Betriebswirte des Handwerks -

Amtsköst: Betriebswirte des Handwerks Hamburg tagten traditionell

Einmal jährlich treffen sich die Betriebswirte des Handwerks Hamburg zur traditionellen Amtsköst. So ließen sich natürlich auch in diesem Jahr die Mitglieder des BdH e.V., ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer, Vertreter aus Wirtschaft, Poltik, des Handwerks, Verbänden und Kirche das Ereignis nicht entgehen.

Natürlich ist es nur ein Gerücht, dass sich Handwerk, Wirtschaft und Politik nur treffen, um Roastbeef mit Bratkartoffeln und ein imposantes Feuerwerk zu genießen. Vielmehr stehen Austausch und aktuelle politische Themen im Fokus der traditionellen Amtsköst - und das mittlerweile seit 34 Jahren. Was als kleines Arbeitsessen entstand, entwickelte sich mit den Jahren zur drittgrößten Veranstaltung, die in der Handwerkskammer Hamburg jährlich stattfindet.

Wie in jedem Jahr, setzte sich auch heuer die Amtsköst aus zwei Teilen zusammen. Zunächst begrüßte der Vorsitzende des BdH Hamburg, Thomas Effenberger, die mehr als 200 Gäste im kleinen Saal. Es folgten ein Festvortrag von Hamburgs Handwerkskammer Präsident Josef Katzer und eine Rede von ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer.

Kritik an der Politik aber auch gute Vorsätze

Wollseifer fand wie immer klare Worte zur aktuellen Handwerkspolitik. So forderte er von der Bundesregierung eindrücklich, das in Aussicht gestellte „Jahr der deutschen Wirtschaft“ endlich auch wirklich umzusetzen. Dazu gehöre in erster Linie der Abbau des Bürokratie-Wahnsinns und Korrekturen beim Mindestlohn. Auch die „Rente mit 63“ nahm er ins Visier: „Andrea Nahles hat unseren Betrieben im vergangenen Jahr hohe Belastungen aufgebürdet. Bereits über 260.000 erfahrene Arbeitnehmer wollen davon Gebrauch machen. Aber: Ältere werden regelrecht vom Arbeitsmarkt vertrieben. Das nimmt uns die Fachkräfte.“ Immer kürzer einzahlen und immer länger Rente kassieren – diese demografische Geisterfahrt könne nicht aufgehen. „Das ist ein Crash-Kurs gegen das Sozialsystem. Eine solche Politik ist unverantwortlich gegenüber der jungen Generation.“

Trotz aller Kritik an der Regierung betonte Wollseifer, wie wichtig eine gute Zusammenarbeit sei und damit der Zukunftsdialog, der vor wenigen Wochen mit dem Wirtschaftsministerium vereinbart wurde. Die wichtigsten Punkte:
  • den Fachkräftebedarf im Handwerk zu sichern, 

  • das hohe Qualifikationsniveau in unseren Berufen zu erhalten, 

  • Innovatinen konsequent zu fördern, 

  • positive Rolle des deutschen Handwerks in Europa anzuerkennen,
  • Unternehmensfinanzierung mittelstandsgerecht auszugestalten 

  • die positive Rolle des Handwerks in den Regionen zu stärken, 

  • unsere Betriebe durch die Umwälzungen der Digitalisierung zu begleiten.

Auch die Themen Digitale Agenda, TTIP, Erbschaftsteuer, Meisterbrief und Nachwuchsgewinnung standen auf Wollseifers Agenda. Der abschließend betonte, welch wichtige Stütze die Betriebswirte im Handwerk sind: "Nur gemeinsam können wir unserem Handwerk in den Ländern, in Brüssel und in Berlin weiterhin eine starke und hörbare Stimme verleihen."

Nach so viel tagesaktueller Wirtschaftspolitik, kam das bereits angesprochene Roastbeef mit Bratkartoffeln gerade recht. Im festlich eingedeckten großen Saal wurde der 2. Teil der Amtsköst zelebriert und anscgließend eifrig weiter diskutiert. Für die musikalische Untermalung sorgte auch in diesem Jahr eine Live Band.

Nein, der BdH Hamburg richtet das Feuerwerk nicht aus

Eine kleine Anekdote sei zum Feuerwerk noch anzumerken. Die Amtsköst fand am Anfang immer zu unterschiedlichen Tagen statt. Mehr zufällig ergab sich die Amtsköst auf einen Freitag, an dem auch der Hamburger Dom (Volksfest) gegenüber der Handwerkskammer stattfand. Die Schausteller sammeln immer für ein großes Feuerwerk, welches jeden Freitag um 22:30 stattfindet. Seit daher versuchen die Hamburger immer die Amtsköst zusammen mit dem Dom zu planen.

Es ergab sich nun während des Feuerwerks, dass ein Betriebswirt aus Schwaben, die wie bekannt sehr sparsam sind, neben einem Hamburger stand und staunte, wie die Hamburger so etwas kostentechnisch zustande brachten. Selbstverständlich ließ der Hamburger seinen schwäbischen Kollegen im Glauben das Feuerwerk sei von den Hamburgern initiiert. Seit diesem Tage werben die Hamburger, bei Reisen zu anderen Vereinen, mit dem Feuerwerk.

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