Wirtschaft -

Berufsbildungsbericht: Azubis dringend gesucht

Um das Ausbildungssystem in Deutschland ist es nicht gut bestellt: Der Wirtschaft gehen die Azubis aus. Die Zahl der Lehrlinge erreichte jetzt einen historischen Tiefstand. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Berufsbildungsbericht der Bundesregierung.

Nur noch 530.700 Neuverträge wurden 2013 mit Auszubildenden geschlossen. Das bedeutet ein Minus von über 20.000 Verträgen im Vergleich zum Vorjahr. Das zeigt der neue Berufsbildungsbericht, den das Bundeskabinett am heutigen Dienstag in Berlin beschließen soll. Die Zahl der Ausbildungsverträge ist damit auf dem niedrigsten Stand seit 1976 angekommen, ein historisches Tief.

Azubi-Stellen bleiben unbesetzt

Die Bundesregierung appelliert daher an die Betriebe, nicht in den Ausbildungsanstrengungen nachzulassen und auch jungen Menschen eine Chance zu geben, denen der Einstieg in Ausbildung schwerer fällt. 2013 konnten zum Beispiel 33.500 Ausbildungsstellen nicht besetzt werden, so der aktuelle Bericht. Denn immer mehr junge Menschen fangen ein Studium an: 2013 gab es - auch wegen der doppelter Abiturjahrgänge - erstmals mehr Studienanfänger als Anfänger einer dualen Berufsausbildung.

Neuer Ausbildungspakt angestrebt

Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt fordert, dass alle Akteure die Attraktivität der dualen Ausbildung für Betriebe und Jugendliche weiter deutlich machen. Deshalb strebt die Bundesregierung eine "Allianz für Aus- und Weiterbildung" als Nachfolgerin des Ausbildungspaktes gemeinsam mit den Sozialpartnern an.

Die unternehmensstrategische Bedeutung der dualen Ausbildung soll gestärkt werden. Denn Fachkräfte mit Berufsausbildung werden zunehmend gesucht. Die Unternehmen sind auf gut qualifizierten Nachwuchs angewiesen, wenn sie zukünftig wettbewerbsfähig bleiben wollen. Die Wirtschaft konnte auch im letzten Jahr ihre Paktzusage erneut übertreffen. Sie hat 66.600 neue Ausbildungsplätze eingeworben und 39.100 neue Betriebe für Ausbildung gewonnen.

Mehr Möglichkeiten für Fachkräfte

Die Bundesregierung will aber auch leistungsstarke Jugendliche für die Berufsausbildung gewinnen. So soll die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung höher werden: Fachkräfte sollen leichter studieren können. Umgekehrt sollen Studienabbrecher besser in die berufliche Aus- und Weiterbildung wechseln können.

Tipp: Weitere aktuelle Infos zum Thema sowie wichtige Arbeitshilfen finden Sie auf unserer Themenseite "Ausbildung im Handwerk".

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