Chronik Die größten Bauskandale

Auf deutschen Baustellen wird gepfuscht, manchmal mit dramatischen Folgen. Die Vorfälle häufen sich. Hier ein Überblick.

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    Am Berliner Hauptbahnhof stürzte ein Stahlträger aus 40 Metern Höhe ab.
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    Zwei Menschen verloren beim Einsturz des Kölner Stadtarchivs ihr Leben.
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    Die neue Autobahn zwischen Hamburg und Bremen hatte tiefe Schlaglöcher.
Chronik

Die größten Bauskandale

2. Januar 2006: Eissporthalle Bad Reichenhall
Schneemassen auf dem Dach überforderten die Statik. Die Holzkonstruktion brach zusammen. Es gab Tote und Verletzte. Die Staatsanwaltschaft stellte massive Mängel bei Planung und Bau fest, die ein Gutachter hätte erkennen müssen.

18. Januar 2007: Hauptbahnhof Berlin
Orkan Kyrill wuchtete einen zwei Tonnen schweren Stahlträger aus der Verankerung. Eine Außentreppe wurde zerstört, die Glasfassade drohte einzustürzen. Ein Sachverständiger kam zu dem Schluss, dass der Vorfall auf einen Planungsfehler zurückzuführen sei. Der Einsturz hätte vermieden werden können, wenn ursprünglich vorgesehene Sicherungen mit aufgeschweißten Schraubbolzen vorgenommen worden wäre.

3. März 2009: Stadtbahn Köln
Beim Einsturz des Stadtarchivs werden zwei Menschen getötet. Die Ursache für das Unglück ist noch nicht geklärt, ein Zusammenhang mit dem Bau der Nord-Süd-Stadtbahn gilt aber als sicher. Es stellte sich heraus, dass an mehreren Baustellen der neuen U-Bahn massiv gepfuscht wurde. Es fehlten Eisenbügel, Beton und es gibt Dutzende gefälschter Bauprotokolle.

Februar 2010: ICE-Trasse München – Nürnberg
Bei den Erdbauarbeiten an der ICE-Strecke wurden möglicherweise zu wenig Verankerungen eingebaut, wie ein ehemaliger Bilfinger-Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft sagte. Rein vorsorglich wurden 500 sogenannte Erdanker geprüft, die zur Stabilisierung von Hängen unterhalb der Gleise dienten.

März 2010: A1 Hamburg – Bremen
Auf acht Kilometern Länge löste sich die oberste Asphaltschicht teils in großen Stücken ab. Die schadhaften Autobahnabschnitte waren erst vor gut zwei Monaten saniert worden. Der Belag muss für 2,5 Mio. Euro erneuert werden. Laut Gutachten der Technischen Universität Darmstadt hätten der verwendete Bitumen und Splitt nicht den erforderlichen Qualitätskriterien entsprochen.