Baugewerbe warnt vor Wohnraummangel

Eine neue Studie belegt, dass bis zum Jahr 2025 in rund 50 Prozent der Regionen Deutschlands Wohnraum fehlen wird. Der ZDB fordert die staatliche Förderung von Neubauten.

Baugewerbe warnt vor Wohnraummangel

Der ZDB spricht von rund 350.000 Wohnungen, die jährlich neu gebaut werden müssten, um den heutigen Wohnstandard für alle Einkommensgruppen aufrecht zu erhalten.

In den Jahren 2007 und 2008 gab es beim Wohnungsbau Rückgänge von 26,2 Prozent bzw. 4,4 Prozent gegenüber den Vorjahren. Erstmals seit 2006 sind nun 2009 wieder mehr Wohnungen in Deutschland gebaut worden. Der Bau von 178.000 Wohnungen wurde genehmigt, das waren 1,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

Dass jetzt mehr Wohnraum entsteht reicht aber nicht, um den Bedarf in Zukunft zu decken: 2025 werden in rund der Hälfte der Regionen in Deutschland Wohnungen fehlen. Das belegt die Studie „Wohnungsmangel in Deutschland – Auswirkungen und Ansätze zur Überwindung“. Auftraggeber waren unter anderem die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), der Zentralverband Deutsches Baugewerbe ZDB sowie der Deutsche Mieterbund.

Aufgrund der steigenden Zahl von Einpersonenhaushalten seien insbesondere Haushalte mit Singles und Rentner die Verlierer eines „historischen Tiefstands“ im Wohnungsbau. Zu den am stärksten betroffenen Regionen gehören laut der Studie die Bundesländer Niedersachsen, Hessen und Berlin.

ZDB-Präsident Dr. Hans-Hartwig- Loewenstein fordert angesichts des vorausgesagten Wohnraummangels, nicht nur die staatliche Förderung für energieffiziente Sanierung , sondern auch für Bestandsersatz von Wohnungen. Wohnungen die zwischen den 50iger und 70iger Jahren entstanden sind genügten heutigen Anforderungen nicht mehr. Dazu zählten Energieeffizienz, Schallschutz, oder auch altersgerechter Wohnraum und moderner Zuschnitt.

Der ZDB spricht von etwa 3 Millionen Wohnungen, die eigentlich abgerissen und neu gebaut werden müssten. Loewenstein: „Es ist daher notwendig, den Bestandsersatz auch als eine Variante der Modernisierung zu betrachten. Dementsprechend müssen alle in der Sanierung und Modernisierung einsetzbaren Fördermöglichkeiten, wie z.B. zinsgünstige Darlehen und Zuschüsse, auch dann angewandt werden können, wenn auf einem bisher bereits von einem Wohngebäude genutzten Grundstück nach dem Abriss ein neues Wohngebäude errichtet wird.“

Mehr Informationen im Internet zum Thema Wohnraummangel:

Pressemitteilung des ZDB: Ersatzbau ist Form energetischer Gebäudesanierung