für die Selbständigkeit im Handwerk sein. Darauf hat sich der Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag geeinigt. Allerdings können sich auch Altgesellen nach sechs Jahren im Beruf selbständig machen.

Im Streit um die Modernisierung der Handwerksordnung näherten sich SPD und Union im Vermittlungsausschuss. Im Ausschuss setzte die Union durch, dass auch der Verbraucherschutz und die Ausbildungsleistung als Messlatte für Meisterberufe hinzugenommen wurden. Bei der Ausbildung wurde als Parameter vorgelegt, dass ein Handwerksbetrieb 50 Prozent mehr Lehrlinge ausbildet als der Durchschnitt aller Unternehmen. Damit kamen die Nahrungsmittelhandwerker und große Ausbilder wie Friseure und Maler wieder in die Anlage A. Da waren es dann 38 Meisterberufe. Unverständlich war zu diesem Zeitpunkt, dass Clement das Kriterium "Gefahrengeneigtheit" nicht auf die Chirurgiemechaniker anwenden wollte, die schließlich Präzisionsinstrumente für Chirurgen herstellen. Doch für die setzte sich dann Volker Kauder, Chefunterhändler der Union, im Gespräch mit Clement ein und erhielt die Zusage. Da waren die Chirurgiemechaniker der 39. Meisterberuf. Im Endspurt schafften dann auch noch die Brunnenbauer und die Landmaschinenmechaniker den Sprung in die künftige Anlage A der Handwerksberufe. Da waren es 41.

Weniger erfreut ist das Handwerk über die neue Altgesellenregelung, bei der die Union der SPD entgegenkommen musste. In der neuen Handwerksordnung sind jetzt die EU-Regeln für die Selbständigkeit von Handwerksgesellen übernommen worden: Danach darf sich ein Geselle nach sechs Jahren Berufstätigkeit selbständig machen. Doch dabei gilt die Einschränkung, dass er davon vier Jahre in leitender Position tätig gewesen sein muss. Unklar ist noch, ob und wie Gesellen die notwendigen kaufmännischen Kenntnisse und die Eignung als Ausbilder vor dem Schritt in die Selbständigkeit nachweisen müssen.

Bedeutend ist für das Handwerk, dass zusammen mit der großen Handwerksnovelle auch das Kleinunternehmergesetz , kleine Novelle genannt, im Sachzusammenhang verhandelt wurde. Danach dürfen Handwerker einfache Tätigkeiten, die in zwei bis drei Monaten erlernbar sind, künftig ohne Gesellenprüfung selbständig ausüben. Allerdings dürfen sich Handwerker nicht mehrere Teiltätigkeiten aus den Berufen aussuchen und ausüben.

Die 41 verbliebenen Handwerksberufe:

Augenoptiker

Bäcker

Boots- und Schiffbauer

Brunnenbauer

Chirurgiemechaniker

Dachdecker

Elektromaschinenbauer

Elektrotechniker

Feinwerkmechaniker

Fleischer

Friseure

Gerüstbauer

Glasbläser und Glasapparatebauer

Glaser

Hörgeräteakustiker

Installateur- und Heizungsbauer

Informationstechniker

Kälteanlagenbauer

Karosserie- und Fahrzeugbauer

Klempner

Konditoren

Kraftfahrzeugmechaniker

Maler und Lackierer

Maurer und Betonbauer

Metallbauer

Ofen- und Luftheizungsbauer

Orthopädieschuhmacher

Orthopädietechniker

Schornsteinfeger

Seiler

Steinmetze und Steinbildhauer

Straßenbauer

Stukkateure

Tischler

Vulkaniseure und Reifenmechaniker

Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer

Zahntechniker

Zimmerer

Zweiradmechaniker

© handwerk-magazin.de 2018 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen