Auf leisen Sohlen

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Thomas Sonnen, Harley-Davidson-Spezialist aus Düsseldorf, testet Mitsubishis i-Miev. Und findet überraschenderweise Gefallen an dem Elektroauto.

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    Heilige Hallen: Thomas Sonnen mit seinen Harleys. Der Mitsubishi darf ausnahmsweise in die sonst nur amerikanischen Motorrädern vorbehaltene Stube.
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    Rot und Weiß: Diese Lackierung kostet 600 Euro Aufpreis.
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Auf leisen Sohlen

Wer starke Motoren mag, ist bei Thomas Sonnen genau richtig. Auf seiner Werkbank steht ein alter, halb zerlegter V8-Motor. Daneben parkt ein halb fertiger Hot-Rod, ein Sportwagen nach traditioneller US-Manier, den Sonnen komplett selbst baut. Im Verkaufsraum stehen mehrere Maschinen der Marke Harley Davidson, mit deren Wartung und Umbau Sonnen sein Geld verdient, von Ur-Typen mit mehr als einem halben Jahrhundert auf dem Buckel bis hin zur wenige Jahre alten Streetrod, an deren Triebwerksentwicklung Porsche mitgeholfen hat. Als Firmenwagen fährt Sonnen einen Ford Mondeo, privat einen Mustang GT mit standesgemäßem V8-Motor. Schwieriges Terrain also für den Testwagen Mitsubishi i-Miev. Immerhin ist er der erste Elektrowagen eines Großserienherstellers auf Deutschlands Straßen und damit womöglich der Anfang vom Ende des klassischen Verbrennungsmotors. Doch Sonnen ist tolerant, der Elektro-Mitsubishi darf auf den Hof rollen. Sonnen steigt ein und startet den Motor, statt des geliebten Blubberns hört er beim Anfahren – nichts.

Herr Sonnen, Sie haben keine Berührungsängste?

Nein, das geräuschlose Fahren ist gewöhnungsbedürftig, aber ich muss nicht immer das V8-Bollern unter der Haube haben. Außerdem hat der Elektro-Mitsubishi schon beim Anfahren ein hohes Drehmoment parat.

Werden Sie wehmütig beim Gedanken, dass klassische Motoren aussterben könnten?

Ja, aber große Verbrennungsmotoren haben keine Zukunft. Ich kann mir aber vorstellen, als Gebrauchsauto einen Elektrowagen zu nutzen und am Wochenende mit der Harley zu fahren.

Der i-Miev gefällt Ihnen?

Er ist ein handliches Stadtauto. Das Platzangebot reicht bei kurzen Fahrten für bis zu vier Personen, die Reichweite beträgt rund 100 Kilometer. Die Verarbeitung und die Sicherheitsausstattung mit diversen Airbags sind in Ordnung.

Dann behalten Sie ihn gleich hier?

Das wohl nicht. Das Auto ist noch zu teuer, bei einem Preis um die 20000 Euro würde ich anfangen nachzudenken. Und der Strom muss aus sauberer Quelle kommen, sonst ist die Umweltbilanz nicht besser als bei einem herkömmlichen Auto.

Thomas Sonnen testet Mitsubishis i-Miev