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Neuerungen 2020 für Chefs Betrieb und Finanzen: Mindestlöhne steigen

Je nach Teamzusammensetzung und Lohnstruktur müssen Unternehmer aufgrund höherer Mindestlöhne für 2020 ihre Arbeitskosten eventuell neu kalkulieren. Eine Galgenfrist bietet Microsoft für Nutzer von Windows 7, die die Umstellung nicht bis zum 14. Januar schaffen. Wichtig sind auch die neuen Titel bei der Berufsbezeichnung.

Mitarbeiter: Höherer Mindestlohn

Der gesetzliche Mindestlohn steigt von derzeit 9,19 Euro auf 9,35 Euro an. Ausgenommen von dieser Vorgabe sind Jugendliche unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung, Azubis, Praktikanten im Pflichtpraktikum oder wenn das Praktikum nicht länger als drei Monate dauert und der beruflichen Orientierung oder der Aufnahme eines Studiums dient. Ebenso Jugendliche in einer Einstiegsqualifizierung, Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten der Beschäftigung nach dem Beenden der Arbeitslosigkeit, Ehrenamtliche.

Ausbildung: Mindestlöhne für Azubis steigen

Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik haben Bundestag und Bundesrat eine Mindestvergütung für Auszubildende beschlossen. Für alle ab 2020 abgeschlossenen Ausbildungsverträge gilt für das erste Lehrjahr ein Mindestlohn von 515 Euro im Monat, der ab 2021 auf 550 Euro, ab 2022 auf 585 Euro und ab 2023 auf 620 Euro steigt. Ausnahmen sind immer dann möglich, wenn Arbeitgeber und Gewerkschaften für einzelne Branchen eigene Tarifverträge vereinbaren.

Software: Support-Ende von Windows 7

Microsoft hat es lange angekündigt, am 14. Januar ist es so weit: das letzte offizielle Update für Windows 7 wird durchgeführt. Danach endet der kostenfreie Support. Dies bedeutet für Anwender, dass ihr System nicht mehr gegen Computerviren und Hacker geschützt ist. Spätestens jetzt sollten Windows-7-Nutzer auf ein neueres Betriebssystem umsteigen. Microsoft bietet zwar erweiterte Sicherheitsupdates (Extended Security Updates, kurz: ESU) an für Firmen jeder Größe – sofern sie mit Windows 7 Professional oder Windows 7 Enterprise arbeiten.

Achtung: Den kostenpflichtigen Support rechnet Microsoft je Gerät ab – die Kosten steigen bis bis zum endgültigen Ausstieg im Januar 2023 jährlich. Noch hält sich das Unternehmen bedeckt, Gerüchten in den US-Medien zufolge soll der Preis etwa für Windows-Pro-Nutzer bei 50 US-Dollar pro Gerät liegen.

Windows 7: Weltweit jeder Dritte nutzt es

Weltweit arbeiten noch 28,61 Prozent der Anwender mit Windows 7. Microsoft will den zunächst nur für Großbetriebe gedachten kostenpflichtigen Support nun auch Klein- und Mittelbetrieben anbieten.

Marktanteile der Betriebssysteme

Betriebssystem Marktanteil
Windows 10 52 %
Windows 7 29 %
Mac OS X 10.14 7 %
Windows 8.1 4 %
Mac OS X 10.13 2 %
Sonstige (inkl. Linux) 6 %

Berufsbezeichnung: Meister wird Bachelor Professional

Mit neuen, international anerkannten Berufsbezeichnungen will die Bundesregierung einen weiteren Schritt in Richtung Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung gehen. Nach dem zum Jahresende 2019 beschlossenen Berufsbildungsmodernisierungsgesetz darf sich der „ geprüfte Servicetechniker“ künftig „geprüfter Berufsspezialist“ nennen. Der klassische Meistertitel wird zum „Bachelor Professional“ aufgewertet, der „ Betriebswirt des Handwerks“ kann sich gar „Master Professional“ nennen.

BAföG: Höchstsatz steigt auf 861 Euro

Zum Wintersemester 2020/2021 steigt der Förderungshöchstsatz nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG)auf 861 Euro pro Monat. Dieser gilt sowohl für Schüler und Studenten als auch für Absolventen eines Dualen Studiums. Für Letztere gilt: Ihr Einkommen wird auf die BAföG-Leistungen angerechnet. Wer mit dem eigenen Verdienst über dem geltenden Höchstsatz von aktuell 852 Euro liegt, erhält keine BAföG-Förderung.

BIM wird Standard

Bei der Vergabe öffentlicher Aufträge für den Bundesinfrastrukturbau und den infrastrukturbezogenen Hochbau ist ab 31. Dezember 2020 die Nutzung von BIM ein verbindliches Kriterium. Damit folgt die Bundesregierung den Vereinbarungen im Koalitionsvertrag und einer EU-Richtlinie. Die Digitalisierung von Planungs- und Bauprozessen wird im Baugewerbe unter dem Schlagwort Building Information Modeling (BIM) zusammengefasst. Diese IT-unterstützte Methode ermöglicht eine verbesserte Wertschöpfung und Leistung über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes durch einen schnellen Zugang zu detaillierten Gebäudeinformationen und eine effiziente Zusammenarbeit aller Baubeteiligten.

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