Betriebsteuern -

Bauhandwerker: Neue Regeln für Rechnungen

Nach einem Machtwort des Bundesfinanzhofs wird es für Handwerker wieder einfacher, die Umsatzsteuer in Rechnungen korrekt auszuweisen. Auch für die Übergangsfälle gibt es Lösungen.

Handwerker, die über erbrachte Bauleistungen abrechnen, durften bisher keine Umsatzsteuer ausweisen, wenn es sich bei dem Auftraggeber um einen Unternehmer handelte, der im Vorjahr mehr als zehn Prozent seines Geschäfts mit Bauleistungen machte. Der Bauunternehmer musste dann die Umsatzsteuer auf die Nettoumsätze ausrechnen, beim Finanzamt anmelden und durfte Vorsteuer in gleicher Höhe gegenrechnen. Ziel dieses Nullsummenspiels mit bürokratischem Zusatz­aufwand für den Auftraggeber war es, die am Bau häufig vorkommende Hinterziehung der Umsatzsteuer zu verhindern. Im Fachjargon spricht man von der Steuerschuldnerschaft nach § 13b Umsatzsteuergesetz.

Subunternehmer muss aufpassen

Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs ist die zehnprozentige Vorjahresumsatz-Regelung vom Tisch. Eine Nettorechnung ist neuerdings nur noch notwendig, wenn der Auftraggeber die erhaltene Bauleistung selbst wieder zur Erbringung von Bauleistungen verwendet (Az. V R 37/10). Beispiel: Ein Handwerker erbringt für einen Unternehmer Bauleistungen in Höhe von 10 000 Euro an dessen Betriebsgebäude. Folge: Die Rechnung muss mit Umsatzsteuer gestellt werden, weil der Auftraggeber die erhaltenen Bauleistungen nicht selbst zur Erbringung von Bauleistungen verwendet. Beauftragt ein Bauunternehmer dagegen wegen Arbeitsüberlastung einen Subunternehmer mit der Erbringung von Bauleistungen in Höhe von 20 000 Euro, darf die Rechnung des Subunternehmers keine Umsatzsteuer ausweisen.

Umsätze boomen: 2012 wurden in Deutschland laut statistischem Bundesamt von 3,3 Millionen Unternehmen 5,8 Billionen Euro Umsatz angemeldet.
  Einnahmen steigen: 2013 nahm der Staat einschließlich der Einfuhrumsatzsteuer 196,8 Milliarden Euro Umsatzsteuer ein.

Übergang kompliziert

Alle Bauleistungen, die vor dem 15. Februar 2014 abgeschlossen wurden, dürfen weiterhin nach alter Rechtslage abgerechnet werden. Rechnungsberichtigungen sind nicht notwendig, selbst wenn die neue Rechtslage eine andere als die bisherige Rechnungsstellung vorsieht. „Komplizierter wird es jedoch, wenn Bauleistungen vor dem 15.2.2014 begonnen, erst danach abgeschlossen und wenn vor diesem Stichtag bereits Abschlagsrechnungen gestellt wurden“, so die auf Umsatzsteuerfragen spezialisierte Steuerberaterin Carolin Reitinger von der MTG Wirtschaftskanzlei. Was die Expertin damit meint, verdeutlicht folgendes Beispiel:

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  • Rechnungen, Pflichtangaben (PDF, 106 kB)

    Eigentlich Alltag für Handwerksunternehmer: Das Erstellen einer Rechnung mit einem Bruttorechnungsbetrag von mehr als 250 Euro. Trotzdem lauern auch hier Fallstricke - vor allem, wenn nicht alle Angaben mehr...

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