Die besten Paketdienste

Logistik | Wer regelmäßig Pakete verschickt, kann Geld und Ärger sparen, wenn er den richtigen Dienstleister auswählt. handwerk magazin hat Gebühren und Leistungen der großen Paketdienste verglichen.

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Die besten Paketdienste

Ein- bis zweimal die Woche kommt der UPS-Paketbote zu Schreinermeister Clemens Müller nach Hofheim im Taunus. Müller fertigt in seinem Betrieb neben individuellen Möbeln und Einrichtungen auch Systemmöbel für ein Design-Möbelhaus in Köln. Wenn Kunden dafür Ergänzungen wie zusätzliche Tischbeine oder Einsätze für Bürocontainer bestellen, verschickt Müller diese per Paketdienst. „Das ist bequemer, als bei der nächsten Postfiliale in der Warteschlange zu stehen“, so Müller. So bestellt er per Internet den Abholdienst, der dann die Ware am nächsten Tag wenn es schnell gehen muss, auch am selben Tag abholt. Das kostet für ein Paket bis fünf Kilo 6,33 Euro in Deutschland. Ein weiterer Vorteil: Müller kann sein Paket im Internet verfolgen. Weil UPS überdies nur direkt gegen Unterschrift zustellt, gibt es auch nie Ärger mit Zustellungen.

Wie Schreinermeister Müller verschicken inzwischen sehr viele Handwerksunternehmen Produkte oder Teile an Kunden, weil sie zum Beispiel einen Internetshop haben oder ihren Radius erweitert haben. Da seit dem Ende des Postmonopols beim Paketversand reger Wettbewerb unter den Anbietern herrscht, ist es für die Kunden wichtig, die Preise und Leistungen genau zu vergleichen. Dabei sind Sparpotenziale bis 50 Prozent möglich, wie handwerk magazin in einem Vergleich festgestellt hat (siehe Tabelle unten).

Bei der Auswahl des richtigen Paketdienstes kommt es aber nicht nur auf günstige Gebühren an, das hat auch Handwerker Clemens Müller festgestellt: „Für mich sind Service und Sicherheit entscheidend.“

Wer der beste Logistiker für welchen Paketversand ist, hat handwerk magazin in der Tabelle auf dieser Seite zusammengestellt. Dabei wurden die Unternehmen nach Kriterien wie Zuverlässigkeit, Transport-Laufzeit, Abholservice und Tarifen für die häufigsten Versendungsarten bewertet.

Erstes Kriterium für einen Paketdienst ist der Preis, und der ist sehr unterschiedlich. So verlangt die Deutsche-Post-Tochter DHL für EU-Länder im günstigsten Tarif für das kleinste Paket 17 Euro, Hermes dagegen nur 14,90 Euro. DHL-Pakete innerhalb Deutschlands kosten 6,90 Euro bei maximal zehn Kilo Gewicht. Doch private Logistikunternehmen versenden deutschlandweit versicherte Pakete längst zum Päckchenpreis. Für knapp 4 Euro transportieren Hermes, DPD & Co kleine und leichte Pakete quer durch die Republik.

Paketgröße bestimmt Preis

Jedes Logistikunternehmen hat eigene, manchmal sehr eigenwillige Bestimmungen zur Paketgröße. Bei Hermes darf das preiswerteste Paket nur eine Seitenlänge von 50 Zentimeter aufweisen, bei DPD spielt nicht die Größe, sondern das Gewicht die preisentscheidende Rolle.

Noch weiter klafft die Preisschere bei Paketen in das EU-Ausland auseinander. Die DHL hat den Einheitstarif von 17 Euro für Pakete bis fünf Kilogramm. Das unterbietet Hermes mit einem Pauschalpreis von 14,90 Euro für kleine Pakete (Klasse S).

Konkurrenzlos günstig ist DPD für Sendungen in die Benelux-Länder. Weil DPD ein Tochterunternehmen der niederländischen Post ist, transportiert sie Pakete bis vier Kilo nach Belgien, Niederlande oder Luxemburg für nur 8 Euro. Unschlagbar ist der Preis bei schwereren Paketen. Selbst 31,5 Kilo kosten mit DPD nur 19,20 Euro ins europäische Ausland.

Allerdings haben die privaten Logistiker jede Menge Ausnahmen und Sonderregelungen, wenn es um die EU geht. Jedes Unternehmen arbeitet bei Paketen von und ins Ausland mit Partnern zusammen. Entsprechend unterschiedlich sind die Tarife. Ein Vier-Kilo-Paket nach Belgien kann mal 8 Euro mit DPD (siehe oben) oder 14,90 Euro (mit Hermes) oder 18 Euro mit UPS kosten.

Einheitlich handhaben die Logistiker allein die Versicherung für die Pakete. Der Standardtarif beträgt 500 Euro, zum höheren Preis lassen sich auch höhere Werte versichern. Doch Vorsicht: Die Vertragsbedingungen schließen viele Risiken aus. Wer etwa eine Bad-Armatur im Verkaufswert von 550 Euro mit einem einfachen Paket verschickt, geht im Verlustfall leer aus. Denn der Warenwert übersteigt den Versicherungswert, das berechtigt die Versender laut Allgemeinen Geschäftsbedingungen, jede Entschädigung abzulehnen.

Vorbildlich ist mittlerweile bei allen Paketversendern die Sendungsverfolgung im Internet. Sobald ein Paket aufgegeben und eingescannt ist, kann der Kunde online über die Paketnummer den Weg zum Empfänger verfolgen. Das spart lästige Rückfragen. Kommt die Sendung aber nicht an, verweisen alle Logistikunternehmen auf ihre Reklamationswege, die in der Praxis aber sehr umständlich sind. In der Regel werden Verlustmeldungen erst angenommen, wenn das Paket nach einem Monat nicht angekommen ist.

Kein klarer Sieger

Doch wer ist nun der beste Paketdienst für Handwerker? Eine eindeutige Anwort auf diese Frage gibt es nicht, deshalb ist in dem Vergleich (siehe Tabelle unten) für ganz konkrete Kundenanforderungen der jeweils beste Logistiker genannt. Bei Paketen in Nicht-EU-Länder ist es zum Beispiel trotz der hohen Preise DHL, weil die Zollformalitäten schon mit dem Ausfüllen des Paketscheins (bei Werten bis 2000 Euro) erledigt sind. Doch innerhalb der EU versenden alle privaten Anbieter billiger. -

Peter Altmann

reinhold.mulatz@handwerk-magazin.de -