Anlegertipp Juni 2015: Zwischen Schein und Sein

Marc Pietzonka, ­Portfoliomanager der KSW Vermögensverwaltung AG, Nürnberg – © Pietzonka

Anlass. Bio, Öko, Fairtrade – die Zahl der Siegel, die Nachhaltigkeit bescheinigen sollen, wächst seit Jahren. Was schon am Lebensmittelregal für mehr Verwirrung als Aufklärung sorgt, ist auch im Bereich der nachhaltigen Geldanlage zu hinterfragen.

Anlage. Wer nachhaltig anlegt, möchte in der Regel vor allem einen Beitrag dazu leisten, dass die Welt ein kleines bisschen besser wird. Allerdings ist das Produktangebot für Laien kaum durchschaubar. Zu viele verschiedene Anbieter und Interessengruppen mit unterschiedlichem Verständnis von Nachhaltigkeit sind am Markt vertreten. Anleger können kaum beurteilen, ob Produktnamen und Werbeaussagen halten, was sie Anlegern versprechen.

Rat. Bis es zu einer gesetzlichen Regelung von Nachhaltigkeitssiegeln für die Geldanlage kommt, sind Handwerksunternehmer auf sich selbst gestellt. Bei Investmentfonds ist es wichtig, sich den Auswahlprozess und den Wertpapierbestand in den entsprechenden Berichten anzusehen sowie zu prüfen, ob der Produktanbieter sich ganzheitlich mit Nachhaltigkeit beschäftigt oder dies nur ein Randthema ist. Bei Einzelinvestments in Aktien oder Anleihen kann man über sogenannte CSR-Berichte oder Ökobilanzen der Unternehmen tiefer in deren Nachhaltigkeitsprofil einsteigen.

Weitere Infos:
ksw-vermoegen.de